Burg Münzenberg ist das Wahrzeichen der Wetterau und touristischer Leuchtturm. WZ-Leserin Christine Heumüller hat die Burg, mit der der Kreis stärker werben will, kürzlich bei Sonnenuntergang fotografiert. 	FOTO: PV
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Burg Münzenberg ist das Wahrzeichen der Wetterau und touristischer Leuchtturm. WZ-Leserin Christine Heumüller hat die Burg, mit der der Kreis stärker werben will, kürzlich bei Sonnenuntergang fotografiert. FOTO: PV

Kultur, Geschichte, Gesundheit

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Wetteraukreis (prw). Gemeinsam geht es bessser - auch in Sachen Tourismus. Da die Wetterau sozusagen vor den Toren Frankfurts liegt, möchte sich der Kreis mehr an der Mainmetropole orientieren. Zusätzlich sollen Stärken von Bad Nauheim, Bad Vilbel und Bad Salzhausen genutzt werden. Das ist das Ergebnis eines Standortmarketing- und Tourismuskonzeptes, über das der Kreistag am 1. Juli entscheiden wird. In Sachen Tourismus gibt es allerdings noch Luft nach oben.

Blick auf Nachbarstädte

Der Kreistag hat vor etwa zwei Jahren den Auftrag für die Erarbeitung eines touristischen Konzepts gegeben. In zahlreichen Gesprächen mit Nachbarregionen sei geprüft worden, wie und mit wem eine künftige Kooperation sinnvoll und möglich sein könne. Grundlage dafür ist der sogenannte tourismuspolitische Handlungsrahmen des Landes Hessen (TPH). Man möchte sich gemeinsam mit anderen Städten und Landkreisen in der Rhein-Main-Region zu einer gemeinsamen Destination zusammenschließen.

Der TPH legt allerdings klare Regeln fest. Um eine sogenannte Destination bilden zu können, müssen beispielsweise mindestens 1,5 Millionen Übernachtungen nachgewiesen werden, ein Gesamtbudget von mindestens 800 000 Euro plus mindestens 350 000 Euro eigenes Budget für Marketing beziehungsweise Maßnahmen sowie mindestens 15 000 Gästebetten und 10 Millionen Tagesreisen. Diese Kriterien könne der Wetteraukreis alleine nicht erfüllen, sagte Landrat Jan Weckler. Aber auch die Kooperation mit einzelnen Nachbarkreisen reiche nicht zur Erfüllung der Vorgaben. »Diese müssen wir aber zwingend erfüllen, weil sonst auch die Gefahr besteht, dass uns Fördermittel für den ländlichen Raum verloren gehen.« Die Region könne daher touristisch nur in einer größeren Einheit bestehen. Es habe bereits zahlreiche Gespräche mit dem Frankfurter Oberbürgermeister und benachbarten Landräten gegeben. Ein Jahr lang hat eine bundesweit tätige Tourismusberatungsgesellschaft zusammen mit Fachleuten vor Ort an der Tourismuskonzeption für den Wetteraukreis gearbeitet.

Luft nach oben bei Übernachtungen

Tourismusdezernent Matthias Walther hat das Konzept vor einigen Wochen schon Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, Kommunalvertretungen und Tourismusexperten vorgestellt.

Ziel war es, eine große Linie zu entwerfen, was man touristisch erreichen will.

Die Verantwortlichen erarbeiten die Tourismuskonzeption aber nicht nur für die Gäste von außerhalb. Die wichtigsten Gäste seien die Wetterauer selbst. Sie profitieren direkt und indirekt von den touristischen Angeboten. Etwa auch, indem die Infrastruktur erhalten oder neu aufgebaut wird«, betont Kreisbeigeordneter Matthias Walther.

Es gibt allerdings einen Wermutstropfen. Der Wetteraukreis profitiere nach eigenen Angaben derzeit weniger von den positiven Entwicklungen im Tourismus als andere Landkreise.

Zwar sei die Bettenauslastung relativ hoch und auch die Aufenthaltsdauer sei, verglichen mit anderen Landkreisen, deutlich höher, die Übernachtungszahlen und die Wertschöpfung im Bereich Tourismus könnten allerdings höher sein. Hier gebe es noch Luft nach oben, heißt es vonseiten des Kreises.

Es gibt Themen, mit denen könne die Wetterau in Sachen Tourismus klar punkten: Kultur und Geschichte, Genuss und Regional sowie Gesundheit. Bei Letzterem soll vor allem verstärkt mit Bad Nauheim, Bad Salzhausen und Bad Vilbel zusammengearbeitet werden. Bis zum Jahr 2030, so die Vision des Standortmarketing- und Tourismuskonzeptes, soll der Wetteraukreis der attraktivste Lebens-, Erholungs- und Freizeitraum für die Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main werden.

Auf rund 350 Millionen Euro wird der Umsatz im Tourismus in der Wetterau geschätzt. Das habe das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr an der Universität München für den Wetteraukreis errechnet.

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