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Beate Ruppert (2. v. r.) und Jule Heck (r.) - hier gemeinsam mit Alexandra Leu und der Inhaberin der »Hof-Apotheke zum Mohren«, Dr. Kerstin Podszus - sorgen für eine unterhaltsam-informative Veranstaltung,

Hilfreiche Kräuter und extra geschriebener Krimi

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Friedberg (pm). Auf Einladung der »Hof-Apotheke zum Mohren« in Friedberg haben sich kürzlich 50 Interessierte zu einer Kräuterwanderung durch den Burggarten eingefunden. Mitarbeiterin Beate Ruppert sprach über Pflanzen, die in alten Mauern beziehungsweise Ritzen der Burg sowie im Garten und im Hof wachsen. Dabei bezog sie die Anwendung der Kräuter und anderen Pflanzen, obwohl diese auch heute noch ihre Wirkung haben, vorwiegend auf die früheren Zeiten, als noch Ritter mit ihrer Gefolgschaft die Burgen bewohnt hatten.

Sie berichtete den interessierten Teilnehmern, die ihr durch die Burganlage und den Garten folgten, unter anderem über die Eibe, die rund um die Burg wächst und für die Herstellung von Pfeilen und Bögen verwendet wurde.

Die Scharfgarbe fand ebenfalls Erwähnung, die gegen Krämpfe und Blutungen wirkt. Sie wurde im Krieg angewendet und von Kindern für die Soldaten gesammelt, weswegen sie auch als Soldatenkraut bezeichnet wurde.

Auch über Johanniskraut, gut gegen Nervenschmerzen, sowie Beifuß, ein magisches Kraut, das früher zum Räuchern genutzt wurde und gut gegen viele Beschwerden hilft, sprach die Apothekerin, die ihre Gäste in dem Gewand einer Kräuterfrau empfing.

Ruppert berichtete über das echte Mauerblümchen, das Mauerzimbelkraut, das wegen seines hohen Vitamin-C-Gehalts gut gegen Skorbut ist und bei den Burgfräulein in früheren Zeiten als Mundspülung verwendet wurde.

Verschwunden nach einer wilden Party

In ihrem Weidenkörbchen trug Ruppert Johannisölkraut, Beifußräucherstäbchen und einige Tinkturen mit sich sowie Nervenkekse, die Vorläufer heutiger Tabletten. »Die Pflanzen wurden früher getrocknet und in einem Mörser zerstoßen und mit Mehl zu einem Brei verarbeitet«, erklärte Ruppert die Herstellung der Kekse nach der Methode der Nonne Hildegard von Bingen.

Im Innenhof der Burg wurden die Teilnehmer mit Unkraut-Limonade und Broten mit Butter aus wilden Kräutern empfangen. Dort wartete bereits Jule Heck, Autorin Wetterauer Regionalkrimis, auf die Gruppe. Eine halbe Stunde lauschten die Zuhörer der Autorin, die eigens für diese Veranstaltung einen Kurzkrimi geschrieben hatte.

Wie könnte es anders sein, als dass die Kriminalgeschichte mit Kräutern, aber auch mit der Historie der Burg zu tun hatte. Anna, eine Abiturientin, die 1977 auf dem Burggymnasium ihr Abitur bestanden hatte, war nach einer wilden Party im Burggarten verschwunden. Für diese Party hatte sie eine Bowle aus verschiedenen Kräutern gemixt, die sie und ihre Mitschüler in Trance versetzt hatte. Ein Kommissar hatte die Suche nach Anna nie aufgegeben. Im Sommer 2021 tauchte plötzlich eine Frau im Habit einer Nonne aus dem 17. Jahrhundert vor der Mohrenapotheke in Friedberg auf. Niemand vermisste die Frau. Als der Kommissar, der sich mittlerweile im Ruhestand befand, das Bild der Frau in den Medien sah, nahm er sich der Sache an. Nach einigen Nachforschungen in den umliegenden Klöstern stellte er fest, dass es sich bei der Nonne um die 1977 verschwundene Anna handelte. Was Anna in den 45 Jahren erlebte hatte, beschrieb Jule Heck in einer bis zum Schluss spannend dargebrachten Kriminalgeschichte.

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