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Auffällige Kleidung ist beim Fahrradfahren auf der B 275 allemal nötig. Florstadt und Friedberg fordern einen Radweg entlang der Bundesstraße. Ob es in naher - oder ferner - Zukunft dazu kommen wird, ist aber ungewiss. SYMBOLFOTO: DPA

»Keine Zusage für Radweg«

  • Dagmar Bertram
    VonDagmar Bertram
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Wetteraukreis (pm/dab). Ob es jemals einen Radweg an der B 275 zwischen Nieder-Florstadt und Ossenheim geben wird, steht weiter in den Sternen. Zumindest ist das der Eindruck, den der FDP-Landtagsabgeordnete Jörg-Uwe Hahn hat. Er hatte den von den Florstädter und den Friedberger Stadtverordnetenversammlungen gewünschten Radweg zum Thema im Landtag gemacht.

Hahn hatte eine sogenannte Kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet. Die nun vorliegende Antwort von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) bietet laut Hahn keinen Grund für Optimismus.

Laut Minister keine Unfälle

Auf Initiative der Grünen hatte sich zunächst die Stadtverordnetenversammlung von Florstadt Ende 2020 einstimmig dafür ausgesprochen, so schnell wie möglich einen Fahrradweg entlang der B 275 zu realisieren und auf umgehende Schaffung von Planungsrecht zu drängen. Im Feburar dieses Jahres hatte das Friedberger Parlament einen gleichlautenden Antrag mehrheitlich angenommen.

Die Befürworter des Projekts sagen, dass die Fahrt mit dem Fahrrad auf der B 275 auf dem Teilstück zwischen Nieder-Florstadt und Ossenheim sehr unsicher sei. Alternative Routen - nördlich über Bauernheim bzw. südlich über Stammheim - seien wesentlich länger und damit vor allem für Radfahrer, die aus beruflichen Gründen einen schnellen Weg suchten, nicht praktikabel. Der etwa fünf Kilometer lange Lückenschluss der Radwegeverbindung zwischen Ranstadt und Friedberg sei notwendig, um die Verkehrswende voranzubringen und Alltagswege wie den zur Arbeit mit dem Fahrrad zurücklegen zu können. Zudem sei der geforderte Lückenschluss auch im Radwegeplan des Wetteraukreises mit einer sehr hohen Priorität versehen.

FDP-Parlamentarier Hahn hatte nun Minister Al-Wazir gefragt, ob die Landesregierung auf dem genannten Teilstück den Bau eines Radweges als sinnvoll erachtet und welche Maßnahmen bisher ergriffen wurden, um Gefahren für Radfahrer zu vermeiden.

Hierauf hat Al-Wazir unter anderem geantwortet, dass die derzeitige Priorisierungsmethodik für Radwegemaßnahmen an Bundes und Landesstraßen grundlegend überarbeitet werde. Der Radweg an der B 275 werde zwar in diesen Prozess einbezogen; ob die Maßnahme aus der Bewertung anschließend als prioritär hervorgehe und somit grundsätzlich Eingang in die Programmplanung finde, bleibe abzuwarten. Im Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis zum 30. Juni 2021 habe es kein Unfallgeschehen mit Beteiligung von Radfahrern und Fußgängern auf diesem Teilstück gegeben, heißt es in der Antwort weiter.

Wie zudem daraus hervorgehe, prüfe Hessen Mobil derzeit im Rahmen eines Antrags, inwieweit die Straße auf der dortigen Strecke so markiert werden könne, dass ein Teil der Fahrbahn auch als Radweg genutzt werden könne. Eine Ummarkierung oder bauliche Herauslösung eines Geh- und Radweges sei aufgrund der bestehenden Fahrbahnbreiten nicht möglich.

Kritik an Umgang mit Kommunen

Hahn ärgert sich über die aus seiner Sicht »nichtssagenden Ausführungen«: Wenn es um Radwege gehe, treffe Al-Wazir »bei Sonntagsreden immer vollmundige Ankündigungen«. Wenn es aber um die konkrete Umsetzung von sinnvollen Projekten gehe, bekomme die Landesregierung »nichts auf die Kette und ist mit einem Platten liegen geblieben«. Hahn sagt, er sei von Al-Wazirs Antwort und von der Radwegeplanung insgesamt enttäuscht. Im Wetteraukreis fehle es neben maroden Straßen, einer ausbaufähigen Schieneninfrastruktur auch an der Umsetzung eines zukunftsfähigen Radwegenetzes. »Die Landesregierung muss Beschlüsse der kommunalen Gremien ernst nehmen und partnerschaftlich mit Kommunen neue Projekte angehen.«

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