»Kampf gegen unsichtbaren Feind«

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Wetteraukreis (prw) Anlässlich der Verabschiedung von 42 Bundeswehrsoldaten und -Soldatinnen, die im Wetteraukreis Amtshilfe bei der Corona-Testung von Besucherinnen und Besuchern in 21 Wetterauer Altenheimen geleistet haben, hat sich Landrat Jan Weckler bei den »Staatsbürgern in Uniform« für ihre Arbeit bedankt.

»Die Soldatinnen und Soldaten des Aufklärungsbataillons 7 aus dem westfälischen Ahlen haben im Rahmen der Amtshilfe einen wichtigen Dienst geleistet und die Altenheime im Wetteraukreis in dieser schweren Zeit unterstützt. Sie haben bei der Verteidigung gegen einen unsichtbaren Feind mitgewirkt, dessen Folgen für den Menschen gerade in Alten- und Pflegeheimen viel zu oft tödlich war. Dafür gilt Ihnen mein ausdrücklicher Dank«, sagte Weckler.

Er bedankte sich auch beim Kreisverbindungskommando der Bundeswehr, das bei der Koordination des Einsatzes eng und vertrauensvoll mit der Kreisverwaltung zusammengearbeitet habe. »Auch wenn wir nun 42 Soldatinnen und Soldaten verabschiedet haben, ist der Einsatz noch nicht beendet. In den kommenden drei Wochen werden uns erneut 30 Soldatinnen und Soldaten unterstützen, diesmal vom Logistikbataillon 161 aus Delmenhorst, so Weckler.

Als eine der Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg kann die Bundeswehr im Inneren nur noch im Rahmen der Amtshilfe im Katastrophenfall eingesetzt werden. Dazu mussten die Soldaten offiziell vom Landrat als obersten Dienstherrn des kommunalen Katastrophenschutzes angefordert werden.

Die Soldatinnen und Soldaten wurden in 21 Altenheimen in der gesamten Wetterau für die Durchführung von Corona-Schnelltests von Besucherinnen und Besuchern sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingesetzt. In ihrem dreiwöchigen Einsatz haben sie über 10 000 Tests durchgeführt, von denen nur fünf positiv waren.

Stolz auf Hilfe

Koordiniert wurde der Einsatz vom Kreisverbindungskommando. Hier waren zuletzt vor allem die Oberstleutnante Thomas Meißner und Dirk Uhlig sowie Hauptmann Achim Hess gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Kreisverwaltung aktiv. Sie alle berichteten davon, dass die Soldatinnen und Soldaten stolz auf ihre Tätigkeit vor Ort seien. Auch durch ihren Einsatz konnten in den Altenheimen durch die Kontrollen Leben gerettet werden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Altenheime sowie die Besucherinnen und Besucher hätten den Soldaten fast nur Wohlwollen entgegengebracht.

Für die Altenheime bedeutete die Anwesenheit der Bundeswehr, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heime sich in dieser schwierigen Zeit stärker um die Belange der Bewohnerinnen und Bewohner kümmern konnten.

Für die Besucher habe sich eine Erleichterung geboten, weil die Heime ihre Besuchszeiten ausweiten konnten und so ein Besuch der Angehörigen wieder besser möglich wurde. Auch Bewohnerinnen und Bewohner hätten sich über die Anwesenheit der »Staatsbürger in Uniform« gefreut.

Nach drei Wochen kehren die Soldatinnen und Soldaten nun an ihren Dienstort nach Ahlen zurück. Sie sind seit vergangenem Herbst an vielen Stellen in Deutschland im Einsatz gewesen. Nun stehen wieder militärische Übungen und Ausbildungen an.

Der Einsatz der Bundeswehr im Wetteraukreis ist jedoch noch nicht beendet. Weckler hat für die kommenden drei Wochen noch einmal rund 30 Soldatinnen und Soldaten angefordert und damit von der einmaligen Verlängerungsoption Gebrauch gemacht. Anschließend soll die Arbeit von Zivilisten übernommen werden. Dafür sucht die Arbeitsagentur aktuell noch Personal.

Neue Verpflichtung

Seinen aktiven Dienst bei der Bundeswehr hatte Oberstleutnant Dirk Uhlig vom Kreisverbindungskommando schon vor einigen Jahren beendet. Der Reservist arbeitet im Vertrieb von Abwasserpumpen im Außendienst. Zusammen mit seinem Kollegen Hauptmann Achim Hess, der mittlerweile für den TÜV Hessen in Frankfurt arbeitet, wurde er vom Kreisverbindungskommando für die Koordination zwischen Armee und Kreisverwaltung verpflichtet. Während ihrer Zeit im Einsatz sind sie wieder reguläre Soldaten.

Als Team zusammen mit einem Mitarbeiter aus dem Katastrophenschutz des Wetteraukreises organisieren sie als »technische Einsatzleitung« von der Unterbringung und Verpflegung der Soldaten in Hotels über die Einsatzschulung bis hin zur konkreten Einsatzplanung alle Abläufe. Sie kümmern sich auch um das Wohl der Soldatinnen und Soldaten während des Einsatzes. So sind sie regelmäßig an den verschiedenen Einsatzorten präsent und sprechen mit den Heimleitungen und Einsatzkräften vor Ort.

Hauptmann Achim Hess und Oberstleutnant Dirk Uhlig in der Einsatzzentrale.

Rubriklistenbild: © Pressedienst des Wetteraukreis

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