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Die Verleihung in der Kategorie »Lebenswerk« (v. l.): Frank Dehnke, Heinz Feuerbach, Ursula Stock, Wolfgang Klingohr, Thomas Keck, Norbert Deforth, Maria Hahn, die den Preis für ihren verstorbenen Mann Gerhard Hahn entgegennimmt, und Landrat Jan Weckler.

Im Einsatz für die Gemeinschaft

  • Sabrina Dämon
    VonSabrina Dämon
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Wetteraukreis (pm/sda). Sinfoniekonzerte in Bad Nauheim, Handballtraining in Friedberg, Theater in Assenheim - dass all diese Angebote zustandekommen, ist den Menschen zu verdanken, die ihre Freizeit dem Ehrenamt widmen. Diese Woche sind zwölf Wetterauer für ihr Engagement mit dem Bürgerpreis der Stiftung der Sparkasse Oberhessen geehrt worden. Landrat Jan Weckler und Frank Dehnke, Sparkassen-Vorstandsvorsitzender, überreichten die Haupt- und Anerkennungspreise im Theater Altes Hallenbad in Friedberg.

Zuvor hatte eine Jury, zu der die Landräte aus Wetterau und Vogelsberg, die Vorsitzenden der Bürgermeister-Kreisversammlungen sowie Vertreter der Wetterauer Zeitung und des Kreis-Anzeigers gehören, insgesamt 21 Preisträger aus rund 60 Bewerbungen ausgewählt - zwölf Preise gehen in die Wetterau, neun in den Vogelsberg. Im Wetteraukreis gab es Preisgelder in Höhe von insgesamt 7500 Euro, die Gelder kommen gemeinnützigen Organisationen zugute.

»Ich weiß, dass Sie für Ihr Ehrenamt viel Zeit und Herzblut aufbringen«, sagte Dehnke in seiner Begrüßung. »Ich kann jeden nur ermutigen, sich freiwillig einzubringen.«

Landrat Weckler lobte den »unschätzbaren Dienst für die Gemeinschaft« der Ehrenamtlichen. Im Landkreis gebe es rund 100 000 ehrenamtlich tätige Menschen, deren Engagement in seiner Vielfalt das soziale Rückgrat sei, das die Wetterau zusammenhalte. Die Redner dankten den Preisträgern und lobten deren Vorbildfunktion. Der Bürgerpreis sei dazu da, solche Vorbilder der Öffentlichkeit vorzustellen.

Der Preis wird seit zwölf Jahren in Oberhessen verliehen. In diesem Jahr ist zum ersten Mal ein Preisträger posthum mit dem Preis gewürdigt worden: Der Steinfurther Gerhard Hahn wurde für sein Lebenswerk geehrt. Er ist 2020 an Covid-19 gestorben.

Die Preise sind in drei Kategorien verliehen worden, es gab Anerkennungspreise (dotiert mit 250 Euro) sowie Hauptpreise (1000 Euro). Moderator Gunnar Bolsinger stellte die Preisträger vor:

Kategorie »Alltagshelden«

Richard Betz aus Büdingen (Anerkennungspreis). Betz engagiert sich seit über 50 Jahren in Vereinen in Ortenberg und Umgebung. Allein bei den Schützen in Ortenberg übernahm er über 40 Jahre Vorstandsämter.

Hiltrud Hölzinger aus Bad Nauheim (Anerkennungspreis). Hölzinger ist die zweite Vorsitzende des Jugendstilvereins und seit vielen Jahren die treibende Kraft hinter den Jugendstil-Ausstellungen in Bad Nauheim. Ihr aktuelles Projekt ist die Konzeption der Geisler-Ausstellung.

Ursula Jacobsen aus Karben (Hauptpreis). Jacobsen wird für ihr Engagement in der Hospizhilfe Karben und Umgebung gewürdigt. Die Helfer der ambulanten Hospizhilfe arbeiten in der südlichen Wetterau als Begleiter Schwerstkranker und Sterbender sowie deren Angehöriger. Jacobsen hat die Gruppe vor 13 Jahren mitbegründet und aufgebaut. Zwölf Jahre lang leitete sie das Hospizangebot als Koordinatorin und Vereinsvorsitzende.

Diethard Bauer aus Bad Nauheim (Hauptpreis). Bauer ist der 1. Vorsitzende des Fördervereins sinfonische Musik. Er ist sehr aktiv im kulturellen Leben engagiert und konnte erfolgreich Unterstützer für die sinfonische Musik gewinnen. Ihm ist es zu verdanken, dass die sinfonische Reihe in Bad Nauheim Bestand hat.

Kategorie »Engagierte unter 30«

Jakob Sommer aus Friedberg (Anerkennungspreis). Der 17-jährige Sommer engagiert sich seit vier Jahren in der Handballabteilung der TG Friedberg. Im Vorstand arbeitet er als Jugendvertreter, nun auch auf Verbandsebene. Mit 13 Jahren kam er ins Trainerteam der Handball-Minis, machte eine Sportassistentenausbildung und stieg als Co-Trainer der C-Jugend ein.

Julia Mörler aus Ockstadt (Hauptpreis). Mörler engagiert sich seit ihrem zwölften Lebensjahr in vielen Vereinen in Friedberg und Umgebung. Bei der TG Friedberg ist sie vor allem in der Jugend- und Vorstandsarbeit aktiv. Zudem gibt sie Schwimmkurse für Geflüchtete sowie Kurse für Kinder und Jugendliche im Ockstädter Schwimmbad.

Kategorie »Lebenswerk«

Wolfgang Klingohr aus Ober-Mörlen (Anerkennungspreis). Klingohr engagiert sich seit 1987 bei der 1. Ober-Mörler Karnevalsgesellschaft Mörlau. Ob als Sitzungspräsident, Mitglied des Elferrats, Kassenprüfer oder Büttenredner - er ist in jeder Kampagne mit Herzblut dabei. In der Ober-Mörler Arbeiterwohlfahrt engagiert er sich als 2. Kassenwart sowie als Einkäufer und Vorlesepate.

Thomas Keck , Friedberg (Anerkennungspreis). Keck - »Mr. Handball« - ist seit über 25 Jahren ehrenamtlich für die Handballabteilung der TG Friedberg aktiv. Zunächst war er Spieler, später engagierte er sich kontinuierlich bis heute als Jugend- und Erwachsenentrainer. Bis zu dreimal in der Woche ist er mit seiner Mannschaft in der Halle für Trainingsbetrieb und Spiel.

Heinz Feuerbach aus OberWöllstadt. »Ricky« Feuerbach engagiert sich seit 56 Jahren in einer Vielzahl von Vereinen für Ober-Wöllstadt. Seine Ämter füllen buchstäblich mehrere Seiten, darunter der Vorsitz der ARGE der Ortsvereine, des VdK sowie des WNV-Männerballets.

Norbert Deforth aus Assenheim (Hauptpreis). Seit über 40 Jahren lebt, inszeniert und vermittelt Deforth das Theaterspiel in Assenheim und in ganz Hessen. Er ist 1. Vorsitzender der Theatergruppe Assenheim, die mit ihren 250 Mitgliedern jährlich ein Musical produziert. Über zehn Jahre führte Deforth zudem als Präsident den Verband Hessischer Amateurtheater.

Ursula Stock aus Friedberg (Hauptpreis). Stock hat als Vorsitzende des Volksbildungsvereins Friedberg 37 Jahre lang maßgeblich die Bildungsarbeit von Friedberger und Bad Nauheimer kulturellen Bildungsträgern gestaltet. In ihren Ämtern organisierte und moderierte Stock die wöchentlich angebotenen Vortragsreihen und wirkte selbst unzählige Male als Referentin.

Gerhard Hahn (posthum in der Kategorie »Lebenswerk« mit einem Hauptpreis geehrt). Er lebte wie kein Zweiter das ehrenamtliche Engagement für seinen Heimatort Steinfurth. Er war nicht nur jahrzehntelang Ortsvorsteher sowie Stadtrat und Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Bad Nauheim - er stand auch viele Jahre dem Kultur- und Sportausschuss Steinfurth vor. Hahn engagierte sich in federführender Rolle beim Rosenfest, gab das Steinfurther Blättchen heraus und unterstützte viele Vereine mit Rat und Tat.

Zur Würdigung des Andenkens von Gerhard Hahn hat die Jury des Bürgerpreises Oberhessen entschieden, den Preis zum ersten Mal posthum zu verleihen.

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