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Die "Marktmädels" (v. l.) Angelika Schneider, Mandy Halfort und Natalie Schneider stricken, häkeln und basteln für den Verein "Sahaya - Hilfe für Nepal". Der Verein wird auf dem Weihnachtsmarkt der evangelischen Kirchengemeinde vertreten sein. Foto: lod

Kakteen für Nepal

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Friedberg(har). Eine feste Institution in der Vorweihnachtszeit ist der Weihnachtsmarkt der evangelischen Kirchengemeinde am zweiten Adventssamstag auf dem südlichen Stadtkirchenplatz. In diesem Jahr ist der 7. Dezember der Termin. An der Veranstaltung dürfen nur Vereine, Gruppen und Institutionen teilnehmen, die im sozialen und karitativen Bereich tätig sind.

Seit seiner Gründung vor sieben Jahren ist der Verein "Sahaya - Hilfe für Nepal" dabei. Sein Ziel ist es, nachhaltig Hilfe für Kinder in Nepal zu leisten. Dabei konzentrieren sich die knapp 50 Mitglieder um die Vorsitzende und Vereinsgründerin Silke Szymura aus Karben auf ein besonderes Projekt: Sie finanzieren eine Pflegefamilie in Pokhara und übernehmen Patenschaften für die Kinder, die wieder zu ihren Familien zurückgekehrt sind. Zu den drei eigenen Kindern hat die Familie 14 Pflegekinder im Alter von sechs bis 13 Jahren - meist Halbwaisen aus sehr armen Verhältnissen - aufgenommen und geben den Kindern so ein liebevolles Zuhause und eine gute Schulbildung.

Auch Kalender wird angeboten

"Es ist schön, einen Verein zu haben, wo man ganz gezielt Menschen helfen kann", begründet Angelika Schneider ihre Mitgliedschaft. Die Friedbergerin ist stolz darauf, nach der Vereinsgründung "Mitglied Nummer eins" zu sein, wie sie lachend in ihrem Wohnzimmer erzählt. Das wird, vor allem in der Vorweihnachtszeit, zur großen Bastelstube. Zusammen mit Tochter Natalie, die auch Vorstandsmitglied ist, sowie den Vereinsmitgliedern Mandy Halfort und Nicole Müller wird dann gestrickt, gehäkelt und gebastelt. Das Ergebnis wird auf dem Weihnachtsmarkt angeboten. "Wir sind im Verein die Marktmädels", sagt Natalie Schneider, und alle lachen wieder los. Die Frauen haben sich im Verein kennengelernt. Schnell stellte sich heraus, dass alle vier gerne Handarbeit machen. So entstand schnell die Idee, an Märkten teilzunehmen und mit dem Erlös das Vereinsprojekt zu unterstützen.

Der Spaß bei den ganz unterschiedlichen Arbeiten ist den drei Frauen - Nicole Müller fehlt beim WZ-Besuch - anzusehen. "Ich bin die, die die Socken strickt", sagt Angelika Schneider, die auch die Idee zu der Kaktus-Kollektion gehabt hat.

Beim Koffermarkt im Bibliothekszentrum Klosterbau vor vier Wochen waren die kleinen gestrickten Kakteen im Glas der Renner. Mandy Halfort ist mehr für den Bereich Häkeln und Malen zuständig. "Sie ist unsere Ideengeberin", sagt Natalie Schneider, die gerade Weihnachtskarten mit einem kleinen gestrickten Stern und anderen weihnachtlichen Motiven fertigstellt. Ferner stellt sie aus Fimo-Knete kleine Kühlschrankmagnete in Form von Karotten oder als Octopus her. "Und Kakteen natürlich auch", sagt die Friedbergerin.

Beim Weihnachtsmarkt wird auch der neue Vereinskalender "Nepal 2020 - Einblicke und Ausblicke" angeboten - ein weiteres Projekt der "Marktmädels". Der Kalender kostet 19,50 Euro. 15 Euro gehen an den Verein. "Der Rest deckt die Druckkosten", sagt Angelika Schneider. Unterstützt wird die Gruppe von einigen weiteren Vereinsmitgliedern. "Die stricken und häkeln zu Hause und schicken oder bringen uns das dann", sagt Angelika Schneider, die zusammen mit ihren "Mädels" nun auf besseres Wetter als beim Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr hofft. Da mussten die Gruppen spontan in die Stadtkirche umziehen, um dem aufkommenden Sturm und Regen zu entgehen.

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