Auch die Wetterau hinkt bei der "digitalen Schule" hinterher, finden Kreiselternbeirat und Kreisschülerrat. SYMBOLFOTO: DPA
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Auch die Wetterau hinkt bei der "digitalen Schule" hinterher, finden Kreiselternbeirat und Kreisschülerrat. SYMBOLFOTO: DPA

Kreiselternbeirat: Digitalpakt reicht nicht aus

  • vonred Redaktion
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Wetteraukreis(pm). Der nun vom Bundesrat beschlossene "Digitalpakt Schule" sieht eine finanzielle Unterstützung der Länder von fünf Milliarden Euro für den Ausbau der digitalen Infrastruktur an den Schulen im Zeitraum von 2019 bis 2024 vor. Der Wetteraukreis erhält nach eigener Darstellung rund 19,5 Millionen Euro. Kreiselternbeirat und Kreisschülerrat verbinden mit dem Startschuss die Hoffnung auf einen beschleunigten Weg der Schulen in die digitale Zukunft. Dennoch sei der Digitalpakt bloß ein "Tropfen auf den heißen Stein".

Wie Thomas Seeling (Vorsitzender des Kreiselternbeirats) und René Uhlig (Vorsitzender des Kreisschülerrates) in einer Pressemitteilung schreiben, werde in einer fortschreitend digitalisierten Welt die Vermittlung digitaler Kompetenzen mit adäquatem Equipment auch im Schulunterricht immer dringlicher. Nach eigener Darstellung stehe der Wetteraukreis gegenüber anderen Schulträgern hier bereits sehr gut da. "Hierin sehen wir jedoch einen Vergleich auf niedrigem Niveau", sagen die Vertreter der Eltern und Schüler. Setze man die Ausstattung der Wetterauer Schulen ins Verhältnis zu den künftigen digitalen Anforderungen im Berufsleben oder der aktuellen privaten Lebenswelt der Schüler, werde der tatsächliche Nachholbedarf deutlicher.

Der mit großem öffentlichem Aufwand propagierte Digitalpakt reiche bei Weitem nicht aus, sagt Seeling. "Gefördert wird der Aufbau einer Basisinfrastruktur, die eigentlich in einem modernen Bildungswesen selbstverständlich sein sollte." Umgerechnet auf die einzelnen Schulen und die fünfjährige Laufzeit des Programms bleiben von den fünf Milliarden Euro gerade einmal etwas über 100 Euro pro Schüler und Jahr übrig. Unberücksichtigt bleibe in dieser Summe der langfristige Unterhalt der Technik über den Digitalpakt hinaus und die Entwicklung der notwendigen digitalen Konzepte an den Schulen.

Medienkonzept von jeder Schule

Für die Beantragung der Mittel muss jede Schule ein Medienkonzept vorlegen. "Unsere Forderung ist, dass schon hier eine besondere Förderung der Schulen ansetzen muss. Für die Entwicklung der pädagogischen Konzepte braucht es eine digital kompetente Lehrerschaft und auch die Zeit für den Entwicklungs- und Abstimmungsprozess an den Schulen." Erforderlich sei die Aus- und Weiterbildung aller Lehrkräfte und die Ausstattung der Schulen mit ausreichenden Lehrerstunden. Die digitale Bildung müsse im Lehrplan mit separat ausgewiesenen Schulstunden verankert werden.

Die Unterzeichner halten ein Basiskonzept für sinnvoll, das die Antragsbedingungen hinreichend erfüllt und auf das alle Wetterauer Schulen zurückgreifen können. Der Aufwand für Entwicklung und Prüfung von hundert einzelnen Schulkonzepten ließe sich so erheblich verringern.

An verschiedenen Schulen seien zudem bereits zukunftsweisende Projekte durchgeführt worden, etwa Laptop- oder Tablet-Klassen. Die dabei gewonnenen Erfahrungen könnten im Basiskonzept allen Schulen zur Verfügung gestellt werden.

Neben der digitalen Erstausstattung der Schulen müsse die langfristige technische Betreuung der lokalen IT-Systeme gesichert sein, fordern Kreiselternbeirat und Kreisschülerrat. "In der Wirtschaft wird von einem Betreuungsschlüssel von circa einer Fachkraft für 100 Geräte ausgegangen. Die Realität im Wetteraukreis und an den Schulen ist oft eine andere. Vieles hängt auch hier am Engagement einzelner Lehrkräfte." Ein Ausbau der zentralen IT-Pflege durch den Wetteraukreis als Schulträger und damit einhergehend eine Entlastung des pädagogischen Personals an den Schulen sei sinnvoll.

Seeling: "Der Digitalpakt ist ein erster Schritt zum Ausbau der digitalen Infrastruktur. Dieser erste Schritt muss jetzt zügig gegangen werden und die nächsten Schritte sollten schnell folgen."

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