Anfang Mai werden die Parzellen übergeben.	FOTO: PV
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Anfang Mai werden die Parzellen übergeben. FOTO: PV

Für Kürbis, Kohl und Kopfsalat

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Friedberg (pm). »Die große Nachfrage im ersten Jahr unseres Bestehens hat uns überrascht und erfreut«, sagt Lara Göhring, die mit ihrem Mann in Ockstadt einen Demeter-Hof und seit 2020 einen tegut-Saisongarten am Rande des Dorfes betreibt. »Damit hätten wir so nicht gerechnet, zumal es in Fauerbach schon seit Jahren einen weiteren Saisongarten gibt.«

Auch dort habe sich die Nachfrage im Jahr der Corona-Pandemie merklich gesteigert, stellt Peter Klingmann, Inhaber des Fauerbacher Hofs und Betreiber des Saisongartens in Fauerbach, fest: »Wir haben Ende März spontan entschieden, unser Angebot von den ursprünglich geplanten 30 auf 40 Parzellen aufzustocken und Saatgut und Bio-Gemüsepflanzen nachgeordert.« Den Saisongarten in Fauerbach gibt es seit 2005, gestartet wurde damals mit acht Parzellen.

»Es gibt vielfältige Gründe, eigenes Gemüse in einem Garten auf Zeit anzubauen«, ergänzt Michaela Schremmer, die am Standort Fauerbach einige organisatorische Aufgaben rund um den Saisongarten übernommen hat. In diesem Jahr sei die Versorgungssicherheit dazugekommen, nachdem im Frühjahr klar geworden war, wie sehr man in Deutschland trotz ausreichender Ackerflächen auf Gemüse aus dem europäischen Ausland und auf Erntehelfer aus Osteuropa angewiesen sei. Dazukam der Faktor Zeit: Viele Pächterinnen und Pächter hatten in diesem Jahr viel mehr davon, Urlaube und viele Freizeitaktivitäten fielen weg, gearbeitet wurde aus dem Homeoffice. »Die Gartenarbeit ist erfüllend, und auf dem guten Boden wächst das Gemüse viel besser als im eigenen Garten«, lautete die Rückmeldung der Saisongärtner. Man weiß, wo das Gemüse herkommt, man ernährt sich automatisch gesünder - und frischer kommen Salat, Möhren, Kartoffeln und Co. niemals auf den Teller.

Die Altersspanne der Pächterinnen und Pächter reicht von 17 bis 80 Jahre. Auch viele Familien sind dabei, die ihren Kindern den Wert von Lebensmitteln und das Wissen um die Vielfalt näherbringen möchten. Dazukommt das Gemeinschaftsgefühl auf dem Acker, wie eine Pächterin aus Ockstadt berichtet: »Immer ist jemand auf dem Feld, wir tauschen uns hier nicht nur über den Gemüseanbau aus.« Auch das war im Jahr der Kontaktsperre eine willkommene Abwechslung, denn der Mindestabstand bleibt auf dem Gemüseacker gewahrt.

Über 20 Sorten Salat und Gemüse

Wer Interesse hat, für die kommende Saison ein Stück Saisongarten in Ockstadt oder Fauerbach zu pachten, muss sich ranhalten. »Viele diesjährige Pächterinnen und Pächter haben sich direkt wieder für 2021 angemeldet«, berichten Lara Göhring und Peter Klingmann übereinstimmend. Noch sind an beiden Standorten ein paar Parzellen frei.

Und so funktioniert ein Saisongarten: Anfang Mai werden die Ackerparzellen übergeben, gesät und gepflanzt sind dann über 20 Gemüse- und Salatsorten. Verwendet werden ausschließlich Bio-Saatgut und Bio-Pflanzen. Das Angebot reicht von Kartoffeln, Kürbis und Zucchini über Bohnen, Möhren, Fenchel und verschiedene Kohlsorten bis Petersilie, Rucola und Kopfsalat. Außerdem sind Gartenwerkzeuge, Wasser und jede Menge Tipps zur Gartenpflege inklusive. Eine 40-Quadratmeter-Parzelle, die eine vierköpfige Familie über die Saison mit frischem Gemüse versorgt, kostet 160 Euro. Weitere Informationen gibt es unter www.saisongarten-friedberg.de.

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