Kritik an geplanter Schließung der Jugendarrestanstalt

Friedberg (lk/pm). Die geplante Schließung der Jugendarrestanstalt (JAA) in Friedberg ist für die Wetterauer Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl (SPD) "unverständlich". Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) hatte das Vorhaben im Mai angekündigt (die WZ berichtete).

Gnadl kritisiert den Schritt und stellt sich damit an die Seite des Anstaltsbeirats, der sich für den Erhalt der Einrichtung einsetzt. Grund der geplanten Schließung ist der Ausbau der Jugendarrestanstalt in Gelnhausen. Die Kapazität dort soll von 50 auf 74 Plätze gesteigert werden, die 60 Plätze in Friedberg sollen bis Sommer 2012 entfallen. Er halte die Kapazität in Gelnhausen für ausreichend, derzeit gebe es keine Wartezeiten und auch nicht so großen Bedarf wie 2008, als die Arrestanstalt in Friedberg geschaffen wurde, begründete Jörg-Uwe Hahn den Schritt im Mai dieses Jahres. Wie der Bau im Anschluss der Schließung genutzt werde, sei noch unklar. Lisa Gnadl kritisiert diese Entscheidung und weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag bereits in einem Berichtsantrag beim Justizministerium um eine Erläuterung für die geplante Schließung nachgesucht habe. Auch der Neubau auf dem Gelände in Gelnhausen, die dortige Erweiterung um 24 Plätze, gebe wenig Sinn. Begründung: Da in Friedberg bereits 60 Plätze zur Verfügung stünden, wäre an diesem Standort ein Ausbau wesentlich sinnvoller gewesen, meint Gnadl. "Die Umwandlung der JVA Friedberg in eine Jugendarrestanstalt war im Jahr 2008 mit erheblichen Kosten verbunden", erinnert die Landtagsabgeordnete, "die künftige Nutzung ist völlig ungeklärt.

" Nach ihrer Information seien die Justizmitarbeiter in Friedberg nicht über die geplante Schließung informiert gewesen. Neben Vollzugsdienst und Sozialdienst seien auch psychologischer Dienst, medizinische Versorgung und Seelsorge betroffen.

Gnadls Fazit: "Die Ankündigung des Justizministers ist wenig durchdacht und wirtschaftlich nicht sinnvoll. Ich kann aus der Reduzierung von 110 auf 75 Arrestplätze nur schließen, dass sich die Hessische Landesregierung von der Einführung eines Warnschussarrestes wieder langsam verabschiedet."

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