Mit Abstand gut besucht: Stephan Bauer zeigt im Rathauspark sein Programm "Vor der Ehe wollt ich ewig leben".
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Mit Abstand gut besucht: Stephan Bauer zeigt im Rathauspark sein Programm »Vor der Ehe wollt ich ewig leben«.

Heiraten ist Dummheit aus Vernunft

  • vonChristine Fauerbach
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Friedberg (cf). Kabarettist Stephan Bauer war zu Gast beim »Sommer im Rathauspark«. Sein Auftritt war Teil des Programms beim »Kultursommer Mittelhessen«. Er zeigte sein Programm »Vor der Ehe wollt ich ewig leben«. Bevor er aus dem Ehe-Nähkästchen plauderte, informierte Veranstalter Harry Thyssen von Thyssen Entertainment die Besucher darüber, dass die drei geplanten Konzerte der Reihe »Elvis Celebration« nicht stattfinden dürfen. Am 15. August werde es ein Ersatzprogramm geben.

Dann gehörte die Bühne dem aus verschiedenen TV-Programmen bekannten Berliner Kabarettist und Comedian.

Pointenreich schilderte Bauer, wie es Paaren mit welchen Techniken gelingen kann, ihre vor dem Gesetzgeber und Gott geschlossene dynamische Beziehung trotz aller Fallstricke und Veränderungen zu retten. Und damit zugleich seine Träume von einem glücklichen und erfüllten Dasein zu zweit. Die Ehe sei eine dynamische Angelegenheit und Partner veränderten sich. Den Veränderungsvorgang wie auch die »Horrorseiten« des anderen muss jeder als Ehepartner lebenslang mittragen, soll die Beziehung Bestand haben. »Mit 25 heiratet man den Menschen, der einem den Verstand wegbu… - und mit 50 stellt man fest: Es ist ihm gelungen.«

Egoismus ist für eine glückliche Ehe kontraproduktiv, findet Bauer. Wichtig sei die Unterordnung der eigenen Interessen unter das Ziel, den anderen glücklich zu machen. »Dominante Frauen, die finanziell unabhängig sind, machen Männer fast überflüssig«, lästert er. Zu den verbreiteten Fehlern gehöre es, dass »keiner den anderen mehr so nimmt wie er ist«. Eine »ideale Beziehung« sehe demzufolge so aus: Tauber Mann heiratet blinde Frau. Die wichtigste Regel für eine Ehe lautet: Treue. Mit Blick auf die Statistik, die besage, dass 40 Prozent aller Ehepartner schon einmal fremdgegangen seien, gab er seinen Zuhörern den Rat: »Ehrlichkeit ist nicht im- mer empfehlenswert.« Ursache Nummer eins fürs Fremdgehen sei sexueller Frust.

Stephan Bauer teilt mit seinem Publikum seine Gedanken darüber, was zwei Menschen zusammenhält, die von der Natur grundverschieden entworfen worden sind. »In der Kommunikation liegt das Hauptproblem einer Ehe.« In Konfliktbeziehungen reize sie an ihrem Partner nur eins: Sein nächstes Wort: »Einer hat recht, der andere ist der Ehemann.«

Männer könnten in der modernen Kommunikation nicht mithalten. Deshalb wünscht sich der Kabarettist im Namen aller Männer von seinen Zuhörerinnen: »Gewähren Sie uns Gnade.«

Zu den Beziehungs- und Romantikkillern gehörten Han-dys, die Verklärung der Single-Gesellschaft, erodierende Werte sowie das Gefühl »alles geht«. Befremdlich findet Stephan Bauer auch, dass »Frauen nicht vorglühen, sondern abfackeln, wenn sie einen Mädelsabend haben«.

Im Laufe des Abends denkt der Kabarettist nicht nur über mögliche Alternativen nach, sondern zählt auch die guten Seiten einer Ehe auf wie »man kommt nach Hause und hat immer dieselbe Bezugsperson, die einen ablehnt«. Für Spannung sorgten auch aufeinander abgeschlossene Lebensversicherungen erklärt Bauer treu lächelnd. Köstlich amüsiert haben sich drei Paare aus Friedberg über die Ausführungen des Kabarettisten zur Ehe. Die sechs Freunde finden: »Es ist toll, dass Friedberg so etwas kurzfristig auf die Beine gestellt hat« und urteilten über das Programm: »Uns gefällt es sehr, sehr gut. Er ist witzig, es ist zum Lachen und aus dem Leben gegriffen.« Einer fügt hinzu: »Beim Fußball habe ich noch nie so viel gelacht wie hier.«

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