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Freiluft-Gottesdienst mit Musik und Gesang im Schlosspark: So sieht das Pfarrfest-Programm im Corona-Jahr 2021 aus.

Kirche lebt und versteckt sich nicht

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Friedberg-Ockstadt (pm) Seit über 40 Jahren ist das Pfarrfest ein fester Bestandteil des Ockstädter Jahresablaufs. Dann kam 2020 Corona und stoppte diese schöne Veranstaltung. Auch in diesem Jahr war an ein Pfarrfest, so wie man es gewohnt ist, nicht zu denken. Bedingt durch so manche Lockerung fassten die Mitglieder des Pfarrgemeinderats aber den Entschluss, wenigstens einen Festgottesdienst im Freien anzubieten, wo mehr Personen zugelassen sind, um schöne Kirchenlieder zu singen.

Im Vertrauen auf gutes Wetter wurden die Planungen ausgeweitet und intensiviert. Die Bemühungen wurden belohnt, denn am Sonntag herrschte bestes Pfarrfestwetter. Die Familie von Franckenstein stellte ihren schönen Schlosspark zur Verfügung, Altar und Festzeltbänke wurden aufgebaut. Über 100 Gottesdienstbesucher folgten dem Ruf der Glocken, um endlich mal ohne Maske - natürlich mit Abstand - an einem Gottesdienst teilzunehmen und die Lieder mitsingen zu können.

Der Musikzug des Gesangvereins Frohsinn unter der Leitung von Detlef Breitenbach begleitete den Gottesdienst. Auch die Musiker freuten sich, nach 16 Monaten endlich wieder auftreten zu können. Nicht minder war die Freude bei der Erwachsenenschola unter dem Dirigat von Rainer Bingel. Die Besucher konnten die Begeisterung der gut 20 Sänger förmlich spüren.

Pfarrer Weckwerth, der erst am Freitagabend aus dem Urlaub zurückgekehrt war, trug mit einer ansprechenden Predigt zu diesem Festgottesdienst bei. Das Brot stand im Mittelpunkt. Beim Beten des »Vaterunsers« mache man sich keine Gedanken mehr, plappere dieses Gebet einfach so runter, da in Europa ja Brot und anderes Essen im Überfluss vorhanden seien.

Leckere Bratwurst nur Wunschdenken

»Wir haben kein Gefühl mehr für Hunger. Brot steht für Leben, und wir haben Sehnsucht nach Leben - gerade in dieser Pandemiezeit, wo wir uns nach Brot, also nach einem Leben wie vorher, geradezu sehnen«, sagte der Pfarrer. Das gelte auch für das Pfarrfest, wo sich alle eine »normale« Version im kommenden Jahr wünschten.

Dieser Festgottesdienst sollte das Signal sein: Ja, die Kirche lebt noch und versteckt sich nicht in dieser schweren Zeit hinter dicken Kirchenmauern mit sonntäglich 20 bis 30 Gottesdienstbesuchern, die - maskenbedingt - nicht wie gewohnt den Gottesdienst mitfeiern können.

Der Freiluft-Gottesdienst begeisterte alle Besucher, und viele hätten auf diesem schönen Gelände anschließend gerne eine Bratwurst verzehrt. Aber aus Solidarität mit den anderen Ortsvereinen, die nach wie vor keine Feste anbieten können, und auch den strengen Hygieneregeln folgend, hatte der Pfarrgemeinderat darauf verzichtet.

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