Dort hingehen, wo’s lecker schmeckt: "Delikatus"-Inhaberin Ute Schott-Rönsch mit Evelyn Weiß, Sophie und Andreas Scheunert sowie Dr. Klaus-Dieter Rack.		FOTO: PV
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Dort hingehen, wo’s lecker schmeckt: »Delikatus«-Inhaberin Ute Schott-Rönsch mit Evelyn Weiß, Sophie und Andreas Scheunert sowie Dr. Klaus-Dieter Rack. FOTO: PV

Mit Grüner Soße durch die Corona-Krise

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Friedberg (pm). »Essen, Trinken, Einkaufen« - mit diesem Motto bewirbt das Feinkost-Spezialitäten-Geschäft »Delikatus« seine Kundschaft aus Friedberg und der Wetterau. So führte der Weg der Friedberger SPD-Delegation auf ihrer Unterstützungstour des lokalen Einzelhandels in Corona-Zeiten fast zwangsläufig auch zu dem dekorativen Ladenlokal auf der Kaiserstraße.

Ute Schott-Rönsch, die mit ihrem Ehemann Matthias Schott seit mehr als zehn Jahren das Geschäft führt, kam zu Beginn des Besuchs gleich auf eine Passage auf ihrer Homepage zu sprechen: »… und erfreut sich einer bunten Mehrgenerationen-Kundschaft«. In der Corona-Krise habe sich die Zahl der Kunden gerade aus der älteren Generation merklich verringert. »Die Menschen haben Sorge um ihre Gesundheit und kommen seit Monaten nicht mehr zum Einkaufen.« Obwohl die Schotts flexible Einkaufsmöglichkeiten für besorgte Kunden anbieten. Der Umsatz sei deutlich zurückgegangen. Zwar bietet »Delikatus« kleinere Gerichte zum Essen in oder vor dem Geschäft an. Doch aufgrund des schmalen Gehwegs ist das Platzangebot draußen nur begrenzt. Auch die Eheleute Schott haben staatliche Soforthilfe beantragt, die aber nur kurzzeitig ausreichte, denn mancher Lieferant, ebenfalls krisengeschüttelt, bestand auf sofortige Begleichung der Rechnungen für Warenlieferungen. Bei der monatlichen Miete kamen indessen die Vermieter entgegen.

»Wir versuchen mit besonderen Spezialitäten immer wieder, Kunden anzuwerben«, sagt Ute Schott-Rönsch. So hatte sie über Monate Grüne Soße im Angebot, ebenso Wurstkoffer mit Hausmacher Wurst aus regionaler Produktion, Apfelbrand mit Friedberger Werbeetikett, »Hessen-Tapas« und ein vielfältiges Käsesortiment. Auch mediterrane Produkte werden wechselnd angeboten (momentan aus Mallorca).

Bezüglich der »Urlaub in Friedberg«-Aktion von »Friedberg hat’s« in Kooperation mit der Stadt hätte sich Schott-Rönsch bessere Absprachen gewünscht. Warum eine Palme vor dem verfallenen Gebäude Nr. 121 und nicht in der Nähe ihres Geschäfts aufgestellt wurde, erschließt sich ihr nicht. »Wer mag schon vor einem vor dem Abriss stehenden Gebäude Urlaubsgefühle entwickeln?«

Wo bleiben die Touristen?

Die geringe touristische Vermarktung Friedbergs bedauert Ute Schott-Rösch schon seit Jahren. In Corona-Zeiten bleiben ortsfremde Touristen und Kunden erst recht aus. Dennoch blickt sie mit Optimismus aufs Weihnachtsgeschäft. Zudem erhält »Delikatus« in letzter Zeit wieder vermehrt Aufträge zur Lieferung von Geschenkkörben mit hessisch-regionalen Spezialitäten, und so hofft Ute Schott-Rönsch, dass am Ende des Jahres die Umsatzeinbrüche durch Corona noch verkraftbar bleiben.

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