Ortenberg mit Blick ins Niddertal: Auch hier soll die erste interkommunale Landesgartenschau in Hessen stattfinden. FOTO: WFG
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Ortenberg mit Blick ins Niddertal: Auch hier soll die erste interkommunale Landesgartenschau in Hessen stattfinden. FOTO: WFG

Ja zur Landesgartenschau 2027

  • vonred Redaktion
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Wetteraukreis(pm). Der Verein Oberhessen will die Chance nutzen: Elf Kommunen in der Region haben am Dienstagabend parlamentarisch beschlossen, sich gemeinsam für die erste interkommunale Landesgartenschau (LGS) in Hessen 2027 zu bewerben.

Um eine Entscheidungsgrundlage zu bieten, hatte das Büro Planstatt Senner aus Überlingen am Bodensee eine Machbarkeitsstudie erarbeitet und allen Parlamenten vorgestellt. Die Studie analysiert Potenziale und beschreibt Entwicklungsansätze sowie Vorhaben, die dem strategischen Ansatz einer innovativen und nachhaltigen Gartenschau in Oberhessen ein Gesicht geben.

"Wir möchten die Bürger dazu einladen, die Region Oberhessen weiterzudenken und dabei ganz neue Perspektiven für ländliches Leben zu entdecken", sagt Henrike Strauch, Erste Stadträtin in Büdingen und Vorsitzende des Vereins Oberhessen. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie seien nicht in Stein gemeißelt, sie dienten als Leitfaden. Jede Kommune behalte die Planungshoheit bei der Durchführung von Projekten in ihrem Verantwortungsbereich.

Die Finanzierung der LGS im Verbund sei machbar, insbesondere wenn die zu erwartenden hohen Zuschüsse aus Förderprogrammen noch berücksichtigt würden. Gartenschaukommunen würden bei Förderanträgen vom Land Hessen prioritär behandelt. Zudem ergäben sich Synergien aus Projekten, die sich bereits in der Planung oder Umsetzung befinden - etwa die Städtebauförderprogramme "Lebendige Zentren" in Nidda, Ortenberg, Hirzenhain und Gedern.

Laut Bernd-Uwe Domes, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wetterau (WFG), ist es für eine Gesamtbewertung wichtig, die mittel- und unmittelbaren Folgen einer Landesgartenschau zu berücksichtigen. So seien die kommunalen Investitionen nicht nur ökonomisch, sondern auch sozial und ökologisch zu bewerten. "Wir müssen uns fragen: Was bringt die Gartenschau 2027 unserer Region, den Städten und Dörfern, den Bürgern und Vereinen und den hiesigen Betrieben?", fasst Domes das nachhaltige Konzept einer regionalen Schau zusammen.

Die WFG hat, basierend auf Erfahrungen verschiedener Gartenschauen in Deutschland, eine Analyse mit möglichen Besucherzahlen, wirtschaftlichen Effekten sowie langfristigen Rückwirkungen dargelegt. Im Worst-Case-Szenario werde eine Besucherzahl von rund 500 000 prognostiziert, im wahrscheinlichsten Verlauf seien es 600 000. Bei sehr hoher Akzeptanz und starkem überregionalen Interesse könne von bis zu 715 000 Besuchern ausgegangen werden - sofern das Wetter mitspiele. Wichtig seien auch attraktive Kulturprogramme in den Innenstädten und Dörfern sowie Marketingmaßnahmen. "Der Quellmarkt Frankfurt und das Umland dürften hier eine Schlüsselrolle für den Erfolg der LGS einnehmen", sagt Geschäftsführer Klaus Karger.

24 Millionen Euro als Bruttoumsatz

Die LGS Oberhessen 2027 könne zunächst als Investitionsprojekt betrachtet werden, das rund 20 Millionen Euro an öffentlichen Investitionen in den elf Kommunen erfordern werde. Erfahrungsgemäß würden mindestens 40 bis 60 Prozent durch Fördermittel ersetzt. Die Investitionen ermöglichen es, ausgewählte Flächen, Räume und Landschaften aufzuwerten und damit dem bisherigen Format der Gartenschau eine "neue und natürliche Prägung" zu geben. "Das wäre bisher einzigartig in Hessen", ist sich Domes sicher. Die Investitionsphase im Vorfeld der Schau werde in Wirtschaftsbereichen wie Landschafts- und Gartenbau, Bauwesen und Handwerk, aber auch in vor- und nachgelagerten Branchen spürbare regionale Nachfrageimpulse schaffen und so auch zu erhöhten Steuereinnahmen führen.

Während der Gartenschau selbst ergäben sich insbesondere über die Ausgaben der Besucher signifikante Umsätze, vor allem in den Bereichen Handel, Gastronomie, regionale Produktion, Veranstaltungen und Mobilität. Wissenschaftliche Begleitstudien zu verschiedenen Gartenausstellungen gäben Ausgaben von Tages- und Übernachtungsgästen im Schnitt mit 40 Euro pro Person und Tag an, sagt Domes. "Wenn man das mittlere Besucherszenario und die mittleren Konsumausgaben dieser Besucher zugrunde legt, ist eine Umsatzsteigerung in der Zeit der Gartenschau von über 24 Millionen Euro Bruttoumsatz durchaus realistisch." Hinzu kämen weitere Einkommenseffekte durch die Verflechtung mit Zulieferern und Dienstleistern.

Der regionalwirtschaftliche Produktionswert einer LGS in Oberhessen dürfte mindestens in einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag liegen. "Davon wird die Region Oberhessen über Jahrzehnte profitieren", ist Domes überzeugt. "Eine Leitidee für die Gartenschau in Oberhessen, die auf langfristige Entwicklungen, nachhaltige Strategien und gestalterische Qualitäten setzt, ist also nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch ökonomisch äußerst sinnvoll", betonen die Wirtschaftsförderer.

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