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Landrat Jan Weckler begrüßt die Soldaten in Florstadt.

Kampf gegen einen unsichtbaren Feind

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Wetteraukreis (pdw) 54 Soldatinnen und Soldaten des Aufklärungsbataillons 7 aus Ahlen in Westfalen sind am Mittwoch in Friedberg eingetroffen. Ihre Aufgabe: Alten- und Pflegeeinrichtungen im Wetteraukreis zu unterstützen.

Landrat Jan Weckler begrüßte die Soldaten im Florstädter Bürgerhaus. »Wir sind froh, Sie bei uns zu haben. Die Alten- und Pflegeeinrichtungen im Wetteraukreis warten auf Ihre Hilfe in dieser schweren Zeit. Sie gehen gegen einen Feind vor, der unsichtbar ist, und unterstützen uns an einer sehr empfindlichen Stelle.« Gerade die Alten- und Pflegeheime seien in den vergangenen Wochen und Monaten besonders stark durch das Virus betroffen gewesen.« Dort, wo es Ausbrüche in den Einrichtungen gegeben habe, seien verhältnismäßig viele Menschen gestorben. Durch die Unterstützung bei den verpflichtenden Testungen solle erreicht werden, dass das Virus nicht wieder oder erst überhaupt nicht in die Einrichtungen kommt.

Würgereiz und tränende Augen

Nach der Begrüßung durch den Landrat übernahm Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs eine erste Einweisung. »Wir müssen sicherstellen, dass die Abstriche tatsächlich auch ordnungsgemäß verlaufen. Wir haben in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass gerade bei den Schnelltests auch falsche negative Ergebnisse erzeugt werden, weil die Tests nicht richtig durchgeführt werden«, sagte er.

Um einen realistischen Abstrich machen zu können, müsse der Tupfer hinter dem Gaumensegel an die Rachenwand geführt und dort für mehrere Sekunden gedreht werden. Das sei für die getestete Person sehr unangenehm, weil es einen Würgereiz hervorrufen könne. »Das ist völlig normal und zeigt, dass an der richtigen Stelle abgestrichen wurde«, erklärte der Mediziner. Danach erfolgt der Test über die Nase. Hier wird laut Merbs das Probestäbchen so tief eingeführt, dass es zu tränenden Augen kommen kann. Auch das sei ein natürlicher Reflex. »Nur wenn die Proben vorschriftsmäßig gezogen werden, können wir tatsächlich sicherstellen, dass wir ein korrektes Untersuchungsergebnis bekommen.« Angenehm sei das nicht, das hätten auch die Testpersonen gespürt, aber es sei ein akzeptabler Preis für die Sicherheit der Betroffenen.

Erst einmal für drei Wochen

Danach erfolgte die konkrete Schulung der Soldaten für ihre Aufgabe Diese Aufgabe übernehmen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes. In den kommenden Wochen sollen die Soldaten Besucher und Personal in den Pflegeeinrichtungen regelmäßig testen.

Der Einsatz der Bundeswehr ist zunächst einmal nur für drei Wochen angesetzt. »Ich hoffe, dass der Einsatz verlängert werden kann, wenn es die Situation erfordert«, sagte Landrat Weckler.

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