So soll der Verkehrskreisel am Junity aussehen: Holzfiguren, die Menschen in Bewegung darstellen, sind um fünf Stelen aus Acrylglas angeordnet, die in der Dunkelheit beleuchtet werden. Die von Schülern des Burggymnasiums entworfenen Skulpturen zeigen ein offenes, vielfältiges Friedberg.
+
So soll der Verkehrskreisel am Junity aussehen: Holzfiguren, die Menschen in Bewegung darstellen, sind um fünf Stelen aus Acrylglas angeordnet, die in der Dunkelheit beleuchtet werden. Die von Schülern des Burggymnasiums entworfenen Skulpturen zeigen ein offenes, vielfältiges Friedberg.

Verkehrskreisel mit wechselnden Figuren

Friedberg: Entwurf für Burgfeld-Kreisel vorgestellt

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
    schließen

Er soll Bewegung symbolisieren und die Vielfalt Friedbergs darstellen: Schüler des Friedberger Burggymnasiums haben ihren Entwurf für die Innengestaltung des Verkehrskreisels am Junity vorgestellt.

Eins vorneweg: Die Friedberger müssen noch ein wenig Geduld aufbringen. Gut Ding will Weile haben, außerdem sorgt die Pandemie dafür, dass die Innengestaltung des Verkehrskreisels am Burgfeld, der im August 2020 für den Verkehr freigegeben wurde, noch ein paar Monate auf sich warten lassen wird. Aber der Anfang ist gemacht, wovon sich der Magistrat am Montagmorgen im Junity überzeugen konnte.

Der Kreisel wurde direkt vor dem Jugendhaus Junity gebaut, also stand für Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) fest, dass die Stadt hier auf Bürgerbeteiligung setzt: »Die Jugendlichen sollen die Gestaltung übernehmen.« Ein offenes Beteiligungsprojekt kam aufgrund der Corona-Pandemie nicht in Frage. Das Junity schloss sich mit dem Kunstkurs des Burggymnasiums kurz, zwölf Schüler und Lehrerin Ulrike Orton trafen sich mit Sozialarbeiterin Simone Junker zu Workshops und hatten schon bald eine für hiesige Verkehrskreisel geradezu revolutionäre Idee: Es wird ein Kreisel, der immer wieder sein Aussehen verändern kann.

Friedberg: Figuren sollen Nachts beleuchtet sein

Nico Fingernagel, Carlo Brüggemann, Cornelius Baumbach und Sophia Theißen erläuterten den Entwurf anhand eines Modells. 18 Holzfiguren sowie fünf monumentale, die Figuren umgebenden Stelen aus farbigem Acrylglas werden aufgestellt. Die Stelen werden 3,50 Meter hoch und 1,25 Meter breit. Nachts werden sie durch LED beleuchtet, die Grundfläche des Kreisels wird mit Ziergras bepflanzt.

Hauptaugenmerk sind die Figuren. Es handelt sich um Schattenrisse der zwölf Kunstkurs-Teilnehmer, die fotografiert, auf Holz aufgetragen und lackiert wurden. Eine Figur spielt Saxofon, eine andere treibt Sport, die dritte liest ein Buch, eine junge Familie geht mit dem Hund spazieren, Wanderer deuten auf den Adolfsturm, der durch die farbigen Stelen in einem neuen Licht erscheint. Grundidee sei die Darstellung von Bewegung: Die Figuren tanzen, springen, wandern oder fotografieren die Umgebung. Das Besondere dabei: Die Figuren sind austauschbar, nicht alle werden gleichzeitig aufgestellt. Wird eine durch ein Auto beschädigt oder (was hoffentlich ausbleibt) durch Vandalismus zerstört, wird sie ersetzt. Das sei auch tagesaktuell möglich, sagten die Schüler. Werde in Friedberg ein Fest gefeiert, bei dem mal wieder Palmen die Kaiserstraße schmücken, ist eine hölzerne Palme denkbar. »Das ist in zwei Stunden gemacht«, sagte ein Schüler mit guten Verbindungen zum Bauhof-Schreiner.

Vertreter von Stadt, Junity und Burggymnasium stellen ihr Modell vor und erläutern die Ideen dahinter.

Friedberg: Kreisel mit flexibler Innengestaltung

»Die Innengestaltungen von Kreiseln sind in der Regel auf alle Zeiten festgelegt«, sagte Kunstlehrerin Ulrike Orton. »Dieser Kreisel wächst mit und verändert sich«, gerade so, wie sich auch die Stadt verändert. »Die Motivation der Schüler war auch deshalb sehr hoch, weil sie sich hier in ihrer Stadt verewigen können.«

»Das ist eine super Arbeit, ein echtes Unikat, ein Alleinstellungsmerkmal«, sagte Erste Stadträtin Marion Götz (SPD) und war wie ihre Magistratskollegen angetan von den Ideen der Jugendlichen. Stadträtin Ruth Mühlenbeck, die am Montag Geburtstag feierte, wollte wissen, ob es auch Figuren gibt, die ältere Menschen darstellen. Ja, antworteten die Schüler, alle Altersgruppen seien bei der Gestaltung berücksichtigt worden, aber auch Blinde mit einem Blindenhund oder eine Katze.

Friedberg: Vom Modell zur Skulptur

Jetzt muss aus dem Modell nur noch eine echte Skulptur werden. Die Holzfiguren stehen bereit, sie sollen noch lackiert werden, damit sie wetterfest sind. Wie die Stelen sollen auch die Figuren beleuchtet werden. Dafür sind Bodenspots vorgesehen. Die Stadt muss nun die Arbeiten in Auftrag gegeben: Pflanzarbeiten, Elektrik verlegen, die Stelen anfertigen lassen, für Beleuchtung sorgen. Die Gesamtkosten liegen bei 120 000 Euro.

Einen Termin, wann der neue Kreisel samt seiner Innengestaltung fertiggestellt ist, gibt es noch nicht. Die Verzögerung sei bedauerlich, sagte, Bürgermeister Antkowiak. Sie sei unter anderem zurückzuführen auf die Pandemie. Bis Figuren und Stelen stehen, wird der bislang recht karg aussehende Kreisel mit einer »Zwischenbegrünung« gepflanzt. Die Verwaltung hat sich für Phacelia-Pflanzen entschieden, die auch als »Bienenweide« bekannt sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare