Katja van Zoest aus Ockstadt hat ihr erstes Buch veröffentlicht. Als Vorlage für die Hauptfigur diente ihr Vater Bernd. 	FOTOS: LOD
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Katja van Zoest aus Ockstadt hat ihr erstes Buch veröffentlicht. Als Vorlage für die Hauptfigur diente ihr Vater Bernd. FOTOS: LOD

Aus Karikaturen wird ein Buch

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg-Ockstadt (har). Es ist zwei Jahre her, da stellte die Ockstädterin Katja van Zoest in der Kulturscheune der Apfelweinstraußwirtschaft »Zum Gerippte« eine Karikaturenserie mit dem zum »Gerippte« passenden Titel »Was will die Mück im Äbbelwoi?« aus.

Schon damals reifte der Gedanke, die Geschichte vom Kampf des »Äppler-Bernd« mit der Mücke als kleines Buch aufzulegen. Dass es dann doch zwei Jahre dauerte, bis sie das Buch tatsächlich in ihren Händen halten konnte, hätte die Ockstädterin, die in unmittelbarer Nähe der Straußwirtschaft in der Borngasse wohnt, nicht gedacht.

Zunächst hatte sie Kontakt mit einem Frankfurter Verleger, doch »das verlief irgendwie im Sande.« Interesse am Verlegen des Buchs hatte von Beginn an Frank-Uwe Pfuhl, der vor drei Jahren den kleinen regionalen Morlant Verlag übernommen und von Karben nach Niddatal verlegt hat. »Frank-Uwe hatte die Ausstellung gesehen und war von meiner Geschichte sofort begeistert«, erzählt van Soest.

So kam es zur Zusammenarbeit zwischen der Autorin und Pfuhl, der auch als Vorsitzender des NABU Wetterau bekannt ist. Dass es dann doch noch mehr als ein Jahr dauerte, bis das Buch fertiggestellt war, lag auch an der vielen Arbeit, die Pfuhl zu bewältigen hat.

»Es ist genauso geworden, wie ich es mir vorgestellt habe«, freut sich van Zoest, die schon vor vielen Jahren erstmals Mücken gezeichnet hat. Da lebte die Autorin noch in Ockstadt, wo sie aufgewachsen ist.

Eindrücke aus Paris

Kurz nach der Wende war sie nach Leipzig gegangen, um an der dortigen Hochschule für Grafik und Buchkunst ihr in Mainz begonnenes Studium der Druckgrafik und Buchillustration abzuschließen.

Anschließend lebte sie lange in Frankreich, darunter mehrere Jahre in Paris, wo sie als freie Illustratorin für verschiedene Zeitschriften und Verlage tätig war. Sie gab Kurse am Centre Culturel Georges Pompidou sowie in der typografischen und druckgrafischen Werkstatt des Musee de l’Imprimerie in Lyon. In Basel fungierte sie als Leiterin der Schuldruckwerkstatt der Basler Papiermühle.

Ende 2008 kam die Diplom-Grafikerin mit ihrem Sohn zurück in ihr Heimatdorf, arbeitet aber weiter mit französischen Verlegern sowie heimischen kulturellen Bildungsträgern und Museen zusammen. Van Zoest: »Irgendwann habe ich dann die Mücke wiederentdeckt, die ich schon vor meiner Frankreichzeit gezeichnet hatte.« Da ihr diese Vorlagen nicht mehr so ganz gefallen haben, begann sie die Mücke neu zu zeichnen. »Während ich zeichnete, fiel mir die Geschichte ein, das lief parallel«, sagt die passionierte Zeichnerin, die verschiedene künstlerisch-kreative Kurse an der Jugendkunstschule Bad Nauheim und bei der FAB gibt.

Relativ zügig entstand die fröhliche Geschichte um »Äppler-Bernd«, der seinen selbst gekelterten Apfelwein gegen die lästigen Mücken verteidigt. »Wenn ich was im Kopf habe, dann zeichne ich auch schon mal eine Nacht durch«, sagt van Zoest. Als Vorlage für die Hauptfigur diente ihr Vater Bernd, der alljährlich seinen Apfelwein selbst keltert und dem sie denn auch mit dem Eingangssatz »Für meinen Vater, ohne ihn gäbe es diese Geschichte nicht«, das Buch widmet.

Präsentation wird nachgeholt

Eigentlich war geplant, das Buch bei der Saisoneröffnung des »Gerippte« Ende April offiziell vorzustellen. Doch daraus dürfte, wegen der Corona-Krise nichts werden. Doch das kleine Büchlein, das sich auch hervorragend als Ostergeschenk eignet, kann derzeit bei der Buchhandlung Bindernagel bestellt, sowie im geöffneten Feinkostgeschäft »Delikatus« gekauft werden.

Die offizielle Präsentation mit Lesung im Gerippte wird auf jeden Fall nachgeholt, sobald die Apfelweinstraußwirtschaft öffnen darf. »Der Äbbelwoi wird ja nicht sauer«, meint Gerippte-Wirtin Eva-Maria Scharf, die zum Treffen von van Zoost mit dem WZ-Mitarbeiter im Hof des Anwesens in der Borngasse dazugestoßen war.

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