Mit Abstand und Masken lauschen die Zuhörer ein letztes Mal der Musik aus dem großen Saal des Alten Rathauses.
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Mit Abstand und Masken lauschen die Zuhörer ein letztes Mal der Musik aus dem großen Saal des Alten Rathauses.

Vorzeitiges Ende

»Klingender Adventskalender« in Friedberg: Eine Perle zum Finale

  • vonHarald Schuchardt
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Die Corona-Pandemie verhindert so vieles - auch dass der »Klingende Adventskalender« der Musikschule Friedberg an Heilgabend enden kann. Das vorgezogene Finale überzeigte jazzig-swingend.

Mit einem offenen Singen sollte am Vormittag des Heiligen Abends der erste »Klingende Adventskalender« der Musikschule Friedberg enden. Doch schon am Dienstag war pandemiebedingt Schluss mit der vorweihnachtlichen Veranstaltungsreihe, bei der seit dem 1. Dezember an jedem Abend um 17.30 Uhr Schüler und Lehrer ein halbstündiges Konzert im Saal des Alten Rathauses gaben, in dem sich die Musikschule befindet. Die Zuhörer standen auf den beiden Bürgersteigen der Kaiserstraße und lauschten den musikalischen Beiträgen durch die weit geöffneten Fenster, natürlich mit dem gebotenen Mindestabstand und viele mit Masken.

Die Idee zu dem musikalischen Kleinod hatte Musikschulleiter Bert Jonas gehabt, der schon traurig über das vorzeitige Aus des musikalischen Adventskalenders ist. »Wir können nicht Geschäfte und Schulen zu machen und gleichzeitig hier die Menschen bespielen«, sagte Jonas jedoch unmittelbar vor dem letzten Öffnen des so erfolgreichen musikalischen Adventskalenders. Im Schnitt wurden 50 Zuhörer gezählt, am ersten Adventswochenende waren es bis zu 80 Interessierte, die der Musik der ganz unterschiedlichen Formationen lauschten.

Statt Chor tritt Lehrerduo auf

»Wir waren sehr glücklich, ein coronataugliches Format für die Vorweihnachtszeit gefunden zu haben«, sagte Jonas, für den Auftritte und Konzerte von Lehrern und Schüler ein fester Bestandteil des schulischen Programms sind. »Die Kurzauftritte im Adventskalender waren für die Schüler endlich wieder etwas, worauf sie hinarbeiten konnten«, sagte der Musikschulleiter, der jeden Abend die Besucher am Fenster begrüßte, immer mit einer Nikolausmütze auf dem Kopf. Auch für die Anlage, die von Horst Weber von »Eurosound« installiert worden war, zeichnete er verantwortlich. Das war auch am Dienstag der Fall, als Jonas »eine letzte musikalische Perle aus unserer Musikschule« ankündigte. Es waren dies Sängerin Regina Klein und Gitarrist Vincent Rocher, die beide an der Musikschule unterrichten.

Ursprünglich war geplant gewesen, den von Klein geleiteten Chor »Jazzy Weather« auftreten zu lassen, doch schon vor einer Woche wurde entschieden, wegen Corona auf den Chorauftritt zu verzichten.

Das Lehrerduo war mehr als nur ein adäquater Ersatz für den im vergangenen Jahr an der Musikschule gegründeten Jazzchor. Das Duo überzeugte mit einem jazzig-swingenden Weihnachtskurzprogramm. Neben einer ruhigen, fast getragenen Version des Klassikers »Have yourself a Merry Christmas« überzeugten Klein und Rocher mit unbekannteren Stücken wie »My only wish this year« oder »Cool Yule«.

»Wir werden versuchen, gut durch diese blöde Zeit zu kommen«, sagte Klein, die sich zusammen mit Rocher mit einem ihrer musikalischen Favoriten »My favorite Song« verabschiedete. Viel Beifall gab es da ein letztes Mal von den Zuhörern, darunter etliche Chormitglieder, aber auch Stammgäste des klingenden Adventskalenders - so wie Georg Kilian, der »fünf- oder sechsmal hier war«. Besonders bedauert der Friedberger, dass das Singen am Morgen des Heiligen Abends nun ausfällt. »Wir wollten mit den Enkeln herkommen, aber das kann man leider nicht ändern,« zeigte Kilian Verständnis für die Absage der restlichen neun Termine. Ebenso Gisela Olbrich, die die Aktion als »ganz toll für Friedberg« bezeichnete.

Neuauflage für 2021 geplant

Solche oder ähnliche Reaktionen hat Bert Jonas immer wieder erhalten, was ihn darin bestärkt, den klingenden Adventskalender auch im nächsten Jahr auf die Beine zu stellen. »Ich habe schon mit Kulturamtsleiterin Christine Böhmerl darüber gesprochen«, sagte Jonas, der über einige Neuerungen nachdenkt. »Wir arbeiten daran, dass die Besucher dann die Akteure nicht nur hören, sondern auch sehen können, der Kontakt zwischen Musiker und Zuschauer war schon sehr indirekt.« Jonas’ Fazit für den diesjährigen musikalischen Kalender: »Wir sind schon sehr glücklich, das hier so geschafft zu haben.«

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