Von links und rechts kommen Autos, trotzdem überqueren Fußgänger die Kaiserstraße in Höhe der Bushaltestelle, wo die Ampel wegen der Bauarbeiten ausgeschaltet wurde.
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Von links und rechts kommen Autos, trotzdem überqueren Fußgänger die Kaiserstraße in Höhe der Bushaltestelle, wo die Ampel wegen der Bauarbeiten ausgeschaltet wurde.

"Hier wird bald einer überfahren"

Friedberg (jw). "Das ist Horror", sagt ein Friedberger. Ein anderer spricht von einer "lebensgefährlichen Situation", eine Geschäftsfrau vom "Chaos, die Leute laufen kreuz und quer". Einem anderen Friedberger schwant nichts Gutes: "Hier wird bald einer überfahren."

Die Rede ist von der Fußgängerampel auf der Kaiserstraße in Höhe der Haagstraße. Letztere ist aufgrund der Bauarbeiten am Elvis-Presley-Platz gesperrt, und da der Steuerungskasten der Ampel umgesetzt werden muss, ist diese außer Betrieb. Trotzdem gehen die Leute dort über die Straße, wo sie es schon immer getan haben.

"Am Dienstag wurde beinahe ein Kind überfahren", sagt eine Geschäftsfrau. Einmal hätten die Autos so eng gestanden, dass Erwachsene einen Kinderwagen über die Motorhaube heben mussten. Besonders morgens, wenn Schulkinder die Kaiserstraße überqueren, sei es gefährlich.

Zwei weitere Ampeln gibt es in Sichtweite: an der Wolfengasse und an der Ockstädter Straße, also nicht sehr weit entfernt. Gerade ältere Menschen, die von der Bushaltestelle kommen, scheuen aber den Umweg, gehen mitten durch die Autokolonnen. "Die Stadt muss dringend eine Behelfsampel für die Fußgänger aufstellen", sagt ein Friedberger. Das geht aber nicht. Wie Ordnungsamtsleiter Jürgen Schlerf mitteilt, müsste eine provisorische Behelfsampel auf die beiden anderen Ampeln abgestimmt werden. Das sei technisch aber nicht möglich. Die Fußgängerfurten seien bei der Außerbetriebnahme durch Absperrschranken gesperrt worden. Wer trotzdem die Straße überquere, tue dies auf eigene Gefahr. Es gebe genügend andere Möglichkeiten, die Straße zu überqueren.

Für die Geschäfte bedeuten die Bauarbeiten so oder so, dass Kunden ausbleiben. Ob die Haagstraße Ende Juli, wie geplant, wieder geöffnet wird, bezweifelt eine Geschäftsfrau: "Die haben schon wieder was gefunden", sagt sie. In der Tat: Archäologen sind vor dem ehemaligen Fisch-Umsonst auf Mauern aus dem Mittelalter gestoßen.

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