Die Gründungsmitglieder des somalischen Vereins SDOW im Wetteraukreis. FOTO: PRW
+
Die Gründungsmitglieder des somalischen Vereins SDOW im Wetteraukreis. FOTO: PRW

Kulturelle Brücken bauen

  • vonred Redaktion
    schließen

Wetteraukreis(prw). Die Wetterau hat seit diesem Sommer einen Kulturverein, der sich für die Belange von Somalierinnen und Somaliern in der Region einsetzt. Der Verein möchte Kindern mit somalischem Hintergrund die Sprache vermitteln, Somalierinnen und Somalier in allen Lebenslagen unterstützen und vor allem mit Wetterauerinnen und Wetterauern in Kontakt kommen. Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch begrüßt die Vereinsgründung.

Einen Verein ins Leben zu rufen ist mit großem bürokratischen Aufwand verbunden und nicht ganz einfach - erst recht, wenn man nicht in Deutschland aufgewachsen ist. Die Gründungsmitglieder des Vereins SDOW haben diesen Aufwand auf sich genommen und mithilfe einer professionellen Vereinsberatung jede Hürde gemeistert.

Konflikte im Herkunftsland

SDOW - das steht für Som-Deutsche Organisation Wetter-aukreis und ist nicht zufällig gewählt: "Wir möchten mit unserem Namen zeigen, dass alle in unserem Verein willkommen sind", so Hassan Ali Muumin und Ubah Mohamud Diiriye, der erste und die zweite Vorsitzende des Vereins.

Dass es sich dabei um etwas Besonderes handelt, zeigt ein Blick auf die politische Situation des Landes: Dort gibt es seit vielen Jahren immer wieder Konflikte, oft zwischen Angehörigen unterschiedlicher Ethnien, Clans oder zwischen Menschen aus unterschiedlichen Regionen.

Doch SDOW will durch gemeinsame Projekte Brücken bauen, alle mitnehmen und hat sich dafür viel vorgenommen: Kinder der hier lebenden Somalier sollen etwa Unterricht in ihrer Muttersprache und einen Einblick in die Kultur der alten Heimat bekommen, andererseits will man sich gegenseitig bei alltäglichen und spezifischen Problemen, die in der neuen Heimat entstehen können, unterstützen. Der zweiten Vorsitzenden Ubah Mohamud Diiriye ist dabei vor allem die Situation der somalischen Frauen in der Wetterau besonders wichtig. Nicht zuletzt möchte sich der Verein mit anderen Wetterauerinnen und Wetterauern vernetzen. Zum Beispiel durch gemeinsames Kochen auf Festen, durch sportliche Freundschaftsspiele, Beteiligung an Veranstaltungen in der Wetterau und weiteren Projekten. Den Wunsch, einen Verein zu gründen, hatten die Gründungsmitglieder schon lange. Erste Informationen gab eine Veranstaltung des "Hessischen Kompetenzzentrums Vielfalt - Migrantenorganisationen" im vergangenen Winter in Friedberg, die vom Wetteraukreis in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz KV Friedberg organisiert worden war. Dort schulte der Vereinsberater Florian Brechtel interessierte Migrantinnen und Migranten, wie man einen Verein in Deutschland gründet. Von ihm gab es im Anschluss dann für die somalische Gruppe zusätzlich ein individuelles Coaching, sodass der Verein inzwischen offiziell im Vereinsregister eingetragen steht.

Wichtiger Beitrag für die Gesellschaft

Wie wichtig die Förderung von Migrantenselbstorganisationen ist, weiß auch die erste Kreisbeigeordnete Becker-Bösch: "Migrantenorganisationen leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Sie können gerade im Bereich Kultur und Integration ein ganz wichtiger Partner sein. Denn sie können Zugang zu unterschiedlichen Communities ermöglichen, der sonst schwieriger zu erreichen wäre." Daher freue es sie, dass es mit SDOW einen weiteren Verein in der Wetterau gebe, "der den interkulturellen Dialog unterstützt und somit auch den Zusammenhalt in der Gesellschaft fördert".

Wer selbst eine Migranten-organisation im Wetteraukreis gründen möchte und Unterstützung sucht, kann sich informieren per E-Mail an vielfalt@wetteraukreis.de oder unter https://www.kompetenz- zentrum-vielfalt-hessen.de/migrantenorganisationen/.

Bis es offizielle Kontaktdaten gibt, ist der Verein SDOW zu erreichen über Susanne Polak im DRK, E-Mail: susanne.polak@drk-friedberg.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare