Einen Sportplatz gibt es bereits im Kasernengelände, sogar mit Kletterturm. Die ehemaligen Ray Barracks in Friedberg sind eine Option für den DFB. (Archivfoto: Merz)
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Einen Sportplatz gibt es bereits im Kasernengelände, sogar mit Kletterturm. Die ehemaligen Ray Barracks in Friedberg sind eine Option für den DFB. (Archivfoto: Merz)

»Plan B«

Kommt DFB-Zentrale in die Wetterau?

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Kommt die DFB-Zentrale in die Wetterau? Angeblich sollen Friedberg und Bad Vilbel gute Chancen haben. Oder ist alles nur ein ausgeklügelter Plan des DFB? Fest steht: Die Entscheidung fällt schon bald.

Zieht der DFB in die Wetterau? Wie die FAZ in ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf nicht näher genannte »Experten« berichtet, gelten vor allem zwei Flächen in Friedberg und Bad Vilbel als »aussichtsreich«. Wie die WZ berichtete, steht weiterhin die Entscheidung aus, ob der DFB seine neue Zentrale samt Fußball-Akademie auf dem Gelände der ehemaligen Galopprennbahn in Niederrad bauen kann. Mehr als ein Dutzend Städte und Gemeinden aus dem Umland haben sich als Ausweichquartier beworben.

Am heutigen Mittwochabend tagt in der DFB-Zentrale an der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt ein Lenkungskreis, der das weitere Vorgehen festlegen soll. Am Freitag tritt das DFB-Präsidium zusammen. Sollte es mit dem Rennbahngelände in nächster Zeit nicht klappen (die Stadt Frankfurt und der Rennclub streiten derzeit vor Gericht über eine Räumungsklage), soll ein »Plan B« verfolgt werden.

Bürgermeister Keller preist Friedbergs Vorteile an

In Friedberg stünde auf dem 74 Hektar großen Kasernengelände genügend Platz für die Fußball-Akademie zur Verfügung. Der DFB benötigt nur 15 Hektar. Bürgermeister Michael Keller verweist auf die Vorzüge des Geländes: Es gibt einen Bahnanschluss, in etwas mehr als einer halben Stunde sind Bahnreisende am Frankfurter Hauptbahnhof. Die Autobahnen A 3 und A 5 sind vom Kasernengelände im Süden Friedbergs relativ schnell erreichbar. Anschlüsse für Wasser, Abwasser und Strom sind vorhanden.

Die Wolkenkratzer der rund 30 Kilometer entfernte Mainmetropole sind bei gutem Wetter von der Friedberger Kaserne aus zu sehen. Etwas näher an Frankfurt liegt die zweite Fläche, die in Frage käme: ein 86 Hektar großer Acker zwischen dem Bad Vilbeler Stadtteil Massenheim und dem Frankfurter Stadtteil Harheim. In den 1990er-Jahren sollte dort ein Golfplatz entstehen. Das Projekt zerschlug sich, seither gibt es dort einen rechtskräftigen Bebauungsplan. Die Bad Vilbeler Fläche liegt direkt an der B 3.

»Plan B« nur als Druckmittel?

Die Ansiedlung der DFB-Zentrale wäre ein enormer Imagegewinn für die Stadt, die im Falle des Falles zum Zuge käme. Denkbar ist freilich auch, dass der DFB mit dem »Plan B« Druck auf die Stadt Frankfurt ausüben will, die den Stammsitz des Deutschen Fußball-Bundes freilich nur ungern ziehen lassen würde. Der Streit zwischen Stadt und Rennbahnclub könnte am 2. Juni vor dem Oberlandesgericht zu einem Ende kommen.

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