»Klares Votum gegen Logistikhallen«

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Wetteraukreis (pm). Dr. Werner Neumann, Vorsitzender des Kreisverbands des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), begrüßt, dass die Kommunalwahlen in mehreren Kommunen »ein klares Votum gegen den Bau neuer riesiger Logistikhallen ergeben hat«. Die Wähler hätten sich stattdessen »für den Schutz wertvollen landwirtschaftlichen Bodens, Grundwasserschutz und Naturschutz entschieden«.

Die Kommunalwahl habe dort, wo riesige Logistikhallen gebaut werden sollen oder schon errichtet wurden, eine klare Verschiebung zu den Gegnern dieser Hallen gebracht. Sowohl die Grünen als auch Wählergemeinschaften setzten sich für den Schutz von Boden und Grundwasser ein, für den Erhalt wertvollen Ackerbodens, und hätten auch deshalb deutlich gewonnen. Vor allem die SPD, die sich in mehreren Kommunen als Protagonist der Investoren aufgebaut habe, habe erhebliche Stimmenanteile verloren.

In Hammersbach habe der Zuwachs der Grünen auf 18 Prozent bewirkt, »dass die SPD, die sich Hauptbetreiber des Baus von Logistikhallen auf einer Fläche von über 40 Hektar versteht, mit 46,4 Prozent ihre absolute Mehrheit verlor«, schreibt Neumann in einer Pressemitteilung des BUND.

Die Grünen und die Hammersbacher CDU, die sich im Wahlkampf klar gegen eine dritte Halle positioniert hatten, hätten nun die Mehrheit der Sitze und damit die Möglichkeit, weitere Planungsschritte zu stoppen.

Im benachbarten Limeshain sei die SPD von 65 auf 50,3 Prozent zurückgegangen. Die Grünen seien auf 23 Prozent gekommen. »Dies alles kann dazu führen, dass Beschlüsse des Zweckverbandes LIMES für weiteren Hallenbau gestoppt werden können«, erklärt Neumann.

Klage gegen neues Zentrum

In Wölfersheim habe die SPD rund zehn Prozent eingebüßt, habe aber ihre absolute Mehrheit halten können. Die Grünen gewannen derweil zehn Prozent dazu. »Dort wird gerichtlich durch mehrere Klageverfahren des BUND entschieden werden, ob der Lebensmittelkonzern Rewe 20 Hektar besten Bodens unter Beton und Asphalt begraben darf.«

Als weiteres Beispiel nennt Neumann Echzell: Dort habe die SPD mit 14 Prozent etwa genau so viel verloren, wie die Grünen gewannen. »Auch dies ist ein Zeichen - sowohl gegen das benachbarte Rewe-Logistikzentrum, als auch die im Bau befindliche Halle für Amazon in Echzell«, schätzt der BUND-Vorsitzende die Ergebnisse ein und ergänzt: »Dort hat der BUND Hessen Beschwerde gegen die Aufhebung des zuvor erreichten Baustopps eingelegt.«

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