Die Horror-Kutsche vor dem Haus in der Erasmus-Alber-Straße ist eine neue Attraktion.
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Die Horror-Kutsche vor dem Haus in der Erasmus-Alber-Straße ist eine neue Attraktion.

Halloween extrem

Das »Horrorhaus« von Bruchenbrücken

  • vonHarald Schuchardt
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Wer das Haus der Familie Cue in Friedberg-Bruchenbrücken betrachtet, bekommt das Grauen. Allerdings nur in diesen Tagen, denn Halloween steht vor der Tür. Und die Cues sind sehr kreativ.

Am morgigen Samstag begehen die evangelischen Christen das Reformationsfest, am gleichen Tag wird - als Geister- und Horrorgestalten-Verkleidung - Halloween gefeiert. In Deutschland und Europa spaltet Halloween die Gesellschaft. Die einen finden das Fest schrecklich oder »typisch amerikanisch«, andere finden das Horrorspektakel toll. Zu Letzteren gehört die Familie Cue, die seit 25 Jahren ihr Haus in der Erasmus-Alber-Straße in das »Horror-Haus von Bruchenbrücken« verwandelt. Warum sie das jedes Jahr aufs Neue macht und immer mehr ausweitet, begründet Karin Cue ganz kurz: »Mein Mann ist Amerikaner«, sagt sie und lacht los. Seit 41 Jahren ist die gebürtige Bruchenbrückenerin mit Ehemann Charles verheiratet.

Das Paar hat sieben, inzwischen erwachsene Kinder und vier Enkel. »Wir lebten einige Jahre in den USA, kamen nach dem Tod meines Vaters zurück und wollten irgendwann wieder in die Staaten«, erzählt die 67-Jährige. Doch dazu ist es nie gekommen. So begann die Familie irgendwann, ihr Haus für Halloween zu dekorieren. Im Laufe der Jahre wurde der Rasen rund um das Haus an der Ecke Erasmus-Alber-Straße/Wingertstraße zum Friedhof, auf dem sich Geister, Skelette und andere Horrorgestalten tummeln.

Über 1000 Euro ausgegeben

In diesem Jahr hat das Ehepaar zusammen mit ihren Töchtern Jessica und Angelique die Horror-Show noch einmal richtig aufgepeppt. »Wir haben alleine 1000 Dollar ausgegeben, Jessica sogar noch etwas mehr«, erzählt Mutter Karin beim finalen Aufbau am Mittwochnachmittag.

Alle Attraktionen stammen aus den Vereinigten Staaten »Wir haben früher einiges mitgebracht. Dieses Jahr haben wir alles bestellt«, berichtet Mutter Karin. Neue und zugleich größte Attraktion vor dem Horror-Haus ist eine große Horror-Kutsche mit beleuchtetem Skelett-Kopf. Schon während der Aufbauarbeiten, bei denen die Familie seit vielen Jahren von Freundin Nadja Buczkowski unterstützt wird, kommen Kinder vorbei und fragen: »Wann ist denn das Horrorhaus fertig?«

An Halloween selbst ist dann rund ums Haus die Hölle los. Es blinkt überall, selbst in mehreren Fenstern bewegen sich Horrorgestalten, oder man sieht Hände, die aus dem Haus raus wollen. Angelique wird dann zur schrecklichen Horrorfigur. »Es macht einfach Spaß, und die glänzenden Kinderaugen sind dann der Lohn für alles«, sagt sie.

Süßigkeiten aus dem »Geisteimer«

Die Kinder, aber auch Erwachsene, bekommen ein kleines Päckchen mit Süßigkeiten. Das wird auch morgen der Fall sein - trotz der mit der Corona-Pandemie verbundenen Auflagen. »Wir haben uns lange überlegt, ob und wie wir es machen«, erzählt Karin Cue. Schnell war klar, dass der Hauseingang in der Erasmus-Alber-Straße viel zu eng für die vielen Kinder und Erwachsenen ist, die da alljährlich zum »Horror-Haus« pilgern. »Letztes Jahr haben wir 250 Päckchen ausgegeben«, berichtet Jessica Cue. In diesem Jahr werden die Halloween-Fans in der großen Hofeinfahrt in der Wingertstraße empfangen. Die Süßigkeiten gibt es aus einem »Geisteimer« der an einer langen Stange befestigt ist. »Wir werden sehr auf den Mindestabstand achten«, verspricht Nadja Buczkowski beim »Testlauf« mit der ausfahrbaren Teleskopstange.

Derweil präparieren Charles und Jessica Cue ein Skelett mit einer orangen Decke. Wie von Geisterhand hebt sich dann die Decke. »Wir haben viel in die Technik investiert«, sagt Jessica Cue. Nach dem Halloween-Fest beginnt noch am Abend der Abbau. Ihre Mutter erläutert: »Am Sonntag sind wir fertig, und dann bereiten wir uns auf die Adventszeit vor. Da wird der Garten zur Weihnachtslandschaft.«

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