Kreis plant Nothilfen für Hochwasseropfer

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Wetteraukreis (prw). Nach der Hochwasserkatastrophe am vergangenen Freitag, von der insbesondere die östliche Wetterau betroffen war, will der Kreis schnell und unbürokratisch Hilfe leisten.

Der Kreisausschuss habe beschlossen, dem Kreistag für die heutige Sitzung vorzuschlagen, sich zur Minderung der außergewöhnlichen Notlage an staatlichen Finanzhilfen bei Elementarschäden entsprechend der aktuellen Richtlinien des Landes zu beteiligen, teilte Landrat Jan Weckler am Dienstag mit. »Viele Menschen sind unverschuldet in eine außergewöhnliche Notlage geraten, die sie aus eigener Kraft in absehbarer Zeit nicht bewältigen können.« Laut Weckler gilt die Finanzhilfe für alle vom Hochwasser betroffenen Städte und Gemeinden im Wetteraukreis.

Vergleichbares gab es schon einmal nach der Flutwelle, die im Sommer 2014 durch den Niddaer Stadtteil Wallernhausen strömte. Weckler: »Wir konnten damals schnell und unbürokratisch Hilfe leisten, das ist jetzt wieder gefordert.«

Schäden an neue Kommission melden

Im Rahmen der Richtlinien für die Gewährung staatlicher Finanzhilfen bei Elementarschäden soll »Hilfe zur Selbsthilfe« bei akuten Notlagen geleistet werden. Man werde eine Schadenskommission einrichten, bei der die Schäden gemeldet werden können. Antragsberechtigt seien vor allem Privatpersonen und gewerbliche Betriebe, bei denen die Schäden so erheblich sind, »dass die Beseitigung unter Berücksichtigung des eigenen Vermögens, des tatsächlich verfügbaren Familieneinkommens und der Familienverhältnisse aus eigener Kraft in absehbarer Zeit nicht möglich ist«, heißt es in der Richtlinie.

Über die Nothilfe, eine Art staatlicher Zuschuss, würden allerdings nicht alle Schäden vollständig ersetzt werden können, warnt Weckler vor allzu großen Erwartungen. »Ohnehin darf maximal ein Drittel des von der Schadenskommission festgestellten Schadens vom Staat ersetzt werden.«

Wenn der Kreistag in seiner Sitzung am heutigen Mittwoch den entsprechenden Beschluss fasst, wird laut Weckler ein Antrag auf Einleitung einer Finanzhilfeaktion an das Regierungspräsidium in Darmstadt gestellt. Nach Genehmigung des Antrages werde der Beginn der Antragsfrist veröffentlicht. Danach hätten die betroffenen Bürger und Gewerbetreibenden einen Monat Zeit, ihre Anträge bei der Schadenskommission, die vom Kreis gebildet wird, zu stellen. Laut Weckler wird das wohl ab 22. Februar möglich sein.

Die Anträge für die Nothilfe sollen online sowie bei allen betroffenen Stadt- und Gemeindeverwaltungen erhältlich sein. Dort gebe es auch Unterstützung beim Ausfüllen.

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