Gertrud Marquard und ihr Sohn Martin wollen, dass Friedberg wieder sauber und schöner wird. Am Samstag entfernen die beiden in mühsamer Kleinarbeit illegal aufgeklebte Sticker. Das fiese an den Dingern, egal ob Eintracht Frankfurt oder Fridays for future: Die kleben verdammt gut. 	HARALD SCHUCHARDT
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Gertrud Marquard und ihr Sohn Martin wollen, dass Friedberg wieder sauber und schöner wird. Am Samstag entfernen die beiden in mühsamer Kleinarbeit illegal aufgeklebte Sticker. Das fiese an den Dingern, egal ob Eintracht Frankfurt oder Fridays for future: Die kleben verdammt gut. HARALD SCHUCHARDT

»Sauberes Friedberg«

Kaiserstraße: Freiwillige schaben Aufkleber von Masten ab

  • vonHarald Schuchardt
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Ob Eintracht-Frankfurt-Fans oder Akteure von Fridays for Future: Gerne werden Aufkleber mit Botschaften an Ampelmasten und Co. geklebt. Freiwillige haben diese nun in Friedberg entfernt.

Norbert Simmer, der Ortsbeiratsvorsitzende, gehört zu den Friedbergern, denen die Aufkleber an den Masten von Verkehrsschildern, Ampeln oder Straßenlampen schon lange ein Dorn im Auge sind. »Sie stören einfach. Und es sieht hässlich aus«, sagt Simmer, der schon in den letzten Jahren mit Gleichgesinnten im Rahmen von »Sauberhaftes Friedberg« diese Aufkleber entlang der Friedberger Einkaufsmeile entfernt hatte

Zusammen mit dem Ortsbeirat Kernstadt führt die Stadt Friedberg nun eine Sonderaktion »Sauberhaftes Friedberg« speziell zum Entfernen der Aufkleber an den Masten durch. Startschuss war am vergangenen Samstag, eine zweite Runde folgt am kommenden Samstag.

25 Friedbergerinnen und Friedberger hatten sich vorab angemeldet. »Das hätten wir uns nicht träumen lassen«, sagte die zuständige Erste Stadträtin Marion Götz, die zusammen mit Simmer und Holger Kopsch von der Stabsstelle »Sauberes Friedberg« die Teilnehmer begrüßte. Gekommen waren auch Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender und Bürgermeister Dirk Antkowiak sowie zahlreiche Parlamentarier.

Älteste Teilnehmerin war Gertrud »Gerti« Marquard. »Ich meckere immer, wenn die Stadt dreckig ist. Jetzt kann ich selbst was dagegen tun«, sagte die 77-Jährige, die zusammen mit Sohn Martin nach der Begrüßung an einem Mast an der Ecke Kaiserstraße/Haagstraße die Aufkleber entfernte.

»Ich will, dass Friedberg wieder so sauber wird, wie es früher einmal war«, sagte die rüstige Seniorin, die bekennender Elvis-Fan ist. Ausgerüstet waren diese, wie alle Helfer, mit Eimern voller Wasser, Bürsten, Lappen und Spachteln, die die Stadt ebenso zur Verfügung gestellt hat wie Frotteehandtücher, die mit nach Hause genommen werden durften. Auch Mund-Nasen-Schutz-Masken standen zur Verfügung.

Verwendet wurden nur umweltfreundliche, herkömmliche Reinigungsmittel. »Das Reinigen dauert dadurch vielleicht etwas länger, aber es ist wesentlich besser für die Umwelt«, sagte Kopsch. Natürlich wurde auch auf den Mindestabstand geachtet, auch wenn es beim Entfernen der Aufkleber manchmal etwas eng wurde. Im Marktbereich mussten die Schutzmasken getragen werden.

Damit die Arbeit nicht durch neue Aufkleber schnell zunichte gemacht wird, wurde vom städtischen Mitarbeiter Yavus Bas auf alle von den Aufklebern befreite Masten ein Speziallack aufgetragen.

Dieser Lack sorgt dafür, dass künftig Aufkleber nicht haften bleiben und sich auch Graffiti leicht abwischen lassen. Mehrere Städte hätten mit diesem Lack bereits gute Erfahrungen gemacht, sagte Götz, die sich freut, dass »der Erfolg der Aktion nun lange sichtbar bleibt«.

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