Von Kant bis Nitribitt

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Friedberg(pm). Eigentlich sollten momentan Bauarbeiter im Saal des Alten Jugendstil-Hallenbades an der Friedberger Haagstraße werkeln. Geplant war für diese Zeit die Installation großer Oberlichter, die Ertüchtigung der umlaufenden Galerie für Zuschauer und der Einbau eines Aufzuges. Doch damit kann wegen Corona und anderer Umstände frühestens zum Jahresende begonnen werden, berichtet Uli Lang vom Vorstand des Trägervereins. Der behutsame Umbau der denkmalgeschützten Badeanstalt in ein ehrenamtlich geführtes Kulturhaus werde sich wohl noch bis ins Jahr 2023 ziehen. doch diese Verzögerung hat auch Vorteile: Denn das neue große Foyer mit der neuen Theater-Bar wird in einigen Monaten so weit fertig sein, dass es für kleinere Veranstaltungen genutzt werden kann. Zusätzlich steht weiter der große Saal zur Verfügung. Auch wenn wegen der nötigen Abstände vorerst nur etwa 70 Menschen Platz nehmen dürfen.

Im Oktober sind auch Gäste im Haus. Der schon 1872 gegründete Friedberger Volksbildungsverein lädt für Montag, den 19. Oktober, um 19.30 Uhr zu einem Vortrag über "Immanuel Kant als wirkungsmächtigster Philosoph der Moderne" ein. Der Referent Gerhard Kollmer spricht darüber im Rahmen der Reihe "Kultur auf der Spur - Wie wir wurden, was wir sind".

Nach den Herbstferien wird der Dada-Aktivist Kurt Schwitters in Friedberg wiederauferstehen. Am Samstag, 24. Oktober ab 19.30 Uhr gastiert Werner Zülch vom Aktionstheater Kassel im Alten Hallenbad. Er wird das legendäre Anna-Blume-Gedicht und auch das Lied der Miss Elektrizität vortragen. Wer dabei sein will, muss wie bei allen Eigenveranstaltungen der Kultur-AG-Karten im Ticket-Shop an der Friedberger Burg reservieren. Online geht das unter www.ticket-shop-friedberg.de. Um einen Teil der in der Pandemie entstandenen Kosten aufzufangen, sind vorläufig drei Euro extra für Karten fällig.

Ein wenig schräg wird auch "Der Kubanische Käser" am Freitag, 30. Oktober. Der schweizerische Autor Patrick Tschan wird das Schelmenstück über "das wunderliche Leben und Lieben des Noldi Abderhalden" ab 19.30 Uhr mit Ursina Gregori und Doeris Hintermann auf die Bühne bringen. Versprochen sind Juchzer, Ratzliedlis und Zäuerlis.

Der großen Nachfrage wegen kommt Jo van Nelsen einmal mehr ins Hallenbad, als es in der vor Wochen verteilten Programmvorschau stand. Und zwar am 31. Oktober und am 1. November. Diesmal nicht mit einer Hesselbach-Episode, sondern mit einer Rückschau auf die Wirtschaftswunderjahre. Van Nelsen und der Pianist Bernd Schmidt verbinden dabei Texte aus Erich Kubys Roman über die 1957 ermordete Edel-Prostituierte Rosemarie Nitribitt mit mehr oder weniger erotischen Chansons aus jener Zeit. Am 31. Oktober beginnt die Vorstellung um 19.30, am 1. November um 18 Uhr.

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