Hilfen durch Überbrückungskredite

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Wetteraukreis(pm). Die digitale Förderung und coronabedingte Förderpakete für Unternehmen waren Themen, denen sich der Handels- und Mittelstandsausschuss der Industrie- und Handelskammer IHK Gießen-Friedberg kürzlich bei einer Tagung widmete. Zusätzlich stellte die Agentur GAL Digital GmbH den Ausschussmitgliedern ihre neue regionale Vermarktungsplattform vor. Vitalis Kifel und Sven Sudler von der IHK standen für Fragen zur Hessen-Mikroliquidität und Corona-Überbrückungshilfen zur Verfügung.

Die Hessen-Mikroliquidität stelle einen Überbrückungskredit zur kurzfristigen Abdeckung von Liquiditätsbedarfen für kleine Unternehmen und Selbstständige, erklärte Kifel. Einen Antrag dürfe jede natürliche Person stellen, die unternehmerisch tätig sei, im Unternehmen weniger als 50 Mitarbeiter in Vollzeit beschäftige und über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfüge. Durch das Hilfspaket könnten zusätzliche Liquiditätsbedarfe finanziert werden, die durch die Pandemie entstanden und für die Fortsetzung der unternehmerischen Tätigkeiten erforderlich seien, ergänzte er. Finanziert würden alle Betriebsmittel, die für die Aufrecht- erhaltung der Tätigkeit oder Überbrückung nötig seien.

Alternative zum Online-Shopping

Die Corona-Überbrückungshilfe ist Bestandteil des Konjunkturpakets der Bundesregierung. Die Überbrückungshilfe wird in Form direkter Zuschüsse zu betrieblichen Fixkosten geleistet. Einen Antrag können Unternehmen stellen, die sich nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfond qualifizieren und deren Umsatz im April und Mai 2020 um 60 Prozent zurückgegangen ist.

Ebenfalls thematisiert wurde die neue Plattform "accioca" der Agentur GAL Digital GmbH. Sie soll eine Alternative zum Online-Shopping bieten. "Wir wollen damit zehn Prozent der Online-Käufer wieder zurück in den stationären Einzelhandel bringen", nannte Inhaber Daniel Gal sein ambitioniertes Ziel.

Mit "accioca" könnten Interessenten online oder per App nach Produkten oder Dienstleistungen suchen. Die Suchanfrage wird direkt an regionale Händler und Dienstleister gesendet. Die Anbieter entscheiden dann, ob sie die Anfrage bedienen möchten, und treten mit einem Klick mit dem Suchenden per Videotelefonie in Kontakt.

Die Plattform ist im Sommer in der Region Mittelhessen und der Wetterau gestartet worden. Händler und Dienstleister können sich bereits registrieren. Jochen Ruths, Vorsitzender des Handels- und Mittelstandsauschusses, schätzt sie als interessante Option für den stationären Handel ein: Mit "accioca" könnten Händler einen zusätzlichen Kanal bespielen. Damit könnten die Stärken des stationären Einzelhandels in der digitalen Welt abgebildet und mit dieser verbunden werden.

Zum Abschluss stellte Philipp Rabenau von "Hessen innovativ" Digitalisierungsförderungen für den Mittelstand vor. Ein Fokus lag auf dem Digi-Zuschuss, für den der nächste Förderaufruf am 15. September gestartet ist. Das Hessische Wirtschaftsministerium stellt unter Vorbehalt sieben Millionen Euro zur Verfügung. Vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen bedeutet die Digitalisierung der Wirtschaft eine Chance, betriebliche Prozesse effizienter zu gestalten oder neue Produkte und Dienstleistungen besser zu vermarkten. Dadurch könnten neben Effizienzvorteilen auch Wachstumspotenziale geschaffen werden. Es gebe vielfältige Fördermöglichkeiten, mit denen sich Unternehmen die nächsten Schritte in die Digitalisierung leisten können, betonte Rabenau.

Neben dem Digi-Zuschuss stellte er noch zwei neue Programme vor: Digital jetzt und Distr@l. Durch Digital jetzt werden digitale Technologien und die Qualifizierung der Mitarbeiter gefördert. Distr@l wendet sich an kleine und mittlere Unternehmen und freie Berufe. Das Programm fördert neue Produktionsmethoden im Fokus der Digitalisierung und Änderungen der Ausrüstungssoftware.

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