Hausärzte fordern: In den Praxen impfen

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Wetteraukreis (pm). Aktuell haben vor allem die derzeit Impfberechtigten über 80 Jahre nicht nur Schwierigkeiten mit der Impfterminvergabe, sondern auch mit der Erreichbarkeit der Impfzentren. Um die weitere konsequente Durchimpfung der Bevölkerung gegen das Coronavirus tatkräftig zu unterstützen und zu beschleunigen, machen die Wetterauer Hausärzte, vertreten durch den Vorstand des Bezirks Wetterau im Hausärzteverband Hessen, darauf aufmerksam, dass sie mit ihren Praxisteams bereit seien für die Impfung in den hausärztlichen Praxen und auch für die »aufsuchende Impfung« alter Menschen zu Hause.

Hausärzte kennen Vorerkrankungen

Dies werde in Mecklenburg-Vorpommern bereits erfolgreich durchgeführt, heißt es in einer Pressemitteilung des Wetterauer Bezirksvorstands. In Hessen gebe es bislang politischerseits dazu weder Pläne noch Gespräche.

»Die Politik sollte hier möglichst bald den Auftrag an die Hausärzte erteilen. Hausärzte kennen ihre Patienten mit ihren Vorerkrankungen, genießen ihr Vertrauen und können die ortsnahe Versorgung durch bereits vorhandene Strukturen gewährleisten. Es bestehen bereits jahrzehntelange Erfahrungen durch die jährliche Influenza-Impfung, sodass einer schnellen Immunisierung großer Bevölkerungsgruppen nichts mehr im Wege steht«, argumentieren die Ärzte. Der Vorsitzende des Bezirks Wetterau, Dr. Alexander Jakob, erläutert: »Wir haben uns intensiv mit den vorhandenen und angekündigten Impfstoffen beschäftigt und sind der Auffassung, dass die Impfung in den Hausarztpraxen möglich ist.« Damit würde gerade die ältere Bevölkerung erreicht und nicht zusätzlich belastet werden; ferner würde dies zu finanziellen Einsparungen führen, argumentiert der Verband. Ausdrücklich wird betont, dass dies keine Konkurrenz zur Arbeit der derzeitigen Impfteams und Impfzentren sein solle, sondern als ein gemeinsamer Beitrag im Einsatz gegen das Coronavirus gedacht sei.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: »Die Wetterauer Hausärzte reihen sich hier in die Forderungen der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, anderer Verbände und Ärztenetze der letzten Tage ein.«

Durch die Mitwirkung der Hausärzte an der Corona-Impfung können der Überzeugung des Wetterauer Hausärzteverbandsvorstands nach alle Impfwilligen mit der Impfung leichter und effektiver versorgt werden.

Es liege nun an den zuständigen Organen, die zur Verfügung stehenden Impfstoffe schnellstmöglich an die Praxen zu verteilen. Die Aufnahme der Impftätigkeit in den Arztpraxen sei von allergrößter Bedeutung und von den Entscheidungsträgern schnellstmöglich zu veranlassen. »So kann garantiert werden, dass jeder Impfwillige auch geimpft werden kann und wird!«

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