Die Kinder bereiten das Gruselbüfett vor. FOTOS: PM
+
Die Kinder bereiten das Gruselbüfett vor. FOTOS: PM

Halloween im Kinderhaus Wetterau

  • vonred Redaktion
    schließen

Friedberg(pm). Gruseliger Spaß auch unter Schutzmaßnahmen: Das reggio-inspirierte Kinderhaus Wetterau in Friedberg hat Halloween gefeiert. Die Kinder waren als Gruselgestalten verkleidet, Fledermäuse und Geister flogen durchs Kinderhaus. Es gab Hexen, Skelette und Dinosaurier, die das Kinderhaus unsicher machten. Bei der Grusel-Modenschau im Morgenkreis wurden die Kostüme schaurig vorgeführt. Dann wurde die Geschichte von Jack’o Latern erzählt, einem Betrüger, der selbst den Teufel hereinlegte.

Danach saßen einige Kinder am Tisch und schnitzten vorsichtig Münder, Nasenlöcher und Augen in die großen gelben Kürbisse. In der Küche bereiteten die pädagogischen Fachkräfte gemeinsam mit den Kindern derweil das Gruselbüfett vor. Dabei wurde Pizzateig zu Monsterfingern, und Bananen wurden zu Gespenstern. Aus Mandarinen zauberte man Kürbisse und aus Weintrauben essbare Spinnen.

Halloween 2020 schien im Kinderhaus Wetterau wie ein ganz normales Halloween in einem ganz normalen Jahr. Normalität in einem Corona-Jahr? Manchmal ist sie möglich, manchmal nicht - das gilt für das Kinderhaus Wetterau ebenso wie für so viele andere Lebensbereiche.

Ein Blick zurück: Nach einigen Wochen Notbetreuung nahm das Kinderhaus Wetterau am 6. Juli den sogenannten "Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen" auf. Für viele Familien war dies eine große Erleichterung, hatten sich die Kinder doch nach den Spielkameraden und Spielmöglichkeiten des Kinderhauses gesehnt und waren die Eltern doch zunehmend an ihre Belastungsgrenze gelangt. Die Rückkehr zum Regelbetrieb stellte aber das Team des Kinderhauses vor die zentrale Frage: Wie können Erziehungskräfte und Kinder vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus bestmöglich geschützt werden?

Das Land Hessen macht dazu einige Vorgaben, etwa dass Kinder mit Husten oder Fieber zu Hause bleiben, mit einfachem Schnupfen aber kommen dürfen. Viele Maßnahmen liegen aber im Ermessen der Kita-Träger, sodass sich diese momentan von Kita zu Kita unterscheiden.

Lüften, Abstand, Gruppentrennung

"Im Kinderhaus Wetterau liegt der Schwerpunkt im Zweifel bei der Sicherheit", erklärt Leiterin Petra Ben Abdelmalek. "Bisher hat sich das bezahlt gemacht: Keiner hat sich angesteckt, und es gab auch keine Verdachtsfälle. Bei den steigenden Infektionszahlen machen wir uns trotzdem natürlich auch wieder mehr Gedanken."

Zu den weitreichenden Schutzmaßnahmen im Kinderhaus Wetterau gehören Masken für die Erzieherinnen, Abstandhalten soweit möglich und regelmäßiges Lüften. Es gibt eine strikte Gruppentrennung: Die Krippe für die zwölf Kinder unter drei Jahren und die Familiengruppe für die 23 größeren Kinder werden von ihren jeweiligen Erziehungskräften in eigenen Räumen betreut. Die Kinder werden außerdem morgens an der Tür abgegeben und nachmittags von den Eltern dort wieder abgeholt, sodass die Eltern die Einrichtung nur im Notfall betreten müssen. Der Austausch mit den Eltern soll trotzdem nicht zu kurz kommen, auch wenn die sonst üblichen Kommunikationswege, die "Türgespräche", wegfallen.

Die Mitgliederversammlung des Elternvereins fand in der Stadthalle statt, denn nur so ließen sich Abstandsregeln einhalten. Für Elterngespräche weicht das Kinderhaus in diesem Jahr auf das Telefon aus.

Für die Kinder sind die Sicherheits- und Hygieneregeln wie etwa das regelmäßige Händewaschen längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Manche Dinge fehlen trotzdem: Wegen der Ansteckungsgefahr gibt es keine Spielplatzbesuche, der Morgenkreis muss ohne Singen auskommen, für die Älteren fällt der sonst übliche Schwimmkurs im Usa-Wellenbad aus.

"Das Wichtigste für die Kinder ist aber, dass sie im Kinderhaus mit ihren Freunden und Freundinnen zusammenkommen können. Dass sie hier gemeinsam im Sand buddeln, Kastanien sammeln oder kreativ sein können", sagt Mutter Theresa Bauer. "Daher sind wir Eltern wirklich dankbar für das, was das Kinderhaus in den letzten Monaten geleistet hat. Ich bin zuversichtlich, dass wir so auch die kommenden schwierigen Herbst- und Wintermonate gut meistern werden."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare