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Angenommen wurde der Antrag der Grünen auf die Einführung eines Modells, das es Kommunen ermöglicht, ihren mit Photovoltaikanlagen erzeugten Ökostrom selbst zu verbrauchen. SYMBOLBILD: ARCHIV

Wetteraukreis

»Heißes Thema«: Wie entwickelt sich der Strompreis in der Wetterau?

  • VonJürgen W. Niehoff
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Ein heißes Thema bei der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) in Wölfersheim ist erneut der Strompreis mit seiner Entwicklung im Verbandsgebiet gewesen.

Wetteraukreis (jwn). Ein wahrhaft heißes Thema bei der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) in Wölfersheim war erneut der Strompreis mit seiner Entwicklung im Verbandsgebiet.

Noch vor wenigen Wochen dominierte die massive Erhöhung der Energiepreise auf breiter Front die mediale Berichterstattung. »Umso erfreulicher ist es, dass die Ovag aufgrund ihrer vorausschauenden Beschaffungsstrategie für ihre Haushaltskunden die Preise stabil halten konnte«, sagte der Vorsitzende des Verbandsvorstandes, Claus Spandau (CDU).

Oberhessische Versorgungsbetriebe: Kommt nächstes Jahr Strompreis-Erhöhung?

Geschäftsführer Joachim Arnold klärte auf, wieso die Tarife trotz der allgemein steigenden Marktpreise für Strom in diesem Jahr noch einmal gehalten werden konnten. Das habe zum einen an der Strategie der Ovag gelegen, sich schon für einen langen Zeitraum im Vorhinein den Strom zu festen Konditionen zu sichern. Zum anderen habe auch die Absenkung der EEG-Umlage Anfang des Jahres von 6,75 auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde eine Rolle gespielt.

»Trotz einer weiteren Absenkung der Umlage auf dann nur noch 3,723 Cent pro Kilowattstunde ab 1. Januar 2022 können wir schon jetzt für das nächste Jahr eine Strompreiserhöhung nicht grundsätzlich ausschließen«, erklärte Arnold. Als Begründung nannte er die stark anziehenden Preise auf dem internationalen Strommarkt. Schließlich müsse die Ovag den Strom zum größten Teil selber kaufen. .

Oberhessische Versorgungsbetriebe: Bei Elektromobilität auf »gutem Wege«

Deshalb wurde im späteren Verlauf der Sitzung der Antrag der Grünen, der Verbandsvorstand möge einen Bericht zu den Mechanismen der Preisbildung bei Gas und Strom im Umweltausschuss abgeben, mit großer Mehrheit angenommen

Auch im Bereich Elektromobilität sei die Ovag nach Worten von Spandau auf einem guten Wege und habe die nächste Entwicklungsstufe bereits erreicht. Mittlerweile kann sie 170 Ladepunkte für E-Fahrzeuge vorweisen und hat im Durchschnitt 1200 Kunden pro Tag. Rückläufig sei allerdings infolge der Pandemie die Nachfrage bei der VGO im öffentlichen Personennahverkehr.

Insgesamt zeigte sich Spandau mit der Entwicklung des ZOV zufrieden: »Für das Jahr 2021 können wir eine durchaus zufriedenstellende Bilanz ziehen. Wirtschaftlich gesehen können wir, wie schon in der jüngeren Vergangenheit, ein gutes Ergebnis liefern«. Deshalb wurde anschließend auch der Wirtschaftsplan 2022 ohne Diskussion mit nur einer Gegenstimme mehrheitlich beschlossen.

Oberhessische Versorgungsbetriebe: Lichtverschmutzung bleibt ein Thema

Ausführlich ging Arnold auf den Antrag der Grünen ein, Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung ergreifen zu wollen, die auch dem Schutz der Insektenvielfalt in Deutschland dienen würden. Die Ovag beschäftigte sich schon seit Jahren mit dem Thema und habe deswegen auch frühzeitig Kommunen die LED-Variante für ihre Straßenbeleuchtung angeboten. Diese benötigten weniger Energie und dienten dem Umweltschutz.

Außerdem seien die Lampen unten geschlossen, sodass sich Insekten an ihnen nicht verbrennen könnten. Da diese Lampen ihr Licht nur nach unten abstrahlten, trügen sie ebenfalls nicht zur Lichtverschmutzung bei. Den Grünen reichte die Erklärung jedoch nicht aus, sodass der Antrag in den Fachausschuss überwiesen wurde.

Angenommen wurde der Antrag der Grünen auf die Einführung eines Modells, das es Kommunen ermöglicht, ihren mit Photovoltaik- oder Biogasanlagen erzeugten Ökostrom selbst zu verbrauchen. Dabei kann der Strom im Verbund allen Verbrauchern in der Kommune zugutekommen.

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