Jobs auf den ersten Blick

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Friedberg/Wetteraukreis (pm). Die Frage nach dem richtigen Ausbildungsberuf stellt für viele junge Menschen eine große Herausforderung dar. Die Pandemie hat die Situation nicht einfacher gemacht, zumal Praktika ausgefallen sind und Ausbildungsmessen in Präsenz nicht stattfinden konnten. Anstelle ihrer Ausbildungsmesse »Berufswegekompass« hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Gießen-Friedberg zu ihrem allerersten »Azubi-Speed-Dating« eingeladen.

24 Wetterauer Ausbildungsbetriebe und Institutionen aus verschiedenen Branchen haben in der Stadthalle Friedberg über ihre Ausbildungsberufe informiert.

Speed Dating heißt »schnelle Verabredung« und steht für eine Party-Veranstaltung, bei der es darum geht, schnell einen Partner zu finden. Man setzt sich mit seinem Gegenüber an einen Tisch und unterhält sich. Nach etwa 15 Minuten wird der Platz gewechselt und der Nächste ist an der Reihe. Das Prinzip des Azubi-Speed-Datings ist ähnlich, nur dass der Gegenüber im Idealfall der neue Chef sein kann.

Die IHK hatte alle allgemeinbildenden Schulen in der Wetterau eingeladen, etwa 100 Schüler folgten dem Aufruf. Dabei konnten die Interessierten bei mehr als einem Unternehmen einen Termin buchen. Was eifrig genutzt wurde. »Wer sich hier anmeldet, ist auch wirklich interessiert«, sagte Kai Schelberg, stellvertretender Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung. »Eine duale Ausbildung ist und bleibt für junge Menschen attraktiv und bildet eine sehr gute Basis für das Berufsleben.«

Jan Eymer (ContiTech Techno-Chemie GmbH Karben) hat neun Gespräche geführt. »Ein bis zwei der Interessierten kommen auf jeden Fall für uns in Frage.« Neben Industriemechaniker sucht das Unternehmen Mechatroniker sowie Fachkräfte für Lagerlogistik. Auch duale Studiengänge werden angeboten. Bei einem Speed Dating hatte Laura Marie Baum (PROTAKT Projekte & Business Software AG in Bad Nauheim) Mara Pauly kennengelernt, die heute ein duales Studium absolviert. Gemeinsam präsentierten sie nun ihr Unternehmen. »Bei uns gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten«, erklärten Nicole Feltgen und Rico Krämer (Ökumenische Diakoniestation Friedberg). Sie empfahlen vorab ein Praktikum, denn »eine Pflegekraft oder ein Altenpfleger muss mehr können als nur zu pflegen«. Wichtig seien vor allem Empathie und Wertschätzung.

Appell an Lehrer

»Jeder Auszubildende, der jetzt fehlt, ist in drei Jahren eine dringend benötigte Fachkraft«, unterstrich Kai Schelberg. »Im gesamten IHK-Bezirk sehen wir die größte Herausforderung darin, junge Menschen zu Bewerbern zu machen.« Insbesondere an Gymnasien sei eine Stärkung der Berufsorientierung dringend geboten. Hier müsse auch aufseiten der Lehrer ein Einstellungswechsel stattfinden. Denn wer nach seiner Ausbildung noch einen Abschluss in der höheren Berufsausbildung draufsetze, komme auf das gleiche Lebenseinkommen wie vergleichbare Akademiker.

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