Kurze Wege für kurze Beine

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Friedberg(pm). Die Stadt Friedberg plant den Kauf zweier Gebäude im Gewerbegebiet-West. Dort sollen bis zu zwölf Kita-Gruppen eingerichtet werden. Wie die WZ berichtete, geht es um Gebäude der Montessori-Gemeinschaft. Die Linke schreibt nun in einer Pressemitteilung, sie sei als einzige Fraktion in Friedberg gegen diese Pläne. "Eine riesige Kita an diesem eher entlegenen Standort würde zwangsläufig dazu führen, dass die meisten Kinder mit dem Auto gebracht und abgeholt werden. So wird eine Verkehrswende in Friedberg verhindert."

Kleine Kinder könnten nicht jeden Tag lange und komplizierte Wege zurücklegen. Der Standort sei daher nur für einen kleinen Teil der Familien in Friedberg-West gut erreichbar. Die Strecke mit dem Fahrrad zurückzulegen, sei auch schwierig, weil es in Friedberg keine kindersicheren Radwege gebe, kritisiert die Linke. "Und eine An- und Abreise mit Bus und Kindergartenkind dauert mindestens eineinhalb Stunden am Tag. Das wollen wir berufstätigen Eltern nicht zumuten", schreibt die Partei weiter.

Kitas und die Klimakatastrophe

Eine zukunftsfähige Stadtplanung ermögliche es, Aufgaben des alltäglichen Bedarfs wohnortnah und fußläufig zu erledigen. So könne die Verkehrswende gefördert und die Klimakatastrophe verlangsamt werden. Die Errichtung einer Groß-Kita außerhalb von Wohngebieten sei das Gegenteil zukunftsfähiger Stadtplanung. Deshalb lehne die Linke diese Pläne ab. "Für eine Container-Kita, die nur wenige Jahre in Betrieb ist, könnten wir einen solchen Standort akzeptieren. Aber nicht für Jahrzehnte."

Bei einem Verzicht auf dieses Projekt müsse wahrscheinlich die Kita Taunusstraße gebaut werden, um den Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken. Dabei würden auch ein paar Hundert Quadratmeter Ackerland in Friedberg-West überbaut. Die Linke setze sich stark dafür ein, weitere Flächenversiegelungen zu verhindern, sagt Fraktionsvorsitzender Sven Weiberg. "Deshalb sind wir z. B. als einzige für eine höhere Bebauungsdichte auf dem Kasernengelände. So lassen sich viele Hektar Fläche vor der Versiegelung bewahren. Wir sind gespannt, ob die anderen Fraktionen uns da unterstützen. Auch bei der Kita Taunusstraße sehen wir den Flächenverlust als Problem. Aber er ist aus unserer Sicht das kleinere Übel."

Auch pädagogische Gründe sprächen für eine wohnortnahe Betreuung. Es sei besser für den Nachwuchs, wenn er die Kinder, mit denen er im Kindergarten spiele, auch außerhalb der Betreuung treffen könne, etwa auf dem Spielplatz um die Ecke. "Und es ist besser für Gesundheit und Entwicklung des Kindes, wenn es die Kita aus eigener Kraft erreichen kann."

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