Bundestagsabgeordneter Peter Heidt fordert, dass Einzelhandelsgeschäfte und Friseursalons bald wieder öffnen sollten.
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Bundestagsabgeordneter Peter Heidt fordert, dass Einzelhandelsgeschäfte und Friseursalons bald wieder öffnen sollten.

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Heidt: Einzelhandel und Friseure sollten bald wieder öffnen

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Einzelhandelsgeschäfte und Friseursalons sollten bald wieder öffnen dürfen. Das fordert der Wetterauer Bundestagsabgeordnete Peter Heidt (FDP).

Wetteraukreis - Einzelhandelsgeschäfte und Friseursalons sollten bald wieder öffnen dürfen. Das fordert der Wetterauer Bundestagsabgeordnete Peter Heidt (FDP). Die Öffnung sei unter Auflagen kurzfristig möglich. Heidt verweist auf die Heinsberg-Studie des Virologen Hendrik Streeck von der Universität Bonn, die gezeigt habe, dass es bei Einhaltung bestimmter Vorsichtsmaßnahmen nahezu ausgeschlossen sei, sich in einem Ladengeschäft oder beim Friseur mit dem Virus zu infizieren. Es gibt jedoch auch Zweifel an der Aussagekraft der Heinsberg-Studie. Sie gebe keinen Anlass, Kontaktsperren zu lockern, meinen Kritiker.

Laut Heidt könnten Auflagen so aussehen, dass sich entsprechend der Größe des Geschäftes immer nur eine gewisse Zahl von Personen gleichzeitig im Laden aufhalten darf. Ausreichend Abstand zwischen den Kunden sei zu gewährleisten. »Wir brauchen in Deutschland eine breite Debatte über eine Öffnungsstrategie«, findet Heidt. Für jeden einzelnen Lebensbereich müsse aufgezeigt werden, unter welchen Bedingungen man dort Lockerungen durchführen kann. »Jedem Experten ist klar, dass wir den jetzigen Shutdown nicht auf Dauer durchhalten können«, sagt der Liberale. Eine Aufrechterhaltung der Restriktionen würde zu wirtschaftlichen Verwerfungen und gleichzeitig zu medizinischen Problemen führen. »Das gilt etwa bei der medizinischen Behandlung anderer Krankheiten als Covid-19 und bei psychosozialen Krankheiten, die stressbedingt sind, etwa Depression. Die schlichte Behauptung, es gehe nur um Geld oder Leben, trägt nicht.«

Die Zahl der Intensivbetten in Deutschland sei mittlerweile auf knapp 40 000 erhöht worden; aktuell gebe es fast 10 000 freie Intensivbetten. Da gleichzeitig die Anzahl der neu infizierten Personen zurückgehe, müssten »die massiven Freiheitseinschränkungen auf das notwendige Maß zurückgeführt« werden. In hoch automatisierten Betrieben und auch in Schulen, wo die Gefahr schwerer Corona-Verläufe Heidt zufolge niedrig sei, müsse man über die Wiedereröffnung nachdenken. Auch fordert Heidt die Landesregierung auf, die Corona-Verordnungen auf Nutzen und Verhältnismäßigkeit zu überprüfen. »Warum darf kein Eis an der Eisdiele geholt werden, warum kein Einzelsport auf Sportanlagen getrieben werden?«, fragt der FDP-Mann. Auf Dauer fänden nur »sinnvolle und nachvollziehbare Vorschriften« eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung.

Drei Fragen an Friseurmeister Antonio La Palermo

Glauben Sie, dass Ihr Laden nach dem 19. April wieder öffnen darf?

Wir bekommen hoffentlich schnell die Info, unter welchen Voraussetzungen das möglich ist. Klar ist, dass es dann einen großen Run auf die Läden geben würde, so dass nicht jeder gleich einen Termin bekommen wird.

Und wenn die Verordnung verlängert wird?

Das können wir dann nicht ändern. Fast alle Kollegen haben Kurzarbeit angemeldet. Und alle haben Soforthilfe beantragt, die aber leider nicht sofort hilft, weil sie bei vielen noch nicht angekommen ist. Ohne sie wird es schwierig.

Wie viele Kunden fragen nach (verbotenen) Hausbesuchen?

Sehr viele. Aber ich halte mich an die Auflagen - nicht nur aus Angst, erwischt zu werden und eine hohe Geldstrafe zu riskieren: Wenn ich jemanden, etwa einen älteren Kunden, anstecken würde, könnte ich mir das nicht verzeihen.

Antonio La Palermo ist Inhaber des Salons »Friseurteam Haarlekin« in Bad Nauheim und stellvertretender Obermeister der Friseurinnung des Wetteraukreises

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