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In Lehrer-Kreisen gibt es Beschwerden über das Impfmanagement des Staatlichen Schulamts mit Sitz in Bad Vilbel. Die Behörde kann die Kritik an ihrer Vorgehensweise nicht nachvollziehen.

Kritik am Schulamt

Wetteraukreis: Corona-Impfungen für Lehrer „mit einigen Hürden verbunden“

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Auch Lehrer hoffen in der Pandemie darauf, rasch geimpft zu werden. Eine Lehrerin aus dem Wetteraukreis übt allerdings scharfe Kritik an den vom Staatlichen Schulamt verordneten Abläufen,was die Behörde klar zurückweist.

Beginnt nach den Osterferien die Schule wieder, stehen Lehrkräfte erneut an exponierter Stelle, weshalb sie bei den Corona-Impfungen der Prioritätsgruppe 2 zugeordnet sind. Nicht alle Lehrer und Lehrerinnen sind mit den Terminvergaben zufrieden. Das gilt auch für eine Lehrerin, die lieber anonym bleiben will. Sie arbeitet an einer Schule im Wetteraukreis, ist mittlerweile durch ihren Hausarzt geimpft. »Das war aber mit einigen Hürden verbunden«, berichtet sie.

So früh wie möglich hatte sich die Pädagogin im Impfportal Hessen registrieren lassen. »Unabhängig davon ging ein bis zwei Tage später eine E-Mail des Staatlichen Schulamts in der Schule ein«, erzählt sie. Initiator sei das hessische Kultusministerium gewesen. Wie es in dem Schreiben hieß, könnten sich Lehrer, Betreuer, Sozialpädagogen und Ganztagspersonal auf eine Impfliste setzen lassen. Vorgabe sei aber gewesen, sich nicht gleichzeitig über das hessische Impfportal und die Liste des Ministeriums zu melden. Ein Teil der Lehrer habe das Impfportal gewählt, der andere Teil die Liste des Schulamts für den Hochtaunus- und Wetteraukreis in Bad Vilbel.

Corona-Impfungen für Lehrer im Wetteraukreis: Auf anderen Wegen zum Impftermin

Für die Kollegen auf der Schulamtsliste habe die Impfung irgendwann begonnen. »Ungefähr die Hälfte bekam auf diese Weise einen Termin. Es dauerte allerdings lange, bis es einigermaßen losging.« Die Lehrkräfte, die sich über das Impfportal angemeldet hatten, seien für Astrazeneca registriert gewesen. »Dort erhielt fast niemand einen Termin«, fährt die Lehrerin fort. Verzweifelt hätten sich einige Kollegen in Frankfurt beim Impfportal »Terminland.de« registrieren lassen, wo relativ rasch Termine vergeben worden seien.

Andere Lehrkräfte hätten die Telefonnummer des Impfzentrums Büdingen herausbekommen, angerufen und nach einem Termin gefragt. »Dort sagte man zu zwei, drei Kollegen: ›Ihre Impfung müsste doch schon gewesen sein.‹« Wie sich herausstellte, sei es bei der Übertragung der E-Mail-Adressen zu Schreibfehlern gekommen. Einige hätten die Impfung aufgrund ihres Anrufs in Büdingen erhalten, wobei Biontech oder Moderna zum Einsatz kamen.

Bis zu den Osterferien hätten letztlich alle Mitarbeiter der Schule entweder einen Termin erhalten oder seien bereits geimpft worden: »Weil sie auf der Liste des Schulamts standen, weil sie in Büdingen angerufen haben oder über das Frankfurter Impfzentrum gegangen sind.«

Am Staatlichen Schulamt übt unsere Gesprächspartnerin Kritik. »Wir fühlten uns nicht gut genug unterstützt, es war ein Chaos. Dann kam noch das Problem mit Astrazeneca dazu, aber das wurde zum Glück schnell umgestellt. Insgesamt sind die Kollegen mittlerweile ein Stück weit beruhigt, weil sie die Impfung bekommen haben oder zeitnah erhalten werden.« Komplett geschützt seien sie allerdings erst nach der zweiten Impfung.

Corona-Impfungen für Lehrer im Wetteraukreis: Schulamt weist Vorwürfe zurück

Nach Aussage von Jaclin Brown, Sprecherin des Staatlichen Schulamts in Bad Vilbel, kann von einem »Chaos« nicht die Rede sein. »Jeder Lehrer musste sich entscheiden, ob er sich über das Impfportal anmelden wollte oder über das Listenverfahren des Schulamtes. Es gab keinen Zwang, entweder das eine oder das andere zu tun.«

Die Liste sei ein Zusatzservice für die Lehrkräfte gewesen, um eine mögliche Warteschleife bei der Anmeldung im Impfportal zu vermeiden. Eine Anmeldung in beiden Verfahren sei nicht zulässig gewesen, um das Nichterscheinen zu einem Impftermin ausschließen zu können. »Denn damit wäre der kostbare Impfstoff verdorben.«

Das Schulamt habe zu keinem Zeitpunkt auf die Terminvergabe Einfluss nehmen können. »Als das Listenverfahren ins Leben gerufen wurde, war nicht bekannt, wann die Termine im Impfzentrum stattfinden werden«, erklärt Brown. Das Verfahren sei im Wetteraukreis mit der Weitergabe der Listen an das Impfzentrum abgeschlossen gewesen. »Das wurde von Anfang an so kommuniziert. Eine Nachmeldung weiterer Personen auf weiteren Listen war nicht vorgesehen, da die Möglichkeit der Anmeldung über das Impfportal weiterhin bestand.«

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