Spaß an ihrer Musik haben (v. l.) Jacques Russell, Jürgen Walter, Olaf Stellberger und Bernd Ritter. Geprobt wird immer abwechselnd in Friedberg oder im Keller des Rosenhofs zu Löw in Bad Nauheim-Steinfurth. FOTO: HAR
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Spaß an ihrer Musik haben (v. l.) Jacques Russell, Jürgen Walter, Olaf Stellberger und Bernd Ritter. Geprobt wird immer abwechselnd in Friedberg oder im Keller des Rosenhofs zu Löw in Bad Nauheim-Steinfurth. FOTO: HAR

"Das ist halt ehrlicher Bluesrock"

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg/Bad Nauheim(har). Sie bezeichnen sich selbst als "alte Hasen" in der Musikszene, die vier Bluesrocker von "The Caseys". Jeden Dienstag wird geprobt, mal in Friedberg, mal im Keller des Rosenhofs zu Löw in Steinfurth.

Hier begann denn auch die Geschichte der aktuellen Bandbesetzung, finden in dem Keller doch immer wieder Blues- und Rocksessions statt. "Da haben wir uns kennengelernt und festgestellt, dass wir musikalisch auf einer Wellenlänge liegen," erzählt Gitarrist Bernd Ritter, der schon zur Urformation der Band gehörte.

Gegründet wurde die Gruppe von Schlagzeuger Jürgen Käßmann, der nach einer schweren Erkrankung leider nicht mehr dabei sein kann. Dessen Spitzname "Casey" war denn auch der Namensgeber der Band.

Krumme Töne kommen vor

"Casey zu Ehren haben wir den Namen beibehalten", sagt Ritter, der mit Käßmann noch immer einen sehr guten Kontakt hat. Ritter wohnt im Lahn-Dill-Kreis und ist seit 20 Jahren Lehrer für Bautechnik an der Friedberger Johann-Philipp-Reis-Schule, wo er 2007 die Schulband gründete und bis heute leitet.

Dass er ein Fan der Bluesrock-Veteranen "ZZ-Top" ist, zeigt sich auch an seinem Aussehen mit langem Bart. Wenn Ritter dann noch Sonnenbrille und die von einer Freundin gehäkelte Kappe aufsetzt, weiß jeder Bluesrock-Fan, was die musikalische Stunde geschlagen hat.

Für Bandgründer "Casey" Käßmann sitzt inzwischen mit Jacques Russell ein erfahrener und in der Wetterauer Musikszene bestens bekannter Musiker an den Drums. "Ich bin wie Tina Turner: Simply the best", witzelt der gebürtige Franzose, der in allen Musikrichtungen zu Hause ist. "Ich trommle überall", meint der Wahl-Bad Nauheimer, der an der Musikschule Bad Nauheim Schlagzeugunterricht gibt.

In der klassischen Rockszene bestens bekannt ist Jürgen Walter, der Gründungsmitglied der Rockband "Rockfour" war. "Wir haben 17 Jahre in der Urbesetzung gespielt" erzählt der Altenstädter, der bei Rockfour Leadgitarrist war, aber bei einigen Songs auch schon mal den Bass zupfte.

Bei den Caseys ist es genau umgekehrt. Walter spielt einen groovigen Bass und wechselt hin und wieder mal zur Gitarre. Den Bass übernimmt dann Bluesharp-Spieler und Sänger Olaf Stellberger, der Kopf der vierköpfigen Band, der inzwischen in Bad Soden lebt. Doch die musikalische Heimat des mit 52 Jahren jüngsten Bandmitglieds bleibt die Wetterau. So ist Stellberger weiterhin im Vorstand des Blues-Harmonica-Treff Wetterau aktiv. Auch die Ursprünge des Vereins liegen in dem urigen Keller auf dem Gelände des Löw’schen Anwesens. Was die vier vereint ist nicht nur die Liebe zum klassischen Bluesrock von Cream, Rory Gallagher, Thin Lizzy und natürlich ZZ-Top, sondern auch die Liebe zur "handgemachten ehrlichen Musik", wie es Jürgen Walter beschreibt. "Bei uns ist alles live. Jeder Pieps wird im Moment gespielt", meint Stellberger und Ritter ergänzt lachend: "Das gilt auch für die krummen Töne." Sofort erinnern sich die vier an ihren in dieser Besetzung bisher einzigen Auftritt beim "Sommer am See" in Wölfersheim. "Da habe ich bei "Whiskey in the Jar" ganz schön danebengelegen", stellt Ritter lachend fest. Für die vier sind solche "Fehlgriffe" alles andere als schlimm. "Das ist halt ehrlicher Bluesrock, das gehört dazu", meint Russell.

"Wir haben Spaß an unserer Musik, deshalb treffen wir uns ja auch jede Woche, um zusammen zu spielen, was wir eigentlich gar nicht nötig haben", meint Walter. Wann die vier wieder einmal vor Publikum spielen werden, ist völlig offen. "Wir haben noch einige Termine frei", meint Stellberger mit einem Hauch von Ironie.

Allen vieren ist klar, dass die Corona-Pandemie momentan keine öffentlichen Auftritte zulässt. So spielen sie vorerst nur für sich - aus Spaß am Bluesrock. Und das jeden Dienstag.

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