Landrat Jan Weckler (2. v. r.)), Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs (3. v. l.) und Sigrid Mosbach, ehrenamtliche UNICEF-Mitarbeiterin, mit der letzten Belegschaft des Impfzentrums in Büdingen.
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Landrat Jan Weckler (2. v. r.)), Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs (3. v. l.) und Sigrid Mosbach, ehrenamtliche UNICEF-Mitarbeiterin, mit der letzten Belegschaft des Impfzentrums in Büdingen.

Schließung des Impfzentrums

Bilanz des Wetterauer Impfzentrums in Büdingen: 83 Liter Impfstoff in neun Monaten verabreicht

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Immer wieder hat der Wetteraukreis auf die Möglichkeit hingewiesen, sich in Büdingen gegen Corona impfen zu lassen. Am Sonntag war der letzte Öffnungstag des Impfzentrums. Eine Bilanz.

Friedberg – Mit der Anordnung aus dem Hessischen Innenministerium hat das Impfzentrum des Wetteraukreises neun Monate nach der Eröffnung geschlossen. Landrat Jan Weckler war am Sonntag, dem letzten Tag der Öffnung, vor Ort in Büdingen, um Bilanz zu ziehen und den Mitarbeitern für ihre Arbeit zu danken.

»Mitte Dezember 2020«, erinnerte der Landrat, »kam der Befehl, in jedem Landkreis ein Impfzentrum zu errichten. Binnen kürzester Zeit konnten wir diese Immobilie nicht nur anmieten, sondern auch so weit herrichten, um sie für diese gewaltige Aufgabe zu nutzen.« Die erste Impfung erfolgte dann noch im Dezember in einer Altenpflegeeinrichtung in Wölfersheim durch die ersten mobilen Impfteams. Bis das Impfzentrum seine Arbeit aufnehmen konnte, vergingen allerdings noch einige Wochen. »Wir erinnern uns, wie knapp die Impfstoffe waren und wie sehr sich viele Menschen eine Impfung gewünscht haben«, sagte der Landrat.

Bilanz des Wetterauer Impfzentrums: 1. Mai der Tag mit meisten Impfungen

Zu allererst habe es im Frühjahr gegolten, die Hochbetagten und Menschen in den Altenpflegeeinrichtungen zu impfen. »Deren Schutz hatte absolute Priorität, weil eine Infektion mit dem Virus für sie lebensbedrohliche Komplikationen haben konnte und leider auch zu mehr als 500 Todesfällen führte.«

Mitte März gab es dann die 20 000. Impfung. »Das war auch der Zeitpunkt, an dem wir als erster Landkreis in Deutschland Impfdosen an Hausärzte weitergegeben haben, um sie in das Impfgeschehen einzubinden. So konnten wir die Impfgeschwindigkeit deutlich erhöhen«, erläuterte Weckler. Dennoch war bis in den Mai hinein der fehlende Impfstoff ein limitierender Faktor. Gleichwohl wurde am 1. Mai die höchste Zahl an Impfungen im Impfzentrum in Büdingen registriert. 2375 Impfungen wurden an diesem Tag verabreicht. Danach pendelte sich die Zahl der täglichen Impfungen zwischen 1200 und 1500 ein.

Mit den Sommerferien ging dann das Interesse an den Impfungen spürbar zurück. Man sei dann dazu übergegangen, mit niedrigschwelligen Impfangeboten Menschen vor Ort zu erreichen, heißt es in der Pressemitteilung des Wetteraukreises - mit Verweis auf Kultur und Impfen, Einkaufen und Impfen, Impfen an Schulen und öffentlichen Plätzen. An Angeboten habe es nicht gefehlt, auch wenn das Impf-Interesse letztendlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei.

Bilanz des Wetterauer Impfzentrums: Fast 210 000 Dosen wurden ausgegeben

»Dennoch aber kann man vom Aufbau, dem Betrieb und jetzt der Schließung des Impfzentrums von einer Erfolgsgeschichte sprechen, eine echte Teamleistung, die nur durch Sie möglich geworden ist«, lobte Landrat Weckler die Mitarbeiter des Impfzentrums.

In den Höchstzeiten, zwischen April und Juli, arbeiteten im Impfzentrum etwa 80 medizinische Fachkräfte, 45 Ärztinnen und Ärzte, 60 Personen im Service, beim Sicherheitsdienst und in der Reinigung und zusätzlich zwölf Verwaltungskräfte. Insgesamt wurden fast 210 000 Impfdosen ausgegeben, umgerechnet 83 Liter der Impfstoffe von Biontech, Moderna, Johnson & Johnson und Astrazeneca. Sebastian Luft und Kevin Schubach, die das Impfzent-rum leiteten, hoben hervor, wie die Mitarbeiter aus den verschiedenen Abteilungen zu einem großen Team zusammengewachsen seien. Eine Mitarbeiterin der Service-Firma habe sogar im Impfzentrum einen Heiratsantrag bekommen, den sie auch angenommen habe, schreibt der Kreis.

Das Feedback der Impflinge sei überwiegend positiv gewesen, besonders zu Beginn als viele ältere Menschen das Impfzentrum besucht hätten. Aber auch im weiteren Verlauf habe es viele Zuschriften mit positiven Rückmeldungen gegeben. Es habe auch Kritik gegeben, die sehr ernst genommen worden sei - »denn nur so konnten einzelne Abläufe optimiert und Wartezeiten verkürzt werden«, heißt es weiter.

Schließung des Wetterauer Impfzentrums: Impfungen weiter bei Hausärzten

Als schöne Geste bezeichnete Weckler die Spendendosen, mit denen Geld für die weltweite Impf-Aktion von UNICEF gesammelt wurde. Mehr als 15 000 Euro kamen auf diesem Weg zusammen.

Mit der Schließung des Impfzentrums in Büdingen wird jetzt die Inneneinrichtung abgebaut und an den Event-Ausstatter zurückgegeben. Die Impfregelversorgung findet ab sofort ambulant in den Praxen der Hausärztinnen und Hausärzte statt.

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