Neues Blitzgerät

Kaiserstraße: Planung für Sanierungsphase 2 beginnt

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Nach mehrjährigem Stillstand soll die Sanierung der Kaiserstraße fortgesetzt werden. Das gab derFriedberger Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) am Mittwoch bekannt.

Wir beginnen mit der Planung der Kaiserstraße." Der Satz von Friedbergs Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) am Mittwoch im Ausschuss für Energie, Wirtschaft und Verkehr ließ die Kommunalpolitiker aufhorchen. Nach vier Jahren Stillstand – im Dezember 2014 wurde der sanierte Elvis-Presley-Platz eröffnet – soll es endlich mit der Umgestaltung der Einkaufsmeile weitergehen. Auch sonst tut sich manches in Sachen Verkehr in der Kreisstadt.

Was wird aus den Bäumen auf der Kaiserstraße? Müssen alle weg? Darauf dürfte es hinauslaufen, wenn die Sanierung fortgesetzt und neue Versorgungsleitungen gelegt werden. Die meisten Bäume stehen im Weg, sie müssten ersetzt werden. Doch niemand in der Stadtpolitik wollte sich zuletzt so recht an dieses Thema herantrauen. Die Verzögerung hat aber einen weiteren Grund, wie Bürgermeister Antkowiak sagte: "Vergangenes Jahr haben wir die Straßenbeitragssatzung abgeschafft." Solange es die gab, lag das Projekt auf Eis. "Die Kosten wären für die Hausbesitzer nicht zumutbar gewesen."

Auch in Ockstadt Straßensanierung

Ende März, Anfang April sollen nun die Planungen beginnen. Zwei Bauabschnitte sind vorgesehen: einmal vom Elvis-Platz bis zur Kreuzung Ockstädter Straße (hier stehen weniger Bäume, gut denkbar, dass dieser Abschnitt als nächstes folgt) und zum anderen in nördlicher Richtung bis zur Burg.

Am dringendsten sanierungsbedürftig im Stadtgebiet dürfte die Friedberger Straße in Ockstadt sein. Hier gibt es demnächst einen Ortstermin, um die Sanierung anzupacken. Ein anderes Verkehrsprojekt hingegen ist weit gediehen: Wie die Erste Stadträtin Marion Götz (SPD) sagte, wurde an der Homburger Straße ein neues Blitzgerät aufgestellt, das aber noch nicht in Betrieb ist. Das soll Ende des Monats der Fall sein.

Der Lebenslauf einer Blitzanlage

Götz schilderte den "Lebenslauf einer Blitzanlage von der Geburtsstunde bis zur Inbetriebnahme". Zunächst müssen zwei Wochen lang Verkehrsdaten (Zahl der Autos, Geschwindigkeiten) gesammelt werden. Danach wird ein Antrag bei der Polizeiakademie gestellt. Prüfung und Bearbeitung dauerten zwischen vier und acht Wochen. Ein Ortstermin mit allen beteiligten Behörden folgt. Danach wird ein Fundament gegossen, was freilich nur dann möglich ist, wenn keine Minusgrade herrschen. Das Gerät wird eingerichtet, Mess- und Neigungswinkel müssen beachtet werden. Die Abnahme erfolgt durch die Hessische Eichbehörde. Auf diesen Termin warte man, sagte Götz. In zwei Wochen soll das Gerät in Betrieb gehen und die Raser in der Homburger Straße ausbremsen. Zwei weitere Blitzgeräte werden in den kommenden Monaten auf der Kaiserstraße und in Bruchenbrücken aufgestellt.

2004 war Friedberg die erste Stadt im Kreis, die Tempo-30-Zonen einführte. Im August kamen Straßen hinzu (Kaiserstraße, Ockstädter Straße sowie entlang der Bahngleise). Wie Götz sagte, hat die Straßenverkehrsbehörde beim Wetteraukreis teils eine "abweichende Einschätzung", wo Tempo 30 gelten darf und wo nicht. Bei einem Ortstermin sollen die Differenzen geklärt werden.

LED-Lampen für Kreuzung

Die Straßenkreuzung von B 455 (B 3-Zubringer) und Gießener Straße im Norden der Stadt soll mit LED-Lampen beleuchtet werden. Bei einem Ortstermin mit Hessen Mobil soll auch die Frage geklärt werden, wer die Kosten übernimmt. Es geht um Verkehrssicherheit, auch für Radfahrer. Der von Bad Nauheim kommende Radweg endet derzeit kurz vor der Kreuzung; die Friedberger Fortsetzung lässt auf sich warten. Wie Bürgermeister Antkowiak sagte, werde der Radweg direkt über die Kreuzung geführt. Den Vorschlag, die Radfahrer auf Friedberger Seite über die Ottostraße, vorbei am TÜV und über die Fußgängerbrücke zu lenken, werde man nicht aufgreifen.

Außerdem hat die Verwaltung einen "Uralt-Antrag" (Antkowiak) aus der Schublade gezogen: kostenloses Parken für E-Autos. Nachdem im Stadtgebiet insgesamt zwölf öffentlich zugängliche Ladestationen installiert worden sind und laut dem Bürgermeister auch gut angenommen werden, müsse man überlegen, ob man weitere Anreize für diese Form der Fortbewegung setze.

Info

Runder Tisch Stadtbus

Was macht eigentlich der "Runde Tisch Stadtbus"? Nachdem es immer wieder Beschwerden gegeben hatte, wurde auf Antrag der UWG beschlossen, eine Arbeitsgruppe aus Politik, Verwaltung, VGO und Bürgern einzurichten. Das war im Sommer 2016, noch unter einem anderen Ersten Stadtrat. Lange Zeit ist dann nichts passiert. Wie Marion Götz nun mitteilte, hat der Runde Tisch Mitte November erstmals getagt. Im März folge eine weitere Sitzung. Dann werde die VGO Ergebnisse vorlegen, ob und wie die Anregungen der Politiker und Bürger umgesetzt werden können. Es geht u. a. um eine bessere Erschließung des Barbaraviertels und der Burgsiedlung, die (direkte) Busanbindung nach Bad Nauheim, die kostenfreie Busnutzung an den vier Adventssamstagen und um mehr Werbe-Aktionen für den Stadtbus. (jw)

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