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Die Maus verlädt die Rüben am Ackerrand. Danach werden die Knollen ins Südzucker-Werk nach Offstein gefahren.

Gute Rübenernte erwartet

  • VonUdo Dickenberger
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Wetteraukreis (udo). Wirkte die Trockenheit im Vorjahr sich auch auf die Rübenkampagne aus, waren die Niederschläge diesmal deutlich höher. Die Anbauer gehen von einer guten Ernte aus, wie bei der 40. Jahreshauptversammlung des Verbands Wetterauer Zuckerrübenanbauer im Bürgerhaus Ilbenstadt zu hören war.

Vorsitzender Dr. Matthias Mehl begrüßte das Publikum. Sein Stellvertreter Michael Hahn machte mit Niddatal bekannt, wo der Verband vor 40 Jahren gegründet wurde.

Der Kreistagsvorsitzende Armin Häuser (CDU) gratulierte und widmete sich der Innovationskraft der Landwirtschaft. Der Markt und der Klimawandel stellten vor Herausforderungen. Dr. Georg Vierling von Südzucker sprach die Hoffnung auf eine gute Ernte aus. Neue Züchtungstechnologien seien eine Aufgabe.

In seinem Bericht sprach Mehl die schwierigen Bedingungen der letzten Kampagne an, die im Zeichen geringer Niederschläge stand. Ebenso hätten die Corona-Bedingungen die Arbeit erschwert. Auch die Läusebekämpfung habe Einsatz gefordert. Feldrundgänge seien nicht möglich gewesen, stattdessen sei auf einzelnen Betrieben informiert worden.

73 Tonnen wurden pro Hektar geerntet. Insgesamt sei das Anbaujahr unbefriedigend verlaufen. Auch Geschäftsführerin Marie-Christin Mayer wies in ihrem Bericht darauf hin, dass der Ertrag wegen der Trockenheit stagniert habe. Die Rüben wurden in der vorigen Kampagne nur noch nach Offstein gefahren. Rundschreiben ersetzten die nicht möglichen Feldrundgänge.

Knollen wachsen auf 5000 Hektar

Der Blick auf 2021 fiel deutlich positiver aus. Über Trockenheit konnte diesmal nicht geklagt werden. Intensiv werde derzeit an den Rüben gearbeitet, sagte Mehl. Ein Ertrag von 84 Tonnen pro Hektar werde erwartet.

Auch Moritz Vorholzer von Südzucker zeigte sich mit den hohen Niederschlägen zufrieden. Die Temperaturen aber seien zu niedrig gewesen. Eine gute Ernte sei zu erwarten. Der Zuckergehalt berechtige zu Hoffnungen.

Mehl schaute auch auf die 40 Jahre des Verbands zurück. Die Zahl der Anbauer sank von 1834 auf 389, der Ertrag pro Anbauer und pro Hektar indes stieg. Er betonte die hohe Wertschöpfung bei den Rüben. Im Verbandsgebiet werde auf 5000 Hektar Fläche angebaut. Seit 2016 sei eine Ausdehnung um 25 Prozent erfolgt. Sieben Landwirte bauen auf 60 Hektar in der Wetterau Biorüben an.

Ingrid-Helen Arnold ist bei Südzucker neuerdings für die Digitalisierung zuständig. Sie erklärte, wie Projekte bei dem Unternehmen digital angegangen würden. Digitalisierung sei ein Wettbewerbsvorteil und eine Gemeinschaftsaufgabe. Kundennutzen und Pro-zesseffizienz stünden im Mittelpunkt. Mit digitalen Technologien würden Dünger und Pflanzenschutzmittel eingespart. Die Landwirtschaft sei in vielen Sektoren innovatorisch.

Die Applikation »beet2go« ermögliche eine digitale Rundumsicht vom Vertrag bis zum Ertrag, aus der 5000 Nutzer Vorteile zögen. Acht von zehn Betrieben verwendeten digitale Technologien. Kritische Fragen galten der Datensicherheit.

»Das letzte Anbaujahr war insgesamt unbefriedigend«, sagt Verbandsvorsitzender Dr. Matthias Mehl.

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