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Ein Heimspiel hat die Pop-Soul-Band »Cool Aid« um Keyboarder Max Noske und Sängerin Audrey. Susanne Hoos bastelt zusammen mit ihren Kindern (v. l.) Maria, Jan und Hannah.

Klima, Klänge, klare Kante

  • VonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Für den 24. September ruft »Fridays for Future« wieder zum weltweiten Klimastreik auf. Mit einer Fahrraddemonstration von Bad Nauheim nach Friedberg und einer anschließenden Demonstration durch die Kreisstadt beteiligt sich auch die Ortsgruppe Friedberg/Bad Nauheim an dem Aktionstag.

Bereits am vergangenen Wochenende war die Gruppe aktiv und veranstaltete im Friedberger Junity am Burgfeld die ersten »Wetterauer Zukunftstage«, an denen unter dem Motto »Klimagerechtigkeit gestalten« auch der Frage nachgegangen wurde, welche Partei bei der Bundestagswahl für Klimaschützer wählbar sei.

Hierzu hatten die Organisatoren als Abschluss und Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung am Sonntagnachmittag zu einer Podiumsdiskussion mit den Direktkandidaten Armin Häuser (CDU), Natalie Pawlik (SPD), Peter Heidt (FDP), Michaela Colletti (Grüne), Julian Eder (Die Linke) und Stephan Flindt (Piraten) eingeladen. Geleitet wurde die Diskussion von Journalistin Mia von Hirsch, die sich bestens vorbereitet hatte. Mit gezielten Zitaten aus dem Wahlprogramm ihrer Partei überraschte sie so manchen der sechs Kandidaten, deren unterschiedliche Standpunkte zu Themen wie Klimaneutralität, Kohleausstieg, Emissionshandel oder Flüchtlingspolitik deutlich wurden.

Lesung aus Buch »Ökoterroristin«

Vor der Diskussion hatte Ronan Winter aus seinem ersten Buch »Ökoterroristin« gelesen. Im Mittelpunkt des Romans steht die Klimagerechtigkeitsbewegung. Der 23-jährige Autor aus Freiburg spricht in seinem ersten Jugendbuch verschiedene Themen der Gesellschaft, wie Antirassismus und Feminismus, an.

Wer für Umweltaktivisten und Klimaschützer wählbar ist, das ist am frühen Samstagabend auch ein Thema bei der Diskussion mit Achim Fabel gewesen. Der Vorstand der Mittelhessischen Energiegenossenschaft hatte zuvor in seinem Vortrag einen vernünftigen Mix aus erneuerbaren Energien - von der Fotovoltaik über Windenergie bis zu Solaranlagen - ebenso gefordert wie ein europäisches Verbundnetz.

Friedberger Band tritt auf

An beiden Aktionstagen wurden zahlreiche Workshops veranstaltet, darunter ein »Anti-Rassismus-Tanz-Workshop« mit Ousman Coteh und weiteren Mitgliedern der international erfolgreichen Friedberger Hip-Hop-Gruppe »1st Cut«. Gemeinsam wurden Bewegungen zu anti-rassistischen Sprüchen einstudiert. »Ich hab‹ das richtig abgefeiert« sagte Teilnehmer Roman in der anschließenden Reflexionsrunde.

Derweil nutzten Susanne Hoos und ihre drei Kinder Maria, Hannah und Jan das Angebot in der kreativen Bastel- und Reparaturecke im Außenbereich. Dort wurden auch Plakate für die kommenden Demonstrationen hergestellt. Am Samstagnachmittag unterhielt Sängerin und Gitarristin »Nicky von Wild im Wald« zusammen mit Geiger Alwin die Besucher mit ihren Versionen bekannter Hits.

Gleich drei Bands gestalteten am Abend das Programm auf der großen Bühne im Außenbereich. Ein Heimspiel hatte die Friedberger Soul-Pop-Band »Cool Aid« um den Ossenheimer Max Noske und der hervorragenden 19-jährigen Sängerin Audrey.

Aus Heidelberg war die Band Janko angereist, die ihre Musik mit tiefsinnigen deutschen Texten als »Indie-Alternative« bezeichnet. Neu gegründet hat sich die Band »hibernaut« mit Musikern aus Mittelhessen, die mit ihren selbst geschriebenen Songs in Richtung »Indie-Rock« gehen.

Alle Bands lobten Klang und Lichteffekte, für die das Team von Floodwave aus Ockstadt verantwortlich zeichnete. Auch ein kurzer heftiger Regenschauer schadete der Partystimmung nicht. Mitorganisatorin Judith Hildebrandt: »Es wurde im Regen getanzt. Die ganze Veranstaltung war super.«

Bestens vorbereitet leitet Mia von Hirsch (M.) die Diskussion mit den Direktkandidaten.

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