Die Zahl der Einbrüche geht seit Jahren zurück. Seit 2012 hat sie sich halbiert.
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Die Zahl der Einbrüche geht seit Jahren zurück. Seit 2012 hat sie sich halbiert.

Kriminalstatistik

Kriminalstatistik für die Wetterau: Einbrecher bleiben zu Hause

  • David Heßler
    vonDavid Heßler
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Wie die Statistik wohl im nächsten Jahr aussehen wird? 2019 jedenfalls waren Diebe in der Wetterau so untätig wie noch nie. Das geht aus der aktuellen Kriminalstatistik hervor.

Mord und Totschlag : Bei 17 sogenannten Straftaten gegen das Leben ermittelte die Polizei; einmal wegen Mordes, in acht Fällen wegen Totschlag und ebenfalls achtmal wegen fahrlässiger Tötung. Bis auf einen konnten alle Fälle aufgeklärt werden; etwa auch der mutmaßliche Mordversuch einer Krankenschwester der Kerckhoff-Klinik an ihren Kollegen. Generell ist die Aufklärungsquote bei Gewaltverbrechen hoch. Von 401 Taten wurden 87 Prozent aufgeklärt.

Raub : Wie im Vorjahr gab es im vergangenen Jahr lediglich 53 Raubstraftaten - 2011 waren es noch 128 gewesen. 34 Überfälle, wie auf Geldinstitute, Tankstellen oder Taxifahrer, konnten aufgeklärt werden

Körperverletzung : Die Zahl der registrierten Fälle sank leicht auf 1117. In 107 Fällen konnten die Täter nicht ermittelt werden.

Diebstähle: Seit dem Jahr 2016 ist bei Diebstahlsdelikte ein stetiger Rückgang zu verzeichnen. 2019 gab es 3138 (minus 528 oder 14,8 Prozent) Die Aufklärungsquote stieg auf 30,5 Prozent. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 5290 Diebstähle gewesen.

Einbrüche : Die Zahl der Wohnungseinbrüche (352) sinkt seit Jahren. Im Verhältnis zu 2012 wurde sie fast halbiert. Die Polizei führt das auf die verstärkten Kontrollen und Präventionsmaßnahmen zurück. Der Druck auf professionelle Banden aus Osteuropa sei groß. Es gebe aber auch Einbrecher aus der Region - für ihre Jagd wurde eigens eine Arbeitsgruppe gegründet, nachdem Anfang 2019 ein Serieneinbrecher (18 Taten in der Wetterau, acht im Main-Kinzig-Kreis) geplaudert und Kollegen verpfiffen hatte. Unter anderem deshalb gab es auch 56 Fälle mehr als im Vorjahr.

Sachbeschädigung : Bei 1.279 Fällen (plus 34) gab es in etwa so viele wie im Vorjahr. Auffallend ist der Anstieg bei zerkratzten Autos (von 573 auf 687 Fälle). Alleine 139 Fälle wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizei Bad Vilbel zur Anzeige gebracht, oft nach größeren öffentlichen Feiern.

Enkeltrick und Co. : Mit 2545 erfassten Fällen bewegten sich die Vermögens- und Fälschungsdelikte auch 2019 auf hohem Niveau. Angebliche Enkel oder falsche Polizeibeamter erleichtern noch immer Senioren um ihr Erspartes. Steigende Zahlen gibt es auch beim Warenkreditbetrug, zum Beispiel Online-Bestellungen, die nie ankommen.

Rauschgift : Das Rauschgiftkommissariat ermittelte seit 2017 gegen mehrere Dealer aus der Wetterau und dem Landkreis Gießen; Ende 2019 erfolgte der Zugriff: Über 40 Objekte in Mittelhessen und darüber hinaus wurden durchsucht, acht Haftbefehle vollstreckt, sieben Personen vorläufig festgenommen. Die Polizei entdeckte zwei Cannabisplantagen in Ronneburg und Mecklenburg-Vorpommern, eine Maschinenpistole, etliche Drogen, ein Boot, teuren Schmuck, einen Ferrari und rund eine Viertelmillion Euro Bargeld. Und: Einen Drogentoten verzeichnet die Statistik für 2019.

Widerstand : Die Zahl der Strafanzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte hat sich nach einer Gesetzesänderung im Jahr 2017 verdoppelt. Seitdem werden auch Delikte erfasst, bei denen Polizisten bei Streifenfahrten oder Unfallaufnahmen angegriffen wurden. 49 Mal wurden Polizisten im vergangenen Jahr derart angegangen, dass dies eine Anzeige nach sich zog.

Gesamtzahl : Insgesamt ist seit 2016 ist ein leichter, aber stetiger Rückgang der Straftaten zu verzeichnen. 2019 wurden 10 624 Straftaten registriert (minus 474). Die Aufklärungsquote wurde von 60,3 auf 62,5 Prozent gesteigert.

Kriminalstatistik Wetterau: Im Vergleich

Der Wetteraukreis hatte zum Stichtag 305 547 Einwohner, daraus ergibt sich eine Häufigkeitszahl von 3477 Straftaten pro 100 000 Einwohnern (2018: 3635 Straftaten). Im Vergleich zur Häufigkeitszahl des Polizeipräsidiums Mittelhessen (4280) und der in ganz Hessen (5823) liegt der Wetteraukreis deutlich darunter.

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