Ab nächstem Dienstag darf in den Kitas wieder gespielt werden - auch jenseits der Notbetreuung. Natürlich müssen die Corona-Regeln eingehalten werden.
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Ab nächstem Dienstag darf in den Kitas wieder gespielt werden - auch jenseits der Notbetreuung. Natürlich müssen die Corona-Regeln eingehalten werden.

Countdown läuft

Kita-Start naht: So laufen die Vorbereitungen in Friedberg

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Kinder freuen sich darauf, ab der kommenden Woche wieder in die Kita zu dürfen. Der Normalzustand ist allerdings noch nicht erreicht, wie sich am Beispiel der Stadt Friedberg zeigt.

Als Kind wohnte Marion Götz im Friedberger Eisenbahnviertel, nicht weit von der Kettelerstraße entfernt, wo sie die Kita besuchte. Schon damals war das Gebäude mit der Hausnummer 41 so weitläufig, wie es heute ist. Doch sicher hätte sie es sich damals nicht träumen lassen, als Erwachsene einmal über die Raumkapazitäten in der Corona-Krise zu grübeln.

Nun, wenige Tage vor Öffnung des eingeschränkten Regelbetriebs, sitzt die Sozialdemokratin auf dem Freigelände. Dort, wo sie früher spielte, hat sie heute einen Stapel Blätter vor sich: Die Verordnungen und Hygieneempfehlungen des Landes, die erst am Mittwoch an die Städte und Gemeinden gingen. Daraus hat Götz, Dezernentin für die städtischen Kindertagesstätten, in wenigen Stunden einen Elternbrief gezimmert. Bis Freitag mussten Mütter und Väter mitteilen, ob sie ihr Kind in die eingeschränkte Regelbetreuung schicken werden.

Kita-Start in Friedberg: Vorbereitung ohne Öffentlichkeit

Ein Elternpaar betritt das Gelände, wirft seine Erklärung in den Briefkasten. Das Haus wirkt leer, tatsächlich sind die Erzieherinnen aber da, um die Öffnung vorzubereiten. Nur manchmal huscht hinter den Scheiben ein Schatten durch den Flur. Sonst soll keiner rein, auch die WZ nicht.

Innerhalb kurzer Zeit haben Marion Götz und ihr Team die Öffnung der Friedberger Kitas für den »eingeschränkten Regelbetrieb« ermöglicht. Am Dienstag geht es los.

Seit Beginn der Krise bietet auch die Stadt Friedberg eine tägliche Notbetreuung an, die zunächst nur dem Nachwuchs systemrelevanter Berufsgruppen gedient hat. Einen Anspruch haben seit Kurzem aber auch andere Personenkreise: Wenn besonderer Förderbedarf besteht, das Kindeswohl dringend gesichert werden muss, das alleinerziehende Elternteil berufstätig ist oder andere Härtefälle vorliegen. »Wenn dann noch Plätze frei sind, werden sie jetzt verteilt. Wie, ist Sache des kommunalen oder privaten Trägers«, erklärt Götz.

Kita-Start in Friedberg: An zwei festgelegten Wochentagen

Die Stadt hat die Familien nun informiert, dass jedes Kind, das nicht in die Notbetreuung fällt, an zwei festgelegten Wochentagen zur Kita darf. Insgesamt 15-mal bis zum Beginn der Kita-Sommerferien. Zur Auswahl stehen zwei Betreuungsmodule: entweder von 7 bis 13 Uhr oder von 7 bis 15 Uhr.

Götz zeigt die Druckschrift des Landes mit dem Titel »Hygieneempfehlungen«: »Das Wort ›Empfehlung‹ steht zwar drauf, faktisch müssen wir uns daran aber halten.« Von der Maskenpflicht sind Kinder bis sechs Jahre befreit, Eltern nicht, sobald sie das Gelände betreten. Den Nachwuchs hinein zu begleiten, ist nicht erlaubt, stattdessen gibt die bringende Person den Sprössling an der Tür ab. Die Kinder werden auf Gruppen verteilt, die möglichst klein sein müssen. Wie klein, lässt die Landesverordnung offen. Spielen und Essen dürfen ausschließlich im Gruppenraum stattfinden, es sei denn, es geht an die frische Luft. Dorthin begeben sich die Gruppen getrennt. Muss ein Kind zur Toilette, wird es begleitet.

Da von den Kleinen schwer erwartet werden kann, Abstand zu halten, soll die pädagogische Arbeit sie darauf hinführen. So müssen die Erzieherinnen darauf achten, keine Enge-Situationen entstehen zu lassen und auf Dinge wie Vorlesen, AGs, Morgenkreis und Kuscheln zu verzichten. Stattdessen sollen die Betreuungskräfte Spielmöglichkeiten anbieten, bei denen die Kinder den Abstand automatisch einhalten können.

»Meine Tochter möchte nur zu Frau X« oder »Wir hätten lieber den Donnerstag«: Wie geht die Stadt mit solchen und ähnlichen Bedürfnissen um? »Wir erfahren, dass Eltern im Großen und Ganzen in dieser besonderen Situation Sonderwünsche zurückstellen«, sagt Götz.

Kita-Start in Friedberg: Ausnahme in Dorheim

Im Stadtteil Dorheim können die Jungen und Mädchen, mit Ausnahme der Notbetreuung, übrigens nur einmal pro Woche die Kita besuchen. Denn in der »Rappelkiste« gibt es längerfristige Personalausfälle, weshalb alle zur Kita »Simsalagrimm« gehen.

Im benachbarten Bad Nauheim haben die Einrichtungen laut Erstem Stadtrat Peter Krank ebenfalls »mit hoher Brisanz« alles vorbereitet: »Die Kinder warten schon sehnsüchtig darauf.«

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