2018 brennt es bei Limeshain auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern. FOTOS: PRW
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2018 brennt es bei Limeshain auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern. FOTOS: PRW

Zweithöchste Warnstufe

Kreisbrandinspektor: So groß ist die Waldbrandgefahr im Wetteraukreis

  • vonred Redaktion
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Wie sich die Wetterauer Feuerwehren auf einen Waldbrand vorbereiten, erklärt Kreisbrandinspektor Lars Henrich im Interview.

Herr Henrich, wie sehen Sie die Gefährdung für den Wetteraukreis aktuell?

Der Waldbrandindex des Deutschen Wetterdienstes ist maßgeblich für die Gefährdungseinschätzung. Wir haben momentan die zweithöchste Warnstufe, also ist die Gefahr sehr hoch. Tendenziell wird sie, bei den steigenden Temperaturen zum Wochenende, noch zunehmen. Parallel dazu bekommen wir in den Sommermonaten noch aktuelle Einschätzungen aus dem Umweltministerium.

Wie haben sich die fehlenden Niederschläge in den vergangenen Monaten darauf ausgewirkt?

Die anhaltende Trockenheit trägt natürlich auch zur Erhöhung der Waldbrandgefahr bei. Die Entstehung von Flächenbränden wird damit erhöht.

Wie gehen Sie mit den Informationen um, die Sie vom Wetterdienst und dem Ministerium erhalten?

Ich leite sie an die kommunalen Feuerwehren und die Ordnungsämter weiter. Die entscheiden über die Genehmigung zur Verbrennung von Astschnitt- und Gartenabfällen. Das kann im Rahmen der örtlichen Gefahrenabwehr untersagt werden. Aktuell ist das beispielsweise der Fall.

Wodurch entstehen Waldbrände bei uns?

Im Wesentlichen werden Waldbrände durch fahrlässiges Verhalten verursacht. Oft sind es Lagerfeuer im Wald, die einen Brand verursachen oder aber auch weggeworfene Glasscherben. Das kann jedoch verhindert werden, wenn jeder umsichtig durch die Waldgebiete geht. Heißt: Keinen Müll dort hinterlassen - vor allem kein Glas - und private oder gesellschaftliche Zusammenkünfte sollten auch besser in den eigenen Garten verlegt werden.

Wie sind die Feuerwehren im Wetteraukreis auf Waldbrände vorbereitet?

Der Wetteraukreis ist kein klassisches Waldbrandgebiet, wie etwa Niedersachsen oder Brandenburg. Unsere Feuerwehren verfügen über eine Standardausstattung. Das heißt, neben den Wassertanks der Löschfahrzeuge besitzen diese noch spezielle Schläuche und Strahlrohre, die höheren Druck erzeugen und für die Waldbrandbekämpfung geeignet sind.

Wie viel Wasser kann so ein Fahrzeug fassen?

Zur Standardausstattung gehören Fahrzeuge mit einem Tankvolumen von 750 Litern. Das sind Fahrzeuge, die auch bei kleineren Feuerwehren vorhanden sind. Die Großtanklöschfahrzeuge verfügen über ein Tankvolumen mit 4000 Litern.

Wie reagieren die Feuerwehren hier, wenn es zu einem großen Waldbrand kommt?

Bei höheren Waldbrandstufen kontrolliert Hessenforst schon einmal die Befahrbarkeit der Forstwege für die Feuerwehr. Auf sogenannten Waldbrandkarten sind außerdem Anfahrtstrecken, Wasserentnahmestellen sowie Tümpel und Teiche verzeichnet. In der Alarm- und Ausrückeordnung gibt es schließlich die zwei unterschiedlichen Stufen "Waldbrand groß" und "Waldbrand klein". Danach richtet sich, wer zur Waldbrandbekämpfung gerufen wird. Darüber hinaus gibt es auch eine kreisweite Planung, in der Löschfahrzeuge aus mehreren Kommunen zusammengezogen werden können. Ein Pendelverkehr stellt dabei die Versorgung mit Löschwasser sicher.

Wie genau funktioniert das?

Jede Feuerwehr hat dafür sogenannte Faltbehälter, die immer wieder gefüllt werden. Von dort aus wird das Wasser dann abgepumpt. Die Behälter fassen zwischen 1000 bis 10 000 Liter. In einigen Feuerwehren in Hessen gibt es auch Behälter mit bis zu 35 000 Litern Fassungsvermögen. Diese sind zur Brandbekämpfung von der Luft aus geeignet. Solche Behälter würde man sich auch besorgen, wenn es zu einem größeren Waldbrandgeschehen kommen würde.

Wie sähe solch ein Einsatz aus?

Bei einem größeren Waldbrand würde uns die Fliegerstaffel der Hessischen Polizei unterstützen. Deren Hubschrauber sind so ausgestattet, dass sie die sogenannten Bambi Buckets tragen können. Das sind Wasserbehälter, die am Hubschrauber hängen. Die können bis zu 2000 Liter Wasser während des Fluges fassen. Die Behälter werden in der Regel während des Fluges an offenen Gewässern wie Seen befüllt. Aber dort, wo das nicht möglich ist, kommen diese Großbehälter der Feuerwehr zum Einsatz.

Gab es im Kreis schon jemals einen größeren Waldbrand?

Dieses Jahr hatten wir glücklicherweise noch keinen Waldbrand. Im Jahr 2018 hatten wir einen Brand bei Limeshain auf einer etwa 2000 Quadratmeter großen Fläche. Das ist aber noch immer kein großer Waldbrand. Wir haben aber auch das Glück, dass wir hier relativ wenig reinen Nadelwald haben, der ja besonders anfällig ist.

Dennoch gibt es Probleme mit den Wäldern.

Richtig. In den Wäldern gibt es viele abgestorbene Bäume und sogenanntes Totholz. Das erhöht die Waldbrandgefahr natürlich noch einmal zusätzlich.

Fühlen Sie sich auf einen Waldbrand gut vorbereitet?

Ja, wir sind gut vorbereitet. Sowohl seitens des Wetteraukreises als auch der kommunalen Feuerwehren. Wir haben in den vergangenen Jahren immer mehr auch in Richtung Waldbrandbekämpfung geplant und auch die entsprechende Ausstattung beschafft. Zudem haben wir hier eine große Anzahl von Tanklöschfahrzeugen. Damit können wir die Löschwasserversorgung auch sicherstellen.

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