Investor plant Seniorenheim

Friedberg (jw). "Das ist ein Quantensprung", freute sich Bürgermeister Michael Keller (SPD), während der CDU-Fraktionsvorsitzende Olaf Beisel das Bauvorhaben zwar ebenfalls positiv, aber verhaltener kommentierte: "Das ist besser als ein Getränkemarkt." In der Mainzer-Tor-Anlage 44, wo bis Mitte 2011 das Autohaus Dunker seinen Sitz hatte, soll ein Seniorenpflegeheim entstehen.

Geplant ist ein zwei- und dreigeschossiger, u-förmiger Bau mit Öffnung zur Carl-Damm-Straße, es soll 110 Zimmer mit 126 Betten für die Bewohner geben, davon 85 Prozent Einzelzimmer. Ein Investor aus Hamburg will das Projekt realisieren. Zwischen 90 und 100 Angestellte sollen hier einmal arbeiten. Der Bauausschuss hat am Donnerstagabend die Offenlage der Pläne einstimmig beschlossen, doch es gibt noch ein Problem: Es fehlen Parkplätze.

Zuerst sollten in dem Quartier zwischen Mainzer-Tor-Anlage und Carl-Damm-Straße Wohnungen gebaut werden. Die Stadt begrüßte das, doch das Vorhaben wurde seitens des Eigentümers aufgegeben. Er favorisierte Lebensmittelmärkte. Das Stadtparlament lehnte dies ab, beschloss eine Veränderungssperre, die Neuauflage des Beschlusses erklärte das Verwaltungsgericht Gießen aber für nichtig. Im vergangenen Jahr drehte sich das Blatt: Die Hanseatische Gesellschaft für Seniorenimmobilien HBB erwarb das Gelände, will ein Seniorenpflegeheim bauen. "Dann hat die Veränderungssperre ja doch etwas bewirkt", freute sich Winfried Ertl (UWG).

Die HBB und das Architektenbüro Broll & Förster aus Berlin planen dort, wo bislang die Autowerkstatt, das Teilelager und die Verkaufs- und Beratungsräume des Autohauses waren, einen u-förmigen Bau. Der größere Teil (Rückseite der Kaiserstraßen-Bebauung) soll drei Voll- und ein Dachgeschoss aufweisen, die sich anschließenden Gebäudeteile (zur Carl-Damm-Straße hin) sind zweigeschossig; damit sie sich in die Umgebung einpassen, sind abgeflachte Walmdächer vorgesehen. Außerdem wird hier ein Innenhof mit Rasen, Garten, Springbrunnen und Bäumen angelegt. Während es auf dieser Seite nur einen Zugang für Fußgänger gibt, können Autofahrer (wie bisher auch) von der Mainzer-Tor-Anlage auf das Gelände fahren. 24 Autoparkplätze soll es hier geben. Weitere Punkte aus den Planungsunterlagen: Foyer, Festsaal, Großküche, Entspannungsraum, Gemeinschaftsräume auf allen Etagen, barrierefreie Ausstattung; die Einzelzimmer sind etwa 18, die Zweibettzimmer etwa 24 Quadratmeter groß.

Sorge um Parkplätze

Die Kommunalpolitiker begrüßen das Projekt. "Ja, wir brauchen Altenheime", sagte der Grünen-Senior Carl F. Cellarius. Solardächer seien aber leider nicht vorgesehen und es gebe zu wenig Parkplätze. "Die Besucher kommen meistens mittags", meinte Rosa-Maria Bey (CDU). Dann, ergänzte Ertl, sei das Quartier zugeparkt. "Bei der Offenlage des Bebauungsplans kann man noch etwas machen", zeigte sich Achim Güssgen (FDP) zuversichtlich, dass am Ende doch noch ein paar mehr Parkplätze für Mitarbeiter, Bewohner und Besucher entstehen könnten.

Wie Dr. Christiane Pfeffer, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung, erläuterte, sind laut der am Mittwoch auf den Weg gebrachten neuen Stellplatzsatzung ein Parkplatz pro sechs Betten vorgeschrieben. Im Vergleich zu anderen Städten liege Friedberg an der Spitze: In Bad Nauheim gelte ein Verhältnis eins zu zehn, in Bad Vilbel und Bad Homburg eins zu acht. Parkplätze für Besucher könnten laut Satzung nicht gefordert werden. Nach dem einstimmigen Beschluss muss das Stadtparlament dies bestätigen, dann werden die Pläne öffentlich ausgelegt und die Behördenbeteiligung durchgeführt.

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