Telefonieren gehört zu den Hauptaufgaben von Mirjam Rösch. 100 Corona-Beratungsgespräche am Tag sind keine Seltenheit. FOTO: PRW
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Telefonieren gehört zu den Hauptaufgaben von Mirjam Rösch. 100 Corona-Beratungsgespräche am Tag sind keine Seltenheit. FOTO: PRW

Jeder Anruf bringt etwas Neues

  • vonred Redaktion
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Wetteraukreis(prw). Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamts im Wetteraukreis (Fachdienst Gesundheit und Gefahrenabwehr) sind seit Monaten durch die Corona-Pandemie stark gefordert. Zu ihnen gehört auch Mirjam Rösch. In Diensten der Kreisverwaltung ist sie seit dem Sommer des vergangenen Jahres.

Die gelernte Krankenschwester mit einer Umschulung zur Kauffrau für Büromanagement arbeitet eigentlich in der Fachstelle Kinder- und Jugendgesundheit und Prävention und ist hier im Bereich Einschulungsuntersuchungen tätig. Diese finden aber in diesem Jahr nur für Kinder mit besonderem Förderbedarf statt, weil in Corona-Zeiten solche Aufgaben zurückgestellt werden müssen.

Mirjam Rösch gehört zum Team der Corona-Hotline. "Eine anstrengende Tätigkeit. Man legt den Hörer auf, und schon klingelt es erneut", berichtet die 34-Jährige. "Ich hatte Kontakt zu einem positiv Getesteten. Wie verhalte ich mich?", will jemand wissen. Es komme auf die Länge des Kontaktes und die sonstigen Bedingungen mit und ohne Maske an. "Ich bin Kontaktperson ersten Grades. Wie lange muss ich in Quarantäne bleiben?" Antwort: Zwei Wochen. Oder: "Kann ich als Kontaktperson ersten Grades getestet werden?" Ja, und dann müsse das ganze Ablaufprozedere vorgestellt werden. Viele Reiserückkehrer hätten angerufen oder solche, die einen Urlaub planten", berichtet Rösch.

Ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich Röschs sind die Kontakte zu den Menschen, die in Quarantäne stehen. "Positiv Getestete und Kontaktpersonen ersten Grades werden regelmäßig von uns angerufen." Das wird zunehmend schwieriger bei derzeit rund 1400 Menschen, die als positiv Getestete in Quarantäne stünden und weiteren 4000 Menschen, die als Kontaktperson in Quarantäne seien.

Kein Spielraum

"Zu Beginn der Pandemie haben wir die Menschen jeden zweiten, spätestens jeden dritten Tag angerufen. Das schaffen wir jetzt nicht mehr. Bei Personen, bei denen befürchtet wird, dass sie die Quarantäneauflagen nicht einhalten, wird auch häufiger angerufen", erklärt sie.

Rund 100-mal am Tag klingelt das Telefon. Manche hätten einfach nur kurze Fragen, andere wollten die Quarantänebedingungen ausdiskutieren. Aber da räume das Infektionsschutzgesetz keinen Spielraum ein. Eltern zum Beispiel rufen an, weil die Kindertagesstätte geschlossen wurde, nachdem eine Erzieherin positiv auf das Virus getestet wurde. Gerade in den Kindertagesstätten sind alle Kinder dann Kontaktpersonen ersten Grades der Erzieherinnen und müssen deshalb in Quarantäne. "Da bleibt uns nichts anderes übrig als die Rechtslage zu erläutern, auch wenn wir damit nicht jeden glücklich machen. Die meisten Personen, die wir anrufen, etwa um den Kontakt zu halten, sind aber dankbar, wenn sich jemand nach ihrem Befinden erkundigt. Manche Tage", so Mirjam Rösch, "sind extrem anstrengend, aber es ist eine Arbeit, die befriedigt, auch weil viele Menschen positiv auf unsere Anrufe reagieren, etwa wenn wir nach ihrem Befinden in der Quarantäne nachfragen."

Ein dritter Aufgabenblock Röschs ist ihre Arbeit im Testzentrum in Reichelsheim. Täglich werden dort mehr als 120 Tests durchgeführt. Einmal pro Woche leistet sie hier Dienst, unterstützt den Mediziner oder die Medizinerin bei den Tests, sorgt für Sterilität und verpackt die Proben.

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