Kantor Ulrich Seeger spielt Benefizkonzert

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Friedberg(pm). Im dritten Konzert der Friedberger Sommerkonzerte wird Kantor Ulrich Seeger am Sonntag, 14. Juli, um 19 Uhr an der Stadtkirchenorgel mit Werken des norddeutschen Orgelbarock und der deutschen Orgelromantik zu hören sein. Im Programm erklingen Werke von Dietrich Buxtehude, Vincent Lübeck, Petr Eben und Sigfrid Karg-Elert. Die Veranstaltung ist zugleich ein Benefizkonzert für die anstehende Renovierung der großen Stadtkirchenorgel, die nach über 50 Jahren dringend notwendig ist.

Zu Beginn werden die Präludien in C-Dur und g-Moll des norddeutschen Orgelmeisters Dietrich Buxtehude erklingen, zu dem Johann Sebastian Bach einst zu Fuß nach Lübeck reiste, um dessen berühmte Orgelkunst kennenzulernen. Die Werke repräsentieren mit dem Wechsel von toccatenhaften, fugierten und virtuosen Passagen den fantasievollen Werkaufbau im norddeutschen Orgelbarock. Einen besonderen Kontrapunkt wird danach ein modernes Orgelwerk des tschechischen Komponisten Petr Eben bilden. Der 2007 verstorbene Petr Eben, der zu den bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten seiner Generation zählte, bezieht sich in seiner "Hommage à Dietrich Buxtehude" auf die beiden Werke von Buxtehude und verarbeitet Motive daraus zu einer groß angelegten viersätzigen Orgelsonate mit neobarocken Figurationen und modernen Klangstrukturen. Diese markante Orgelkomposition entstand 1987 als Auftragswerk des Kultusministeriums von Schleswig-Holstein zum Gedenkakt in Bad Oldesloe, dem Geburtsort von Dietrich Buxtehude, anlässlich des 350. Geburtstags.

Der zweite Programmteil ist dem spätromantischen Komponisten Sigfrid Karg-Elert gewidmet. Ulrich Seeger wird die Choralfantasien "Lobe den Herren, den mächtigen König", "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend", "Jesu geh voran" sowie den symphonischen Choral "Ach bleib mit deiner Gnade" spielen, die beeindruckend Zeugnis von der Kompositionskunst des immer noch recht unbekannten Meisters geben werden. Durch die Förderung von Edvard Grieg und Max Reger angeregt, schuf Karg-Elert zahlreiche Werke für das von ihm geliebte Kunstharmonium und für die Orgel. Vor allem in England und Amerika erlangten seine Kompositionen große Popularität, 1914 wurde ihm die Ehrendoktorwürde in Edinburgh verliehen. Nach Kriegsende trat Karg-Elert die Nachfolge Max Regers als Kompositionslehrer des Leipziger Konservatoriums an.

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