Ob eine Führung durch den Schlosspark Gedern, so wie hier, ob Brot backen bei den Landfrauen Kefenrod oder ein Spaziergang durchs Bingenheimer Ried: Beim Aktionstag zur Idee einer interkommunalen Landesgartenschau Oberhessen 2027 machen viele Bürger mit. FOTO: SAX
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Ob eine Führung durch den Schlosspark Gedern, so wie hier, ob Brot backen bei den Landfrauen Kefenrod oder ein Spaziergang durchs Bingenheimer Ried: Beim Aktionstag zur Idee einer interkommunalen Landesgartenschau Oberhessen 2027 machen viele Bürger mit. FOTO: SAX

Landschaft als Garten

  • vonred Redaktion
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Wetteraukreis(pm). Der Aktionstag zur Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie für eine Interkommunale Landesgartenschau Oberhessen habe deutlich gezeigt, wie entschlossen Bürger und Politik seien, sich für dieses Projekt zu engagieren. So lautet das Fazit des Vereins Oberhessen, der zusammen mit dem Planungsbüro Planstatt Senner dazu eingeladen hatte. Vor allem würden die Chancen für die Entwicklung der Region auch über eine mögliche Landesgartenschau im Jahr 2027 hinausgesehen.

Weite der Region

In den elf Kommunen, die Interesse haben, gemeinsam eine Gartenschau auszurichten, hatten sich Bürger am Nachmittag bei kleinen Veranstaltungen getroffen und diskutiert, welche Potenziale und Besonderheiten ihre Kommune einbringen könnte. Dabei wurden auch Projekte und Entwicklungen diskutiert, die durch die Fördermittel, mit denen durch die Veranstaltung zu rechnen ist, finanzierbar wären und den Bürgern über eine Landesgartenschau hinaus nützen würden.

Diese Perspektive betonte auch Johann Senner des Planungsbüros, der mit einer Machbarkeitsstudie als Voraussetzung für eine Bewerbung beauftragt ist, bei der Abschlussveranstaltung im Bürgerhaus Ortenberg. Eine Landesgartenschau könne in der Region neben der Infrastruktur eine wirtschaftliche Entwicklung mit dauerhaften neuen Arbeitsplätzen anstoßen. Er sei überzeugt davon, dass Oberhessen mehr als genügend Potenzial für eine Landesgartenschau habe.

Dazuzählen unter anderem Schlösser, Klosteranlagen und andere historische Gebäude, aber auch Landschaft und Geologie. Berthold Passlack, Stadtrat in Ortenberg, fasste die Idee, die Weite der Region zum Thema zu machen, zu dem Motto zusammen: "Die Landschaft ist der Garten."

Senner erläuterte, dass eine interkommunale Landesgartenschau das Wirgefühl der Region stärken könne. Damit stünden weniger die einzelnen Kommunen im Blickpunkt als die Gesamtheit mit den Unterschieden, aber auch dem Verbindenden. Senner unterstrich, dass Kommunikation für das Projekt unentbehrlich sei. "Es ist wichtig in einer ländlich geprägten Region, dass man den Einzelnen abholt", erläuterte er, dass man nicht darauf warten dürfe, dass Bürger sich von selbst beteiligen.

Der Aktionstag zeigte, dass schon jetzt, sieben Jahre vor einer eventuellen Landesgartenschau, das Interesse der Bürger in der Region groß ist. Sowohl bei den Veranstaltungen in den Kommunen als auch im Plenum im Bürgerhaus Ortenberg äußerten sie Ideen, wie die Region sich weiterentwickeln und durch die Veranstaltung die Infrastruktur gestärkt werden könnte. Darunter waren bodenständige Ideen, wie der Ausbau des Radwegenetzes zwischen den Kommunen, aber auch visionäre bis fantastische Ideen wie eine Seilbahn entlang des Niddertals, die auch zum Schülertransport dienen könnte.

Mehr Fördergelder

"Vor allem die kleineren Kommunen haben erkannt, dass durch die Fördergelder, die im Umfeld einer Landesgartenschau fließen, auch Aufgaben und Projekte angegangen werden können, die dringend notwendig sind, die die Kommunen aber oft aus eigener Kraft nicht finanzieren können", sagt Florian Herrmann, Projektmanager beim Verein Oberhessen. Rita Herche, Ortsvorsteherin von Ranstadt, sieht so eine Möglichkeit zur Sanierung der denkmalgeschützten Gewölbekeller in Dauernheim, die einsturzgefährdet sind. Gederns Erster Stadtrat Herbert Weber wies darauf hin, dass neben den Fördermitteln von 3,5 Millionen Euro zur Ausrichtung einer Landesgartenschau in der Vergangenheit 30 bis 50 Millionen Euro über andere Förderprogramme in die ausrichtenden Regionen geflossen seien.

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