Stopp für Logistik: Im Falle einer Osterweiterung im Interkommunalen Gewerbegebiet Limes setzt der Zweckverbandsvorstand auf eine kleinteilige Entwicklung. FOTO: JWE
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Stopp für Logistik: Im Falle einer Osterweiterung im Interkommunalen Gewerbegebiet Limes setzt der Zweckverbandsvorstand auf eine kleinteilige Entwicklung. FOTO: JWE

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Keine weiteren Logistikhallen am Limes

Wetteraukreis(jwe). Die Osterweiterung im Interkommunalen Gewerbegebiet Limes wird kleinteiliger. Das schlägt der Zweckverbandsvorstand vor. Damit sind die von der Bürgerinitiative Schatzboden als Schreckensvision ins Feld geführten "Monsterhallen" endgültig vom Tisch.

Wie Michael Göllner (SPD), Bürgermeister von Hammersbach und Vorsitzender des Zweckverbandsvorstands, bestätigte, soll es nach dem im Genehmigungsverfahren befindlichen dritten Bauabschnitt (Westerweiterung) keine weiteren Logistikhallen mehr zwischen Langen-Bergheim, Himbach und Eckartshausen geben.

Zudem solle das Gebiet nicht über den von Büschen und Bäumen gesäumten sogenannten Friedberger Weg hinausreichen, sondern an dieser natürlichen Grenze enden. Dadurch würden rund zwei Hektar weniger Gewerbeflächen entstehen, schätzt Göllner.

"Der ursprüngliche Gedanke war schon, dass wir bei einer Osterweiterung auch weitere Logistikflächen ausweisen", sagt Göllner. "Aber es gibt jetzt durchaus andere Perspektiven. Die Nachfrage nach kleineren Einheiten ist gestiegen, was wir jahrelang so nicht hatten. Und in den internen Diskussionen der vergangenen Monate ist die Meinung gereift, dass weitere große Hallen tatsächlich ›erschlagend‹ wären."

Viele Autos parken auf Laster-Plätzen

Hinzu kommt ein weiteres Problem: der "ruhende Verkehr" wegen der hohen Auslastung beim Kontraktlogistiker ID Logistics. "Lkw warten darauf, abgefertigt zu werden, und stehen auf der Straße", beschreibt die SPD Hammersbach die Situation. "Dies betrifft zwar derzeit lediglich das Gebiet selbst, kann aber spätestens dann zu Problemen führen, wenn die derzeit noch unbebauten Grundstücke in Betrieb sind."

Göllner sagt, er stehe mit ID Logistics in Kontakt, um Lösungen zu finden. "Wir wurden vom Boom des Internetversandgeschäfts durch Corona überrascht", räumt er ein. Der Kontraktlogistiker arbeite daran, seine Taktung betriebsintern zu verbessern. Außerdem habe der Online-Händler Amazon, dessen Lkw ebenfalls über das Hammersbacher Logistikzentrum bedient werden, EDV-Probleme gehabt, was einen "Schub" ausgelöst habe. Hinzu komme, dass die zurzeit bis zu 620 Mitarbeiter ihre Autos auf der Straße parken würden, was zulasten der Stellplätze für Lkw gehe.

Neben dem US-Online-Händler Wayfair, der seit Sommer die Halle des zweiten Bauabschnitts angemietet hat, soll im dritten Bauabschnitt Richtung Autobahn eine weitere 40 000-Quadratmeter-Halle entstehen. Der Antrag für diese sogenannte Westerweiterung ging kurz vor Weihnachten in den Gremienlauf beim Regionalverband.

Hier soll die Hager Group einziehen. Auf dem Außengelände sind 168 Pkw-Parkplätze und 25 Lkw-Stellplätze geplant. "Es wird mit etwa 60 Lkw-Bewegungen am Tag zu rechnen sein", sagt Lothar Klemm, Aufsichtsratsvorsitzender beim Investor Dietz AG. "Wir erwarten rund 200 Arbeitsplätze." Baubeginn soll im zweiten Quartal 2021 sein.

"Auch an der Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr sind wir dran", versichert Göllner. "Doch die Gespräche mit den zuständigen Verkehrsgesellschaften aus dem Wetterau- und dem Main-Kinzig-Kreis ziehen sich, da sie eine Fahrgastprognose brauchen. Wir wollen dazu mit den ansässigen Unternehmen eine Mitarbeiterbefragung anstoßen."

Dr. Wolfgang Dietz, Vorstandsvorsitzender der Dietz AG, zeigt sich auch an einer kleinteiligen Entwicklung im Fall einer Osterweiterung interessiert. Der Investor hält mit den ersten drei Bauabschnitten den Löwenanteil des bisherigen Gebiets. Das Unternehmen aus Bensheim hat sich bis 2021 per Vertrag weitgehende Kaufoptionen für die Osterweiterung gesichert.

Der Verbandsvorstand teilt mit, dass das letzte Grundstück im derzeitigen Gewerbegebiet gerade an ein regionales Unternehmen verkauft worden sei, das mit Paletten handelt und auch einen Produktionsbereich führt.

Die Fa. Waurig, die im Großhandel italienische Spezialitäten vertreibt, erhalte die Möglichkeit, auch einen Einzelhandel mit 800 Quadratmetern zu betreiben.

Hochbetrieb herrsche in den vergangenen Monaten bei ID Logistics. Die Beschäftigtenzahl allein in diesem Unternehmen liege derzeit bei etwa 620 Personen, von denen annähernd 500 in einem festen Anstellungsverhältnis stünden. jwe

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