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Hinter den Kulissen ist alles fertig: Michael Glebocki freut sich, dass er zwei hessischen Produktionen seine Bühne im Schlosshof in Gedern anbieten kann.

Jetzt wird der Wagen zur Bühne

  • VonRedaktion
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Wetteraukreis (pm). Er hat eine große Klappe, aber er bewegt auch einiges. Im Grunde ist er für das Team unverzichtbar, obwohl er doch erst seit Kurzem dabei ist. Und das ist noch nicht das Ungewöhnlichste bei diesem Kollegen: Er überragt nicht nur alle anderen, er hat auch vier Räder und eine Deichsel. Denn »der Neue« im Team ist der »Mehrkulturwagen« mit Michael Glebocki und seiner Frau Dorothee Arden vom »Fresche Keller« in Wallernhausen.

( die WZ berichtete ).

Auf dem Weg zum Veranstaltungsort transportiert der voluminöse Pkw-Anhänger Equipment und Sitzgelegenheiten, später dann dient er als Bühne - dank seiner großen Seitenklappe. Mit ihm ziehen drei regionale Kulturinstitutionen umher, spielen heute hier und morgen dort - tagsüber speziell für Kinder, abends dann für alle anderen: der Fresche Keller aus Nidda, der Kronberger Kulturkreis und das Kulturbüro 11.

Am Freitag geht es los

Dieser Tage ist eigentlich nur eines gewiss: Die Beschränkungen der vergangenen Monate bestimmen weiterhin das Leben. »Auf große Festivals müssen wir auch 2021 verzichten. Und ›wir‹, das sind nicht nur die Kulturschaffenden auf und hinter der Bühne, sondern eben auch die Menschen davor. Uns allen fehlt das Miteinander, das gemeinsam Erlebte«, sagt Dorothee Arden vom Alten Dorfladen in Nidda-Wallernhausen. Deshalb freue das Team des Mehrkulturwagens sich sehr, dass das Land Hessen den finanziellen Rahmen biete, eine coronakompatible Pop-up-Spielstätte zu eröffnen. Denn der Mehrkulturwagen ist gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Kulturpakets 2 des Landes Hessen.

Ende der Woche bietet sich erstmals eine Gelegenheit, den Kollegen mit der großen Klappe und das ganze Team in Aktion zu sehen: Am Freitag, 23. Juli, bereitet der Mehrkulturwagen zwei hessischen Produktionen seine Bühne im Schlosshof in Gedern.

Das Pferde-Musical »Happy Horses« erzählt die Suche der elfjährigen Lotte nach einem neuen Stall für ihr lahmendes Schulpferd, den Haflinger Eduard. Erdacht haben es Sabine Fischmann und Ali Neander, und die beiden präsentieren es ab 15 Uhr live im Mehrkulturwagen für alle Musikfreunde ab 6 Jahren.

Abends heißt es: »Pappsatt«! Sabine Fischmann und Ali Neander präsentieren ab 19 Uhr ein musikalisches 20-Gänge-Menü für zwei Stimmen, Gitarre, Klavier und Beilagen. Ein Programm über das, was alle (nach der Fortpflanzung) am meisten beschäftigt: das Essen und das Trinken. Fischmann und der Gitarrist der Rodgau Monotones Neander servieren 20 Lieder rund um die Nahrungs- und Getränkeaufnahme.

Beide Veranstaltungen kosten keinen Eintritt. Stattdessen geht jeweils nach dem Schlussapplaus der Hut herum.

Kein Eintritt, aber »mit Hut«

Der nächste Halt für den Mehrkulturwagen steht ebenfalls schon fest: Am Mittwoch, 28. Juli, geht es nach Limeshain in den Georgenwald. Dieses Mal tritt nachmittags der Puppenspieler und Geschichtenerzähler Albert Völkl auf und abends folgt die »Lesebühne Ihres Vertrauens« mit Tilman Birr, Elis C. Bihn und Severin Groebner. Die Geschichten für die Kleinen beginnen um 16 Uhr und erzählen unter anderem von August, der sich auf fremde Planeten zu träumen vermag.

Die Erzählungen für die Großen fangen um 19 Uhr an. Es werden kurze Texte aus dem jeweiligen Privatkopf der Vorleser vorgelesen.

Auch an diesem Tag gilt: Der Eintritt ist frei, anschließend geht der Hut herum.

Angesichts der eher wechselhaften Wetterprognosen weist das Team des Mehrkulturwagens noch auf Folgendes hin: Er führt zwar Sitzgelegenheiten mit sich, vor Regen geschützt sind in ihm aber nur die Auftretenden und ihre Ins-trumente. Regenfeste Kleidung oder Schirme wären also von Vorteil.

Alle weiteren Haltestellen auf mehrkulturwagen.com.

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