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Das ist Teil der Videoarbeit von Malte Lück, bei der ein weiß gekleideter Mann zusammengekrümmt, einem Embryo gleich, auf dem Boden liegt. Am Sonntag ist dies und mehr in der evangelischen Kirche in Glauburg zu sehen.

»Kunst in Kirchen« endet

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Wetteraukreis (pdw). »Kunst in Kirchen« in der Wetterau geht seinem Ende entgegen. Am kommenden Samstag, 9. Oktober, um 19 Uhr findet die Abschlussveranstaltung des Kunstprojektes in der evangelischen Kirche in Glauburg-Glauberg statt. Am Sonntag, 10. Oktober, öffnen dann die beteiligten Kirchen zum letzten Mal ihre Pforten, um die Werke von Künstlerinnen und Künstlern zu zeigen, die über einen Zeitraum von fünf Wochen fünf Kirchen entlang der Bonifatius-Route zu Kunsträumen gestaltet haben.

Motto war dabei »Hinschauen«.

Einer der ausstellenden Künstler ist Malte Lück, der seine Videoinstallation derzeit in der evangelischen Kirche zu Glauberg zeigt. Da gehört neben dem Hinschauen auch das Hinhören dazu. Denn das, was man als erstes hört, wenn man den Kirchenraum betritt, ist ein sich regelmäßig und stetig wiederholender metallener Klang.

Viele Besucher interessiert

Er ist Teil der Videoarbeit, bei der ein weiß gekleideter Mann zusammengekrümmt, einem Embryo gleich, auf dem Boden liegt. Seine Hände verschwinden in zwei Öffnungen seines weißen Overalls - dort befindet sich auch die Quelle des Klangs.

Malte Lück, der Mann in weißem Overall, ist bekannt für seine Performances und seine installativen Arbeiten, die er häufig im kirchlichen Raum realisiert. »Wie können wir etwas in die Welt setzen, das dann von selbst Früchte trägt? Das ist eine der Fragestellungen, die seinem Beitrag für Kunst in Kirchen und seiner Arbeit generell zugrunde liegt und die Möglichkeit der Einflussnahme auf gesellschaftliche und natürlich auch individuelle Prozesse durch künstlerische Produktion auslotet, erklärt Kurator Joachim Albert.

Neben der Videoinstallation zeigt der Künstler flankierende Zeichnungen und eine Bronze, die namensgebend für das Projekt ist, nämlich Erzherzhände.

Landrat Jan Weckler zieht ein positives Resümee des renommierten Kunstprojektes, das in den katholischen Kirchen in Altenstadt und Düdelsheim und den evangelischen Kirchen Glauberg, Düdelsheim und Staden viele Kunstinteressierte in die Kirchen gelockt und viele Kirchenbesucherinnen und Kirchenbesucher mit zeitgenössischer Kunst konfrontiert hat.

In Altenstadt zeigten Dorthe Goeden und Verena Freyschmidt vier hinterleuchtete Glasobjekte. In der katholischen Kirche in Düdelsheim stellte Eberhard Ross seine großformatigen Arbeiten vor, bei denen er sich von der Musik von Keith Jarrett inspirieren ließ. Sebastian Scheid war der Künstler, der den Wetteraukreis bei dem Projekt vertrat. Der Keramiker arbeitet seit vielen Jahren in Düdelsheim und hat dort in der evangelischen Kirche ausgestellt.

Hinschauen und Hand anlegen

Hinschauen und Hand anlegen soll man auch bei dem Kunstprojekt von fünf Schülern der Johann-Peter-Schäfer-Schule, Schule für Blinde und Sehbehinderte, in Friedberg. Die fünf Schüler haben ein Mosaik, bestehend aus 25 Quadraten mit farbigen Steinen geschaffen ( die WZ berichtete ). und wollen mit dem Erleben von Kunst mit dazu beitragen, Barrieren im zwischenmenschlichen Leben zu überwinden und inklusives Denken voranzubringen.

Im Rahmen des Programms fanden auch drei Wanderungen von und zwischen den Kirchen statt.

Am Samstag endet das Programm mit einem Konzert des Bonifatius-Ensembles Lißberg. Dabei werden Chor- und Solostücke unter der Leitung von Kurt Racky aus acht Jahrhunderten teilweise mit historischen Vorläufern der Drehleier begleitet. Das Bonifatius-Ensemble besteht in wechselnder Besetzung aus Solistinnen und Solisten des Singkreises Lißberg bis hin zum Gesamtchor.

Das Bonifatius-Ensemble besteht in wechselnder Besetzung aus Solistinnen und Solisten des Singkreises Lißberg.

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