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Pläne für Kasernenentwicklung

Irritationen um Pläne für Kaserne Friedberg - Kritik: "Kopie mit Variationen meiner Diplomarbeit"

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Die Stadt hat einen Plan der Friedberger Kaserne entwerfen lassen. Dem Architekten Michael Bender ist dieser Plan nur zu gut vertraut. Er sagt, es handele sich um eike Kopie seiner eigenen Arbeit.

Friedberg - Mit dem Planentwurf der Friedberger Kaserne will die Stadt in die Verkaufsverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) über das 74 Hektar große Areal einsteigen. Betrachtet der Architekt Michael Bender den Plan und den eigenen Entwurf, den er 2008 für seine Diplomarbeit erarbeitet hat, fallen ihm viele Parallelen auf. Mittlerweile sei eine der augenfälligsten Parallelen, der auf halber Höhe in Ost-West-Richtung verlaufende Hauptgrünzug, aus dem städtischen Konzept verschwunden. Bender bleibt dabei: Er sieht im städtischen Entwurf »nach wie vor eine Kopie mit Variationen meiner Diplomarbeit«.

Bender hat merkwürdige Erfahrungen mit dem Rathaus gemacht. Eine Amtsleiterin habe ihm gesagt, den Mitarbeitern sei seine Diplomarbeit nicht bekannt gewesen. Dabei ist sie in Wort und Bild seit 2008 im Internet zu finden, unter wartberg-friedberg.de.

Benders Arbeit wurde 2008 vier Wochen lang im Bibliothekszentrum Klosterbau ausgestellt. Daraufhin lud ihn die BImA nach Frankfurt zu einer Präsentation ein. »Über gleiches Interesse durch die Stadt hätte ich mich gefreut.«

Denkmalschutz in der Kaserne

Immerhin: Agenda 21, Geschichtsverein, CDU und SPD fragten nach. Bender erinnert sich, wie der verstorbene Dr. Olaf Osten (CDU) als Vorsitzender des Konversionsausschusses seine Arbeit als »das quantitativ und qualitativ Beste, was zur Kaserne vorgelegt wurde« bezeichnet habe.

Aufgrund von Benders Arbeit wurde ein Teil der ehemaligen Kaserne vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen als Gesamtanlage unter Schutz gestellt. Die städtische Planung fuße »eindeutig hierauf«.

Viel Geld sei für Planungsleistungen ausgegeben worden, sagt Bender. Bislang ohne Ergebnis. Den Ausgangspunkt aber zur Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts wurde der Stadt laut Bender »unbezahlt durch meine Diplomarbeit geliefert«. Diese kostete ihn rund 4000 Euro. Die Stadt habe ihm seinerzeit angeboten, er solle ihr die Arbeit für 400 Euro »schenken«. Für Bender eine »Respektlosigkeit«, zumal er befürchtete, sein Plan würde an andere Architektenbüros weitergereicht.

Der neue Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) habe ihm zugesagt, seine Diplomarbeit würde künftig mehr gewürdigt, sagt Bender. »Bisher warte ich noch auf die Einlösung dieses Versprechens.« Etwa dadurch, dass er seine Arbeit anhand von Plänen und Modellen in den städtischen Gremien vorstellen kann.

Bender: »Bei der Gelegenheit kann sich dann jeder entscheiden, ob er das Original oder die Kopie mit Variationen bevorzugt bzw. welche Teile für das finale Konzept zur Entwicklung des Stadtquartiers am Wartberg Verwendung finden sollen.«

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