Jeder Song hat eine Geschichte

  • vonCorinna Weigelt
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Ob Petticoat, Flower Power oder Charleston-Stil, beim Internationalen Frauentag am Freitagabend war in punkto Dresscode alles erlaubt. Ausgelassen feierten Damen (und ein paar Herren) aus der Wetterau bei einem abwechslungsreichen Programm 100 Jahre Frauenwahlrecht im Theater Altes Hallenbad. Auf der Bühne das Quartett Jazz Sisters, welches dem Anlass entsprechend ein vielseitiges Konzert bot. Gleich im Anschluss ging es auf dem Tanzparkett weiter, hier sorgte DJane Ulla für die passende Musik.

Ob Petticoat, Flower Power oder Charleston-Stil, beim Internationalen Frauentag am Freitagabend war in punkto Dresscode alles erlaubt. Ausgelassen feierten Damen (und ein paar Herren) aus der Wetterau bei einem abwechslungsreichen Programm 100 Jahre Frauenwahlrecht im Theater Altes Hallenbad. Auf der Bühne das Quartett Jazz Sisters, welches dem Anlass entsprechend ein vielseitiges Konzert bot. Gleich im Anschluss ging es auf dem Tanzparkett weiter, hier sorgte DJane Ulla für die passende Musik.

Bevor es für das Publikum auf eine musikalische Zeitreise ging, fand zunächst die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch treffende Worte zum Weltfrauentag. Zwar habe sich in den letzten 100 Jahren vieles entwickelt, doch müssen Frauen jeden Tag erneut um ihre Rechte kämpfen. Gleiche Bezahlungen oder berufliche Stellungen seien nicht selbstverständlich. Dass die Entwicklung nicht immer gradlinig nach vorn ging, hob auch die Frauenbeauftragte des Wetteraukreises, Kornelia Schäfer, bei ihrer Begrüßung hervor. "Gehen Sie wählen", motivierte Sie die Anwesenden im Hinblick auf die Europawahl am 26. Mai, für die Rechte der Frauen und für die Demokratie.

Erneut kooperierten die Frauenbeauftragten des Wetteraukreises (Kornelia Schäfer), der Stadt Bad Nauheim (Patricia Mayer), sowie den Städten Friedberg (Michèle Kabisch) und Karben (Gabriele Davis), um auf den Weltfrauentag in der Wetterau aufmerksam zu machen. Auch boten die Damen parallel zum Konzert eine Rückschau der letzten 100 Jahre. Diese begann mit der Geburtsstunde des Frauenwahlrechts in den Nachkriegsjahren 1918. Thematisiert wurden auch die NS-Zeiten, hier war das Frauenbild von einer völkisch-nationalistischen Ideologie geprägt und betonte die Rolle der Frau in der Gesellschaft als Mutter. Weitere Stationen des Rückblicks: Die Aufbruchsstimmung der 50er und 60er Jahre, Frauenbewegungen, Scheidungsrecht, Frauenhäuser, der Paragraf 218 bis hin zur ersten Ministerpräsidentin und Bundeskanzlerin.

Es gibt keine Grenzen

Passend zum Thema gestalteten die Jazz Sisters ihre musikalische Zeitreise. Dabei wagten sich die vier Damen gekonnt an die unterschiedlichsten Genres. Schnell wurde deutlich, Grenzen gibt es hier nicht für die vier Powerfrauen. "Es sind Musikstücke, die auch uns persönlich gefallen", sagte Sängerin Juliane Schaper, die zu jedem Song eine Geschichte zu erzählen wusste.

Virtuos und mit großer Spielfreude entdecken die Jazz Sisters alte, neue, bekannte und vergessene Songs und verleihen ihnen einen ganz eigenen Sound und das kam auch beim Publikum im Alten Hallenbad sehr gut an. Starke Frauen wie Marlene Dietrich und Marilyn Monroe erhielten ebenso einen würdigen Platz im Programm wie die norwegische Jazz-Sängerin Silije Nergaard. Doch nicht nur das hier gefühlvoll interpretierte "Be still my heart" wurde mit großem Beifall belohnt. Wer hätte gedacht, dass zum Weltfrauentag auch ein "Highway to Hell" von AC/DC angestimmt wird? Immer wieder beeindruckte Frontfrau Schaper mit ihrer warmen und wandlungsfähigen Stimme. Im perfekten Zusammenspiel mit Katrin Zurborg an der Gitarre, Nina Hacker am Kontrabass und Uta Wagner am Schlagzeug erklang auch der Welthit "These boots are made for walkin’" von Nancy Sinatra, der den Aufbruch der 60er nicht besser beschreiben könnte. Nach einer Zugabe übergaben die Damen die Bühne an DJane Ulla, die gerne Musikwünsche erfüllte. Aus den vorderen Reihen wurde schnell eine Tanzfläche, bis zum Schluss wurde hier ausgelassen getanzt und gefeiert.

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